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Willkommen!

Lieber Leser,

wie auch immer Du auf unsere Stellungnahme zur Sektenschrift von Herrn Kluge gelangt bist – wir freuen uns, dass Du Dir die Zeit nehmen möchtest, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, anstatt einer einseitigen Darstellung Glauben zu schenken. Da die Anklage gegen uns umfangreich ist, ist es auch unsere Antwort. Trotzdem möchten wir dazu ermutigen, die Erklärungen zu lesen und anhand des Neuen Testaments zu prüfen. Sollten Fragen offen geblieben sein, beantworten wir sie natürlich gern.

Wir würden uns auch sehr freuen, wenn Du nicht nur unsere Gedanken, sondern auch uns und unser Leben kennenlernen möchtest. Du kannst uns unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren:

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Bibelzitate:

Die zitierten Bibelstellen stammen, soweit nicht anders angegeben, aus der Elberfelder Bibel, revidierte Fassung, 1985 R. Brockhaus Verlag.

zu “Wo wird geworben”

“Jene aber gingen aus und predigten überall” (Markus 16,20)

Jeder Christ ist jederzeit und an jedem Ort Missionar. Die Verkündigung des Evangeliums läßt sich nicht auf bestimmte Personen, bestimmte Orte oder bestimmte Zeiten reduzieren. Der größte Schatz, den Gott uns geschenkt hat, drängt uns dazu, ihn mit denen zu teilen, die ihn noch nicht kennen. Das Zeugnis für Christus, für die Hoffnung, die unser Leben erfüllt, durchdringt unser ganzes Leben. Deswegen wollen wir in jeder Situation offen sein für ein Glaubensgespräch.

Gerade in der Mission erfahren wir unsere tiefe Abhängigkeit von Gott. Gott, der die Herzen der Menschen kennt, kann uns in verschiedensten Situationen Menschen begegnen lassen, die offen sind für sein Wort, ob das nun in einer Alltagssituation ist, in der Schule, am Arbeitsplatz oder unterwegs, oder auch beim Besuch diverser Veranstaltungen, in denen der Glaube das Thema ist.

Herrn Kluges Kritik bezieht sich also nur auf einen Teil unserer missionarischen Aktivität. Eine Reihe von Geschwistern haben wir nicht auf religiösen Veranstaltungen sondern in anderen Situationen kennengelernt. Schon Jahre bevor Herr Kluge feststellte: “Eine Mission unter Atheisten ist nicht bekannt” haben wir immer wieder auch mit Atheisten gesprochen. Einige unserer Geschwister waren vor ihrem Christwerden Atheisten.

Wir hatten und haben nie die Absicht, jemanden von einer christlichen Gemeinde abzuwerben. Das wäre das Zerstören des Leibes Christi und unsere Verurteilung:

(1. Korinther 3,17): “Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.”

Wie aber bereits oben (zu “Verhältnis zu anderen Christen”) ausgeführt wurde, sind diese Organisationen nicht Gemeinde, sondern “Welt” (auch nach eigenem Verständnis, da sie ja offensichtlich Ungläubige in ihren Reihen akzeptieren). Auch die religiöse Welt ist “Welt”, in der es zahlreiche Ungläubige gibt. Also ist es eine Konsequenz unseres Auftrages, daß wir die Menschen in dieser religiösen Welt aus unseren missionarischen Tätigkeiten nicht ausklammern.

Wenn Paulus sich in einer Stadt zuerst in die Synagoge begab, um die Söhne Israels anzusprechen, dann auch deshalb, weil er sich dort einen höheren Anteil von offenen Menschen erwarten konnte. So haben auch wir die Hoffnung, in verschiedenen religiösen Gruppen Menschen zu finden, die vielleicht schon Christen sind oder wenigstens schon gewisse Schritte in die richtige Richtung gesetzt haben.

zu “Das einzelne Mitglied”

“Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2 Kor 5,17)

Zu “Das einzelne Mitglied”

“Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat” (2. Timotheus 2,4)

Zu “Die äußere Lebensform”

Es wird uns ein radikaler Lebensstil vorgeworfen. “Radikal” kommt von “Radix”, der Wurzel. Wir wollen nicht nur ein bißchen Christentum spielen, sondern als Christen leben, von Christus her, der unsere Wurzel ist (Kol 2,7).

Wir kennen keine formalisierten Vorschriften zum Tagesablauf. Gewiß verbringen wir so viel Zeit wie möglich gemeinsam, wobei die konkrete Gestaltung der Zeit von den jeweiligen aktuellen Aufgaben abhängt. Es soll jedem ausreichend Möglichkeit gegeben werden, sich mit seinen eigenen Fähigkeiten in das Gemeinschaftsleben einzubringen.

Wir empfangen unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unseren Körper als Geschenk Gottes zu seiner Verherrlichung. Deswegen wollen wir all das nach seinem Willen aus Dankbarkeit nutzen.

Wir betrachten den Körper nicht als “Bruder Esel” (wie Franz von Assisi es tat), den wir einfach ausbeuten sollen, sondern als Tempel des Heiligen Geistes (1. Kor 6,19), in dem wir Gott verherrlichen sollen. Darum soll unser Körper selbstverständlich all seine Bedürfnisse erfüllt haben, sowohl was Schlaf als auch Nahrung betrifft. Da die Bedürfnisse individuell verschieden sind, kann es hier auch keine einheitliche Norm geben. Unser Wunsch, Gott zu dienen, bewahrt uns aber vor einem übermaß an Schlaf, wie wir es auch am Beispiel Jesu (z. B. Lk 6,12) und Pauli (Apg 20,31; 2. Kor 6,5) sehen.

Ganz anders hingegen geht der selig gesprochene Gründer des Opus Dei (konservativ katholische “Erneuerungs”bewegung aus dem 20. Jahrhundert) mit dem Körper um:

“… Genauso du: noch eine Viertelstunde Bußgürtel für die Seelen im Fegefeuer, noch fünf Minuten für deine Eltern, weitere fünf für deine Brüder im Apostolat … Wenn du deine Abtötung auf diese Weise machst, wie wertvoll ist sie dann!” (Josemaria Escrivá, Der Weg, 3. Auflage 1967, Nr. 899

Unser Körper ist uns nicht zur “Abtötung” gegeben, sondern zur Verherrlichung Gottes!

Gerald Kluges Vorwurf der “ungesunden Ernährung” zeigt nur die Schwäche seiner Argumentation. Einerseits weiß er wohl sehr wenig über unsere Eßgewohnheiten, andererseits haben wir keine typisch “christliche” Ernährung. Unsere Ernährung ist so verschieden wie unsere Geschmäcker. Wir treiben keinen Kult mit dem Essen, aber wir haben auch keine Speisegebote oder sonstige Vorschriften für die Ernährung.

“Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird.” (1. Timotheus 4,4)

Wenn Herr Kluge unsere Wohnungen, in denen er noch nie war, als “recht kalt” empfindet, so ist das seine subjektive Meinung. Es stimmt allerdings, daß wir unsere eigentlichen Wohnungen nicht auf dieser Erde haben, sondern bei Gott (Johannes 14,2).

“Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.” (Hebräer 13,14)

Darum streben wir es nicht an, in unseren Wohnräumen möglichst viel Zierrat anzusammeln. Gold, Silber und sonstige Schätze, wie sie in diversen religiösen Bauwerken anzutreffen sind, wird man bei uns vergeblich suchen. “Einfach und praktisch” ist die Devise. Aber es gibt keine Vorschriften (leider muß das immer wieder betont werden, da Herr Kluge hinter allem ein Gesetz sehen will).

Natürlich trennen wir uns von den Dingen, die wir nicht mehr brauchen und auch nicht mehr brauchen werden. Wir sind nicht die Museumswärter unseres alten Lebens.

Man muß wie Pilger wandeln,
frei, bloß und wahrlich leer;
viel sammeln, halten, handeln
macht unsern Gang nur schwer.
Wer will, der trag sich tot;
wir reisen abgeschieden,
mit wenigem zufrieden;
wir brauchen’s nur zur Not.
(G. Tersteegen)

Aber auch in diesem Punkt entscheidet jeder für sich selber, was er als unnötigen Ballast der Vergangenheit abgibt.

Zum Thema “Beruf”:

Wir unterscheiden zwischen unserer Berufung als Christen und dem Beruf, der zum Erwerb der lebensnotwendigen materiellen Mittel dient. Auch Paulus hat sein Geld als Zeltmacher verdient, seine Berufung war aber nur die Verkündigung des Evangeliums.

Im Beruf wollen wir unsere Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen verrichten und lehnen daher auch Verantwortung nicht von vornherein ab. Es ist aber klar, daß die Gebote Gottes auch am Arbeitsplatz gelten und unethisches Verhalten (wie etwa Lügen) am Arbeitsplatz für einen Christen genauso unmöglich ist wie in der Gemeinschaft der Geschwister.

Wir lehnen auch “kirchliche” Arbeitgeber nicht von vornherein ab. Auch andere Arbeitgeber teilen nicht unsere religiösen Anschauungen. Falls bei einem “kirchlichen” Arbeitgeber kein Zwang zu religiösen Handlungen der betreffenden Religionsgemeinschaft vorliegt und die Arbeit in sich nicht unethisch ist, ist eine Tätigkeit bei einem konfessionellen Arbeitgeber kein Problem. Das Problem lag manchmal gerade umgekehrt, nämlich darin, daß katholische Arbeitgeber keine nichtkatholischen Arbeitnehmer wollten.

Wenn eine Schwester in der Befriedigung der Wünsche menschlicher Eitelkeit als Friseuse keine sinnvolle Tätigkeit sah und sich einen anderen Beruf suchte, so war das ihre eigene Entscheidung, die von den anderen Geschwistern selbstverständlich akzeptiert wurde. Es gibt trotzdem kein Verbot, als Friseur zu arbeiten. Leider ist es nicht immer so einfach, eine Arbeit zu finden, die auch einen tieferen Sinn hat. Solange eine Tätigkeit nicht in sich unmoralisch ist, ist sie ein auch für Christen möglicher Beruf.

Auf jeden Fall abzulehnen sind aber Berufe, in denen Menschen direkt geschadet wird, wie etwa durch den Verkauf von Tabak oder Schriften unsittlichen Inhalts. Daß manche Berufe für einen Christen nicht in Frage kommen, war für Menschen früherer Zeiten ganz klar. So schlossen Kirchenordnungen aus dem 2. und 3. Jahrhundert manche Berufe von vornherein von der Zugehörigkeit zur Kirche aus.

Es ist nicht zutreffend, daß ein Christ nur “unterste” Positionen einnehmen dürfe. Auch Leitungspositionen sind von vornherein nicht auszuschließen. Ein Christ ist sich aber immer bewußt, daß der Beruf nie wichtiger sein kann als die Berufung, Jesus nachzufolgen. Dementsprechend hat das Engagement in einem Beruf auch seine Grenzen. Hätte Paulus eine Großproduktion von Zelten initiiert, hätte er vielleicht eine marktbeherrschende Stellung gewonnen. Nur wäre ihm dann für seine Berufung keine Zeit mehr geblieben.

Reaktion

Herr Kluge reagierte auf unsere Stellungnahme mit einem “Kommentar zur Selbstdarstellung der Holic-Gruppe”.

In der zweiten Hälfte dieses Kommentars legt er mit entlarvender Offenheit sein eigentliches Anliegen dar:

Über die längeren Abhandlungen zum Erlösungsverständnis gehe ich hinweg. Es geht hier um die Beschreibung einer Sekte, nicht um die Diskussion theologischer Glaubenspositionen oder verschiedener Bibelauslegung, die – wie es in der Natur der Sache liegt – unterschiedlich sein können.

Im Klartext: Die Theologie ist nicht so wichtig, Hauptsache, man kann einige Leute zu Sektierern abstempeln. Uns hingegen ist die Theologie nicht egal. Die Theologie, das Sprechen von Gott, bestimmt unser Leben. Wir wollen die theologischen Auseinandersetzungen nicht in die Elfenbeintürme akademischer Publikationen verlegen, sondern die Theologie, die Lehre, ist ein Teil unseres Lebens.

Weil wir davon überzeugt sind, daß es nur eine Wahrheit gibt, die Gott in Jesus Christus ein für allemal geoffenbart hat, ist die Beschäftigung damit die Basis unseres Lebens als Christen und die Basis der Gemeinde Jesu Christi, dem “Pfeiler und der Grundfeste der Wahrheit” (1. Tim 3,15) und nicht theologische Belanglosigkeit.

Ein wesentlicher Grund für unsere Distanz zu den verschiedenen “Kirchen” und anderen religiösen Gruppierungen liegt in den diversen unbiblischen Lehren dieser Organisationen. Festhalten an Christus heißt auch Festhalten an seinen Worten und an der Lehre der Apostel.

“Beschreibung” einer Gruppierung bedeutet ganz wesentlich die Beschreibung ihrer Lehre. Wem das nicht wichtig ist, der wird das Wesen einer Gemeinschaft nie verstehen können.

Herr Kluge kritisiert das Fehlen eines Links zu seiner Homepage.

Es stimmt, wir haben keinen Link. Wir beabsichtigen auch nicht, einen einzurichten. Einerseits haben wir unsere Stellungnahme so ins Internet gegeben, daß sie vor allem nur von denen zu finden ist, die auch Herrn Kluges Werk finden. Falls jemand, der Herrn Kluges Werk nicht kennt, zufällig auf unsere Stellungnahme stößt, so wird er das Wesentliche auch ohne die Detailinformationen verstehen. Andererseits hat auch Herr Kluge uns weder von der Erstellung einer “Beschreibung” unserer Gemeinde noch über deren Veröffentlichung im Internet informiert. So haben wir auch nur auf indirektem Weg davon erfahren. Im Internet haben wir die Abhandlung zuerst nicht auf seiner Homepage gefunden, sondern bei einer anderen Institution, die allerdings auch im Oktober 2001 noch eine Version aus dem Jahre 1998 anbietet. Es trifft also auch heute noch zu, daß verschiedene Versionen im Internet abzurufen sind, auch wenn Herr Kluge unsere Behauptung als unwahr abtut. Vielleicht weiß Herr Kluge auch nicht, wo überall seine Werke zu finden sind.

Herr Kluge erweckt den Eindruck, als wollte er immer wieder bei uns Informationen einholen. Es ist zutreffend, daß er im Jahre 2000, als unsere Gegendarstellung langsam im Werden war, einen Dialog eröffnen wollte. Wir sahen eine klare Distanzierung von der Aussage, daß unsere Gemeinschaft “mit Sicherheit in den Bereich der sogenannten Sekten und Psychokulte einzuordnen” sei, als Voraussetzung für das Gespräch. Da Herr Kluge dazu nicht bereit war, gab es auch keinen weiteren Kontakt.

Herr Kluge entgegnet auf unsere zahlreichen Hinweise auf die Vergangenheit diverser “Kirchen”, insbesondere der römisch-katholischen, in denen diese Organisationen im Namen Jesu und des Christentums noch viel schlimmeres getrieben hatten, als er uns fälschlicherweise vorwirft, wie folgt:

Auch meine Kirche hat (wie jede menschliche Institution, die über Jahrhunderte besteht) ihre dunklen Seiten. Für die kann man aber nicht die jetzt lebenden Kirchenmitglieder verantwortlich machen (genausowenig wie die jetzt lebenden Deutschen für die Taten in der langen deutschen Geschichte). Eine Person sollte man nach dem beurteilen, was sie selber tut, und nicht was ihre Vorfahren einmal getan haben.

Außerdem ist es unredlich, die geschichtliche Gestalt einer Gemeinschaft in einer viele Jahrhunderte zurückliegenden Gesellschaft mit der heutigen Gestalt einer anderen Gemeinschaft in der jetzigen Gesellschaft zu vergleichen.

Der Vergleich einer Glaubensgemeinschaft mit einem Volk scheint aufs erste plausibel zu sein, ist in diesem Falle aber völlig unzutreffend. Auch uns ist klar, daß der Durchschnittskatholik des 21. Jahrhunderts genauso wenig für die Verbrechen der Inquisition verantwortlich ist wie ein heutiger Deutscher für die Verbrechen der Nationalsozialisten. Nur hat die römisch-katholische Institution einen Anspruch, den weder das deutsche noch irgendein anderes Volk für sich erhebt, nämlich, daß sie die beständig vom Heiligen Geist geleitete Kirche Jesu Christi sei. Wenn die Inquisition falsch war, dann würde das aber bedeuten, daß der Heilige Geist die Kirche über einen langen Abschnitt ihrer Geschichte hindurch nicht geleitet habe. Es geht ja nicht um die Verbrechen einiger weniger Einzeltäter, sondern um die Überzeugung aller Verantwortlichen über Jahrhunderte hinweg. Die Verbrecher waren ja die unfehlbaren Stellvertreter Jesu Christi. Einer dieser Verbrecher, Pius IX., der sich offiziell gegen Religionsfreiheit ausgesprochen hat, wurde im Jahr 2000 auch selig gesprochen. Dadurch identifiziert sich auch die heutige Kirche mit den Verbrechen der Vergangenheit.

Die Gemeinde Jesu Christi hingegen nennt gut gut und böse böse.

Das wollen auch wir weiterhin tun und unserem Herrn in Wahrheit und Liebe dienen.

Schlussbemerkung

Prüft alles und das Gute behaltet

Wir stellen uns gerne einer Diskussion über die Inhalte unserer Lehre und unsere Lebensführung. Wir freuen uns über jeden, der unsere Lehre auf der Basis der Heiligen Schrift prüfen will und laden auch jeden ein, uns seine Gedanken mitzuteilen. Jede ernst gemeinte Kritik kann uns nur weiterhelfen in der Erkenntnis Gottes, der sein ewiges Wesen in der Menschwerdung seines Sohnes geoffenbart hat, dem zu folgen unser höchstes Ziel ist.

zu “Beliebte Bibelstellen”

Beliebte Bibelstellen in der Argumentation der Gruppe

Interessanterweise schließt Herr Kluge seine “Selbstdarstellungen” mit einer Bibelstellensammlung einer Pastorin ab, die ganz offensichtlich ihre Ansichten nur aus zweiter Hand hat. Es handelt sich daher weder um eine Selbstdarstellung noch um eine Wiedergabe von direkt Gehörtem.

Hier nur ein kurzer Kommentar zu unserer angeblichen Auslegung der angeführten Bibelstellen, die natürlich auch nur eine subjektive Auswahl darstellen:

Zu 1. Johannes 1,5ff: Wir verwechseln uns nicht mit Gott. Wir wissen nur, dass der Wandel im Licht gemeinschaftsstiftend ist. Wir lassen unser Leben von Gott beleuchten und leben in Offenheit zusammen. Wir erfahren seine befreiende Liebe im Sieg über Sünde, was aber noch lange nicht heißt, dass wir vollkommen sind.

Zu Apostelgeschichte 2,37-47: Dazu wurde unter dem Artikel “Das Gemeindebild” schon Stellung genommen. Es geht uns nicht darum, “haargenauso zu leben”, sondern dem Heiligen Geist, der unter den ersten Christen ein intensives Gemeindeleben bewirkt hat, Raum zu geben, ein den heutigen Umständen entsprechendes nicht weniger intensives Gemeindeleben zu bewirken.

Zu Matthäus 9,16-17: Der Gegensatz ist nicht so stark der zwischen Alt und Neu. Wir würden es sehr begrüßen, hätten wir eine Gemeinde gefunden, die schon seit Jahrhunderten dem Willen des Herrn treu geblieben wäre. Der Gegensatz ist zwischen einer formalistischen Frömmigkeit, wie sie sich nicht nur bei den Pharisäern, sondern auch in vielen sich christlich nennenden Gruppierungen findet, und dem Neuen, das mit Jesus begonnen hat: einer lebenden Beziehung zu Gott und den Geschwistern, aus freiem Herzen mit hingebungsvoller Liebe. Dieses Neue läßt sich nicht in die Grenzen des Formalismus pressen. Der neue Wein des Evangeliums Jesu zerreißt die alten formalistischen Schläuche – ob sie nun den Pharisäern oder von Ritualen geprägten “Christen” gehören, ist hier zweitrangig.

Zu Johannes 17: Wir sind davon überzeugt, dass Jesus nicht ins Leere hinein gebetet hat und dass Gott sein Gebet um Einheit unter den Jüngern erfüllt hat und erfüllt. Gott führt die Seinen zur Einheit, auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Hintergründen und Glaubensrichtungen kommen. Er macht uns bereit, falsche Lehren aufzugeben und führt uns so zur Einheit. Das heißt auch bei uns nicht Konfliktfreiheit, wie es das auch bei den ersten Christen leider nicht gab. Mit Gottes Hilfe können wir diese Konflikte aber in brüderlicher Liebe bereinigen.

Rätselhaft bleibt, was die Urheberin dieser Zusammenstellung mit dem “johanneischen Wahrheitsbegriff” gemeint hat. Wir unterscheiden nicht zwischen dem Wahrheitsbegriff des Johannes und anderer Apostel. Die Aussage “Jeder Satz, wie er in der Bibel steht, ist die volle Wahrheit.” paßt eher zu einer fundamentalistisch und/oder pfingstlerisch orientierten Gruppierung als zu unserer Gemeinschaft. Ist mit dem Satz “Typisch ist die auch von anderen Sekten bekannte Meinung, dass sie sich im alleinigen Besitz der ganzen Wahrheit wähnen.” auch die römisch-katholische Organisation gemeint? Auf uns trifft er jedenfalls nicht zu.

Die Jüngerberufungen: Um Jünger zu sein, muß man alles hinter sich lassen. An diesem Anspruch Jesu kommt auch heute niemand vorbei (vgl. Lk 14,26-27). Wie dieses “Hintersichlassen” praktisch ausschaut, hing und hängt sehr stark von den konkreten Erfordernissen der jeweiligen Situation ab. Aber es ist klare Lehre der Schrift, dass sich nur der Jünger Jesu und Christ (Apg 11,26) nennen darf, dem Jesus wichtiger ist als alles andere.

Dass uns die Ablehnung der Trinitätslehre vorgeworfen wird, zeigt nur, wie oberflächlich und unreflektiert die Verfasserin dieser Zusammenstellung vorgegangen ist. Das ist in diesem Punkt sogar Herrn Kluge klar, der die Frau Pastor korrigiert. Wie schon unter dem Punkt “Allgemeine Einschätzung” festgestellt, stimmen wir mit den drei großen Glaubensbekenntnissen der alten Kirche (dem Apostolischen, Nicäno-Konstantinopolischen und dem Athanasischen Glaubensbekenntnis) und damit auch mit der Trinitätslehre überein.

Zu 5. Mose 13,1-12: Da Warnungen vor dem Abfall sich, wie im Artikel: “Einschätzung” Absatz j) erwähnt, bei allen Autoren des NT finden, ist die Argumentation aus dem AT weniger bedeutsam. Wer meint, dass man nicht von Gott abfallen könne, hat die Lehre der Bibel weit hinter sich gelassen und nimmt weder Jesus noch die Apostel ernst.

Zu Hesekiel 3,18-21: Diese Stelle weist zuerst einmal auf die besondere Sendung des Propheten Ezechiel hin. Im weiteren Sinn, können wir daraus aber auch erkennen, dass unsere Erkenntnis uns zur Verantwortung drängt – nicht nur für “bereits christlich sozialisierte Jugendliche”, sondern für alle. Siehe auch zu “Werbung”

Zu Matthäus 10,14: Wir stimmen mit Herrn Kluge darin überein, dass es sich um eine konkrete Anweisung Jesu für die Missionswanderung der von ihm ausgesandten Apostel handelt. Aber Jesus hat sich auch bei seinen Anweisungen an die Jünger etwas gedacht. Der dieser Anweisung zugrunde liegende Grundsatz der Trennung von Menschen, die das Wort Jesu zurückweisen, hat bleibende Bedeutung und wurde auch von Paulus in einer späteren Situation (Apg 13,51) befolgt und in 2. Kor 6,14ff auch sinngemäß gelehrt.

Für eine Pastorin mag es erstaunlich sein, dass eine offensichtlich wiederverheiratete Geschiedene eine Ehebrecherin ist (Mk 10,11-12 ist wohl nicht so ernst zu nehmen), für einen katholischen Priester wie Herrn Kluge müßte aber wenigstens dieser Punkt noch klar sein.

Zu Matthäus 10,34-38: Die Worte Jesu sind klar. Leider mußten Geschwister immer wieder die traurige Erfahrung machen, dass engste Angehörige mit Gewalt gegen sie vorgegangen sind. Diese Art von Trennung ist eine Folge der Ablehnung des Evangeliums, die für keinen angenehm ist, aber leider immer wieder Realität.

Zu Lukas 9.62: Der zitierten Erklärung können wir zustimmen. Wer Jesus folgt, richtet seinen Blick nach vorne und nicht nach hinten.

Zu Matthäus 7,1-6 wurde schon unter ( “Umgang mit der Bibel”, Absatz c) Stellung genommen. Vers 6 hat nichts mit Arkandisziplin zu tun, wie Herr Kluge vermutet, sondern weist nur auf die große Verantwortung hin, das Wort Gottes, das grundsätzlich jedem zugänglich ist, nicht der Lächerlichkeit und der Verachtung durch solche, die es ablehnen, preiszugeben.

Zu Matthäus 15,15-20: Diese Stelle für die “unbedingt nötige Reinhaltung der Gemeinde von Sündern” anzuführen, ist in der Tat abenteuerlich. Falls tatsächlich einmal jemand von uns so argumentiert haben sollte, hat er leider vom Sinn dieser Stelle nicht viel verstanden. Viel wahrscheinlicher ist diese Deutung aber Produkt der Phantasie der Pastorin (siehe auch unsere angebliche Ablehnung der Trinitätslehre!)

Zu Matthäus 7,13-14: Wir geben Herrn Kluge Recht, dass die Größe einer Gruppe nichts über ihre Qualität und ihren Wahrheitsgehalt aussagt. Jedem Leser dieser Stellungnahme wird wohl auch klar sein, dass wir nicht damit argumentieren. In Mt 7,13-14 weist Jesus darauf hin, dass der Weg der Menschen, die nicht auf Gott hören – leider sind das üblicherweise die meisten – ins Verderben führt.

Zu 1. Korinther 5: Siehe unsere Stellungnahme unter “Das Gemeindebild” Punkt e “Keine Sünder in der Gemeinde”. Interessant wäre, einmal Herrn Kluges Erklärung dieser Stelle kennenzulernen. Vor allem auch, wie setzt seine “Kirche” das in die Praxis um – oder auch die “Kirche” der Autorin dieser Zusammenstellung?

Zu 1. Korinther 2,15-16: Hat Paulus hier “ein gewisses Elitebewußtsein gezüchtet” und wollte er “eine gewisse Immunisierung gegen kritische Argumente von außen” erreichen? Auf dem Boden der Heiligen Schrift ist es objektiv prüfbar, ob jemand mit seinem Leben dem Geist Gottes entspricht. Wer sich aber um Gottes Wort nicht kümmert, kann einen Christen nicht beurteilen.

Zu Hebräer 5,14: Da man “geübte Sinne eben nur durch steten Gebrauch” bekommt, laden wir alle Leser dieser Stellungnahme ein, ihre Sinne zu gebrauchen, sich mit dem Neuen Testament auseinanderzusetzen und auch unsere Lehre und unser Leben an diesem Maßstab zu messen.

zu “Selbstdarstellungen”

“Entgegnung der Holic-Gruppe auf diese Internet-Seiten”

Eigenartigerweise bringt Herr Kluge seinen Kommentar zu unserer Stellungnahme unter “Selbstdarstellungen”. Eine erste Reaktion zu diesem Kommentar ist nach der Schlussbemerkung zu finden.

Zum “Brief eines 22-jährigen Mitglieds an seine Eltern (1990)”

Unter diesem Titel veröffentlichte Herr Kluge zwei Briefe eines deutschen Bruders an seine Eltern, die einigermaßen vollständig wiedergegeben werden. Die Veröffentlichung dieser Texte erfolgte, ohne den Autor um Einverständnis zu bitten. Durch die unrichtige Absenderangabe (Ungarn) erscheint vor allem einer der letzten Absätze des ersten Briefes in einem völlig falschen Licht. Ein falsch informierter Leser gewinnt den Eindruck, dass der Bruder in der Gemeinschaft bestimmten Fastenvorschriften unterworfen ist, weil er ja bis 11 Uhr nichts essen darf. In Wirklichkeit schrieb der Bruder diesen Brief im Krankenhaus nahe seines Heimatortes in Deutschland. Da die Eltern des Betreffenden in der Folgezeit sehr engen Kontakt zu Herrn Kluge hatten, kann es sich hierbei nur um einen bewussten Eingriff zum Zwecke der Irreführung handeln, was man wiederum scheinheiligerweise mit dem Hinweis “Daten und Namen geändert” rechtfertigen kann.

Ermahnung und Liebe (2000)

Es handelt sich hier um eine “private” Zusammenstellung eines Bruders. Trotzdem: Bitte lesen und ernst nehmen!

Tagesablauf eines internationalen Treffens (Ende der 90er Jahre)

Jeder von uns hat nur sehr selten die Gelegenheit, manche, weiter entfernt lebende Geschwister zu treffen. Wir wollen daher auch die Zeit mit diesen Geschwistern besonders intensiv nützen. Manche Geschwister kommen daher bei solchen Gelegenheiten sicher weniger zum Schlafen als in ihrem alltäglichen Leben. Der von Herrn Kluge veröffentlichte Stundenplan ist aber trotzdem falsch und würde auch im größeren Rahmen nie funktionieren. Gerade bei den größeren internationalen Treffen ist uns der persönliche Austausch sehr wichtig und es liegt sehr viel an jedem einzelnen, was er mit seiner Zeit macht.

Themen bei den internationalen Treffen (Ende der 90er Jahre)

Wie immer Herr Kluge zu dieser Liste auch gekommen sein mag, sie zeigt auf jeden Fall, dass es uns nicht um irgendeine Indoktrinierung von oben geht, sondern um das gemeinsame Gespräch über Fragen des Glaubens und der Bibel, die nicht “von oben” vorgegeben werden, sondern von verschiedensten Geschwistern vorgeschlagen wurden. Die Gemeinde lebt von der Aktivität aller. Die weit gestreuten Fragestellungen widerlegen wohl das angebliche fehlende Interesse an theologischen Diskussionen. Es stehen auch nicht die Fehler der “Kirchen” im Mittelpunkt, sondern das Bemühen um ein tieferes Verständnis der Bibel. Falls einer der Leser zu einem dieser Themen einen Beitrag leisten will, freuen wir uns darüber.

Längerer Brief an Aussteiger

Erfreulicherweise hat Herr Kluge, nachdem er anfänglich nur selektiv zitiert hat, nun doch den ganzen Brief veröffentlicht – um eine entsprechende Erlaubnis hat er uns freilich nicht gefragt. Leider sind dem Abschreiber einige Fehler passiert, nicht nur Tippfehler, sondern auch mindestens ein sinnstörender Fehler, wenn es heißt, dass der Glaube “konkrete irrationale Inhalte” hat. Es kann natürlich nur um rational erkennbare Inhalte gehen.

Wer diesen Brief liest, soll sich die Mühe machen, alles zu lesen, nicht nur die hervorgehobenen Stellen. Der Brief ist eine Antwort auf einen anderen Brief. Die Fragestellungen dieses Briefes lassen sich aber aus dem Inhalt eruieren. Wir empfehlen den Lesern auch, sich die zitierten Bibelstellen im Kontext anzuschauen und den Brief auf der Grundlage dieser Stellen zu beurteilen.

Die gewiss harten Ermahnungen des Briefes bilden eine unzertrennliche Einheit mit den im Brief angesprochenen Lehrfragen und auch mit einer sehr konkreten Lebenssituation, da wir nicht gleichgültig zuschauen wollten, wie uns lieb gewordene Menschen den Weg der Nachfolge Jesu wieder verlassen.

Nach Herrn Kluges Beurteilung müsste man wohl auch Barnabas, dem Schreiber des Hebräerbriefes Psychoterror vorwerfen. Man zitiere nur einige Stellen wie Hebr 2,3a; 3,7-19; 4,12-13; 6,4-8; 10,25-31; 12,12-17; 12,29; 13,17 und vernachlässige den Rest des Briefes. Sind diese ständigen Drohungen mit dem Abfall nicht Angst einflößend? Barnabas, der “Sohn des Trostes” (Apg 4,36), wusste, dass in der Situation, in der der Gemeinde eine große Gefahr drohte, auch harte Worte angebracht waren. Denn gerade dadurch konnte er die Brüder, die schon am Rande des Christentums waren, noch aufrütteln und ihr Leben retten.

In ähnlicher Weise hat Jesus in Mt 23 härteste Worte verwendet, um doch noch einige der verstockten Pharisäer aufzurütteln. Vielleicht haben manche das, in heutiger Terminologie ausgedrückt, auch als psychischen Druck empfunden. Wir wissen, dass es aus Liebe war.

Wenn Paulus den “unverständigen Galatern” (Gal 3,1) schrieb, hat er sie wohl auch unter Druck gesetzt?

Dem aufmerksamen Leser wird auch auffallen, dass ein großer Teil der von Herrn Kluge hervorgehobenen Stellen entweder direkt die Bibel zitiert oder Bibelstellen auf die konkrete Situation anwendet. Wir wollen auch in unserer Ermahnung den Boden der Heiligen Schrift nicht verlassen.

zu “Erlebnisberichte”

“Und einige wurden überzeugt von dem, was gesagt wurde, andere aber glaubten nicht.”(Apg 28,24)

Zur “Illustration” fügte Herr Kluge noch einige “Erlebnisberichte” und “Selbstdarstellungen” als Anhang an seine Abhandlung. Auch zu diesen Texten wollen wir wenigstens auszugweise Stellung beziehen und diese mit weiteren Erfahrungsberichten ergänzen.

Zum “Bericht einer Freundin über die Sektenmitgliedschaft von Beate”

Dazu “Beates” Stellungnahme:

Ich möchte vorwegnehmen, dass ich eigentlich nie vorhatte, meine Gedanken und Erfahrungen, die ich hatte, bevor und als ich die Gemeinde kennenlernte, zu veröffentlichen. Da aber die “Tagebuchaufzeichnungen” meiner früheren Freundin ein sehr verzerrtes Bild über mich und damit über uns als Gemeinde wiedergeben, möchte ich diese eigene Darstellung schreiben. So hoffe ich, Menschen, die mich ja nicht kennen, durch Erklärung einiger Zusammenhänge und Hintergründe zu helfen, die vorwiegend sehr einseitige Darstellung meiner früheren Freundin zu durchschauen .Dabei wäre es aber zuviel, auf alle Details ihres ” Berichtes” einzugehen, da verschiedene meiner Aussagen auch auf früheren gemeinsamen Gesprächen und Erfahrungen mit ihr aufbauen, deren Wiedergabe diesen Rahmen sprengen würden.

Es gibt ein Lied des Liedermachers Manfred Siebald, in dem es heißt: ” Mich locken viele Sterne an meinem Horizont, sie weisen in die Ferne, und jeder sagt mir, dass sein Weg sich lohnt…” und am Ende: ” Mein ganzes Leben soll Dein Haus sein,Vater, Dein Haus, das Du für Dich nach Deinen Plänen baust…” Diese zwei Strophen spiegeln für mich die befreiende Veränderung aus, die mein Leben durch das Kennenlernen der Gemeinde erfuhr.
Meine frühere Freundin schreibt, dass ich oft anderen Fragen stellte. Und so viele verschiedene Menschen ich nach dem Sinn und Ziel im Leben fragte, so viele verschiedene Ziele wurden mir als wertvoll dargestellt – v.a. das Gutsein in der Schule und das Spielen von Instrumenten – und so wurde ich immer perfektionistischer darin, plante meinen Tag bis auf die Minute durch, um möglichst viel von dem zu tun, was mir andere rieten . Jedoch merke ich, dass diese Dinge, auch wenn in sich nicht schlecht, keinen bleibenden Sinn geben können. Und so weinte ich gerade in den im “Bericht” erwähnten Monaten Januar / Februar fast täglich, nahm über 10 kg ab – d.h. also, BEVOR ich die Gemeinde kennenlernte!

Das Resultat schienen viele aber erst wahrzunehmen, als ich schon in der Gemeinde war…

Oft lag ich nachts lange wach und grübelte nach. Das Vertrauen zu Gott war sehr tief in mir – ich wußte, dass nur er mir helfen kann und kein Psychologe, zu dem meine Mutter mich schon fast schicken wollte. Und so flehte ich zu Gott, dass ER mir den Weg zeige.

Ich fuhr schon seit einigen Jahren in allen Ferien zu Rüstzeiten (in der Evangelischen Organisation 3 oder mehr Tage, in denen man zusammen wohnt und meist auch jeden Tag einige Zeit über ein biblisches Thema spricht) und war sehr dankbar für diese tägliche Beschäftigung mit dem Glauben. In der letzten Zeit ging ich dann jede Woche in 2-3 verschiedene Junge Gemeinden und wünschte mir sehr tägliche Gemeinschaft mit Christen, dachte auch zunächst, das mit den Menschen realisieren zu können, die ich kannte… aber ohne eine Veränderung der Prioritäten bei mir und meinen Freunden kam da nichts zustande. Ich las praktisch kaum in der Bibel, nur die evangelischen Losungen (ein Heft mit einem Vers des Alten, einem des Neuen Testaments und ein kurzes Gebet / ein kurzer Gedanke dazu), in denen ich zwar von Gott als Trost und Zuflucht las, aber nichts von der Basis: umzukehren, sich selbst zu verleugnen, ein neuer Mensch zu werden und Jesus nachzufolgen. So erwartete ich auch gar nicht, dass das Lesen der Bibel selbst mein Leben oder das meiner Umwelt in Frage stellen würde.
Als ich dann die Gemeinde kennenlernte, habe ich erst begonnen, wirklich die Evangelien und Briefe (später auch das Alte Testament) als das zu lesen, was sie sind – nämlich Bücher bzw. Briefe, die eine Einheit bilden und deren Inhalt, Ziel und Hintergründe man erst versteht, wenn man sie als Ganzes liest und alles daransetzt, auch alles zu tun, damit es im eigenen Leben Realität ist und wenn man sich selbst und auch die, mit denen man den Glauben teilen will, ehrlich beurteilt.

Mein Leben hat sich dadurch sicher vollkommen verändert, ich habe vieles zurückgestellt, manches Sinnlose aufgegeben, um dann meine Gaben neu für Gott und zu Seiner Ehre sowie zur wirklichen Hilfe für andere einzusetzen – wie das, denke ich, bei jedem ist, der den Ruf Jesu, seine Erlösung annimmt. Und ich sah sehr schnell, dass ich die gottgewollte Gemeinschaft, in die Jesus jeden Menschen rief, in der Gemeinde in täglicher Bruderliebe fand und selbst leben konnte, um dann auch andere dazu einzuladen.

All das wollte ich nun auch den Menschen erzählen, erklären und zeigen, die mir äußerlich und innerlich nahestanden. Das war allerdings oft nicht so leicht. Ich lebte weiterhin bei meinen Eltern, die dann Gespräche mit unserem Pfarrer und verschiedenen Verwandten in die Wege leiteten – durch die ich (wie auch in Gesprächen mit verschiedensten Freunden) plötzlich mit sehr vielen verschiedenen Verständnissen über Jesus und die Bibel konfrontiert wurde. Eine verwandte Pfarrerin versicherte mir nachdrücklich, dass doch alle Menschen letztlich zu Gott kämen, andere meinten, es sei egal, an welche Religion man glaube oder sie betrachteten Gott gar nicht als Person und Schöpfer, eine schrieb mir, dass sie nur glaube, was Jesus sagte – Paulus sei ja ein Frauenfeind gewesen und habe überhaupt sehr fragliche Ansichten gehabt, von anderen erfuhr ich erst da, was alles ihre freie Zeit ausfüllte – wie z. B. wöchentliche Diskobesuche der Schreiberin des “Berichtes”, obwohl ich vorher dachte, sie habe eben nicht mehr Zeit z. B. zum gemeinsamen Bibellesen…

Oft hat mich das sehr verunsichert, ich dachte, dass ich das nicht alles widerlegen kann – aber habe doch gleichzeitig fest daran geglaubt, was ich lesen konnte – dass Jesus der EINE Weg, die EINE Wahrheit, das EINE Leben ist (Joh.14/7). Ich versuchte dann, möglichst wenig mit meiner Meinung zu argumentieren, sondern dachte, wenn ich viel vorlese oder zitiere von den Worten Jesu / aus den Briefen, müßten sie das doch auch verstehen. Auch dachte ich, zu verstehen, dass es eine weitverbreitete Furcht vor Sekten gab – deshalb sah ich das konkrete Lesen der Bibel und das Einladen zur Gemeinde als eine gute Möglichkeit, dass andere prüfen und sehen können, dass dies keine Sekte ist.

Ich war sehr enttäuscht, als viele das ablehnten und nur wenige bereit waren, überhaupt die Bibel zur Hand zu nehmen. und habe das dann leider anfänglich zu wenig akzeptiert, hörte in verschiedenen Situationen zu wenig zu oder war zu hart. Ich dachte, ich müsse mich schützen, da ich sah, dass ich mich vorher sehr abhängig gemacht hatte von den verschiedenen Meinungen meiner Verwandten und Freunde.
Gerade aber durchs Gebet und dass ich mit anderen in der Gemeinde auch über falsches Verhalten bei mir reden konnte, sowie auch durch ihr gutes Vorbild konnte ich mehr und mehr lernen, anderen Menschen mehr Freiheit zu lassen, mich auf sie einzustellen und die Wahrheit in Liebe zu sagen (Epheser 4,15). Wie meine frühere Freundin auch schrieb, habe ich mich bemüht, mich dann für falsches Verhalten, welches mir auch leid tat, zu entschuldigen. Allerdings wurde dann meine Zurückhaltung, weil ich andere nicht unter Druck setzen wollte, andererseits aber nicht mehr über viele belanglose Themen reden wollte, auch wieder negativ interpretiert…
Mir hat damals niemand ausgedrückt, ich hätte große Pupillen – was meines Erachtens eine Anspielung sein sollte, ich stände unter Einfluß von Drogen. Wenn meine Interpretation richtig ist, so ist dies eine sehr unfaire Verleumdung, der wohl niemand zustimmen könnte, der uns und unsere Einstellung auch nur etwas näher kennengelernt hat. Viele waren nur aufgrund meines körperlichen Zustandes plötzlich sehr besorgt, wobei ich in der Gemeinde keinen Grund mehr hatte, mich aufs Abnehmen zu konzentrieren und ich vom ersten tieferen Kontakt mit der Gemeinde an wieder gut und tief schlafen konnte…!

Entgegen mancherlei Befürchtungen habe ich auch mein Abitur gut abgeschlossen und hätte auch studieren können. Da ich aber noch nie einen Studienwunsch hatte, machte ich eine Ausbildung und habe jetzt eine gute Arbeit, in der ich auch mit vielen Nichtchristen in gegenseitiger Achtung zusammenarbeiten kann.
Noch heute danke ich Gott oft, dass er meinen Weg zusammengeführt hat mit meinen Geschwistern im Glauben.

Zum “Bericht eines ehemaligen Mitgliedes der Gruppe (1989)” – Aus der Sicht eines anderen Gemeindegliedes aus dieser Zeit

Beim Kirchentag in Leipzig im Juli 1989 lernte ich die Gemeinde kennen. Zum damaligen Zeitpunkt waren in Deutschland (damals DDR) nur ein Mädchen (“das ehemalige Gruppenmitglied”) und zwei Österreicher. Ich freute mich sehr an der täglichen und verbindlichen Gemeinschaft mit ihnen, wonach ich mich schon lange sehnte, aber bisher nicht gefunden hatte.

Deshalb fuhr ich so schnell wie möglich nach Hause, um meiner Familie und meinen Freunden von den neuen Erfahrungen zu erzählen. Leider wurde ich enttäuscht. Sie wollten dieses konsequente Christsein nicht.

Mir war es sehr ernst Jesu Nachfolge gemeinsam zu leben. Ich ging früher davon aus, dass meine Familie die gleiche Sehnsucht nach der Wahrheit und dem Gemeindeleben hatten wie ich, nur dass sie nicht wussten, wie es praktizierbar sei. Es stellte sich heraus, dass es nicht so war. Leider waren sie nicht bereit, sich ihre Sünde – die jahrelange Gleichgültigkeit und Anpassung an die weitverbreitete sogenannte Frömmigkeit der kirchlichen Tradition – einzugestehen. Weder wünschten noch glaubten sie, dass ein Gemeindeleben in geschwisterlicher Beziehung möglich sei. Aus diesem Grund beurteilten sie sich selbst und andere sogenannten Christen nicht.

Deshalb trennte ich mich sehr schnell von ihnen. Ohne diese klare Grenze wäre für keinen deutlich geworden, was Nachfolge Jesu und Gemeinde bedeutet.

Auch ich wünschte mit denen, die mir lieb geworden waren, weiterhin zusammen zu sein . Doch die Ursache der Trennung lag bei ihnen. Sie wollten nicht die Konsequenzen aus Gottes Wort in ihrem Leben umsetzen. Das trennte uns im Denken, Leben und Glauben. Ich wollte sie darin respektieren, jedoch auch meine Freiheit nicht rauben lassen.

Wir sprachen mit vielen Menschen, aber keiner von denen wollte so leben, stattdessen lehnten sie uns als “Sektierer” wegen unseres Kirchenaustritts ab, als wäre die evangelische Organisation die Grundfeste der Wahrheit.

Diesem Druck waren meine Freundin und ich nicht gewachsen. Aus Feigheit und Angst vor der ständigen Ablehnung wichen wir vom Anspruch Jesu ab. So akzeptierten wir die Unterscheidung von Kirche als Organisation und unsichtbarer Gemeinde, obwohl wir wussten, dass Kirche nur aus Christen besteht. Auch akzeptierten wir die Lauheit der sogenannten Christen als Schwachheit, wohlwissend, dass viele zur Änderung gar nicht bereit sind. Wir wollten es nicht wahr haben, dass es so wenige Christen gibt, noch wollten wir als stolze Pharisäer gesehen werden, obwohl wir keinem Menschen die Chance der Erlösung absprachen. Wir wollten einfach die Spannungen zwischen unseren religiösen Verwandten, Bekannten und uns nicht tragen. Das machten wir uns jedoch damals nicht bewusst, sondern wir meinten, mit diesem Anspruch zu hart zu sein.

Der Brief und das Gespräch mit den Geschwistern haben mir geholfen, mein Denken und Handeln vor Gott zu sehen und zu beurteilen. Wie selbst meine Freundin schreibt, haben sie keinen Druck auf uns ausgeübt, da ihnen sowieso nichts an Mitläufern liegt, sondern haben immer klar und offen gesprochen bzw. geschrieben. Ich wollte wieder, so wie am Anfang, gemeinsam mit ihnen in der Nachfolge Jesu leben, meine Freundin aber meinte, unter den Großkirchen Einheit schaffen zu können.

Bezüglich des Anhanges von Katrin Müller

Sie schreibt, dass durch das Bewusstwerden der Konsequenz des Abfalls starke innere Kämpfe folgen. Die meisten würden diese Phase mit einem Bekenntnis zur Gemeinde beenden. Dies würde die Person an die Gemeinde binden und die eigene Persönlichkeit verlieren lassen.

Die Lehre des Abfall hat sich keiner von uns ausgedacht, sondern sie ist eine nachweisliche Tatsache, die in der Bibel ausdrücklich dargelegt wird. Die Konsequenz des Abfalls ist ebenso erschütternd wie die Konsequenz, nicht an Gott zu glauben. Es ist einfach nicht richtig, daraus eine Absicht abzuleiten, dass wir mit dieser Lehre Menschen an uns binden wollten. Die eigene Persönlichkeit leidet erst, wenn man tut, wovon man doch irgendwie weiß, dass es falsch ist. Die inneren Kämpfe meiner Freundin wären nicht mit einem Bekenntnis zur Gemeinde beendet worden, sondern nur in einer klaren Entscheidung für Jesus.

Eine formale Gemeindezugehörigkeit ist kein Garant für den Himmel, sowie ein Bekenntnis ohne Einsicht keine Freiheit in der Vergebung und auch keinen Frieden zur Folge hätte.

Durch die Entscheidung gegen die Gemeinde (also für ein laues Christentum) entsteht natürlich ein starker innerer Konflikt, der nicht wirklich gelöst werden kann. Durch die Entscheidung, nämlich Jesus zu verraten, ist auch Judas am Leben verzweifelt.

Weitere Stellungnahme zum Bericht:

In dem Bericht eines ehemaligen Gemeindemitgliedes der Gruppe 1989 wird erwähnt, dass “es Belege gäbe, dass wir den Selbstmord eines Menschen in dieser Phase (gemeint: der inneren Anfechtung nicht ganz zur Gruppe gehören zu wollen) in Kauf nehmen würden.”

Zitat: “Es ist besser, dass er sterbe, als dass er abfalle. An dieser Stelle zeigt sich die ganze Unbarmherzigkeit dieser Sekte”.

Unsere Gemeinschaft hat Selbstmord immer schärfstens abgelehnt, deswegen kann ich Selbstmord nicht gemeint haben. Es wäre somit ein innerer Widerspruch aus diesem Zitat zu entnehmen, dass wir den Selbstmord für möglich halten.

Den Vorwurf der Unbarmherzigkeit, der uns gemacht wird, solle man an Jesus weiterleiten. Ist Jesus unbarmherzig, wenn er bedingungslose Nachfolge fordert?

Ist Jesus unbarmherzig, wenn Menschen ihm nicht wirklich nachfolgen wollen und dadurch in große Gewissenskonflikte und Krisen kommen? Ist Jesus schuld, wenn Judas, nachdem er Jesus verraten hatte, den Selbstmord wählte und sich aufhing?

Der Satz “Es sei besser zu sterben als abzufallen” ist in einem bestimmten Zusammenhang, den man nicht außer Acht lassen kann, richtig. Z. B. ist es in einer Verfolgungssituation richtig den Glauben nicht zu verleugnen, auch wenn es das Leben kostet. Gottes Gnade zu verlieren, ewig in der Hölle zu sein, ist das Schrecklichste, was man erleben kann. Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Wir haben nicht das Recht uns das Leben zu nehmen.

Zum “Bericht eines ehemaligen Mitgliedes der Gruppe (2000)”

Vorab möchten wir anmerken, dass es uns rätselhaft ist, wie man bei einem neunmaligen Kontakt von “Mitgliedschaft” sprechen kann, wobei wir ohnehin oben (zu “Werbung”) erklärt haben, dass es beim Christsein nie um Mitgliedschaft geht.

Der Bericht besteht im wesentlichen aus der Beschreibung äußerer Begebenheiten, ohne wirklich Inhalte der “intensiven und gehaltvollen Gespräche” wiederzugeben. Dabei sind es gerade die Inhalte der Gespräche, an denen man den Wahrheitsgehalt der Gedanken und des daraus folgenden Lebens prüfen kann. Wir wissen, dass Emotionen nicht die Basis sind, auf der man sein Leben aufbauen kann. Deshalb bemühen wir uns auch um inhaltsvolle, nachvollziehbare Gespräche, in denen wir uns auf den Anderen einstellen, was H. als “auf ihn zugeschnittene Gespräche” bezeichnet. Was aber ist daran ungewöhnlich?

Bezüglich der Inhalte waren wir oft in Übereinstimmung bis zu dem Wochenende, als er durch Gespräche mit “unabhängigen Vertrauenspersonen” zu neuer – bzw. wohl eher alter – Perspektive kam. Zumindest die Gespräche mit seinem Vater repräsentieren allerdings wahrlich keine unabhängige Position, da dieser schon allein in seinem Amt als Pastor die biblische brüderliche Gemeindestruktur nicht vertreten kann.

Auch im letzten Gespräch hat H. nicht versucht, anhand der Worte Jesu zu erklären, worin nach seinem Verständnis die Nachfolge Jesu besteht. Vielmehr hat er deutlich ausgedrückt, dass er jetzt nicht bereit ist, nach Gottes Willen zu leben.

Wie er selbst schreibt, löst Verbindlichkeit bei ihm Unbehagen aus, da er eher individualistisch / unabhängig eingestellt ist und sich nicht gern festlegt. Diese Haltung steht der verbindlichen Liebe und Hingabe an Gott und die Brüder entgegen, die uns Jesus vorgelebt hat und zu welcher er uns befähigt.

“Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben…” (1. Johannes 3,16)

Zu den “Erfahrungen einer sächsischen Pfarrfamilie mit Angehörigen der Holic-Gruppe”

“Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt: erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Schlechtigkeit,…List und Tücke; Ohrenbläser, Verleumder,… Erfinder böser Dinge.(Römer 1,28-30)

Für einen objektiven Leser ist es nicht schwer, die inneren Widersprüche und damit die Verzerrung der Darstellung, die Auflistung von Vermutungen, die zu Verleumdungen werden, zu erkennen und damit auch den Schreiber und dessen Motive zu beurteilen.

Wie immer wieder von uns klar dargestellt, lehnen wir jede Bezeichnung für uns – jeden Namen ab und würden uns auch nie als die wahren Gläubigen vorstellen.

Es ist falsch und damit eine Lüge, dass wir vom Landeskirchenamt Redeverbot bekommen hätten. Selbst wenn es im Einzelnen mit Pfarrern und Leitern zu Diskussionen über Bibelverständnis und deren praktische Umsetzung kam, wurden wir doch bei der letztendlichen Erklärung unseres Austrittes sehr darum gebeten, unsere Entscheidung zu überdenken, da unsere Anwesenheit immer zum Überdenken und Neuorientieren angeregt hätten und diese Stimulierung mit unserem Weggehen ausbleiben würde. Wir wurden sogar noch brieflich eingeladen, trotz der Austrittserklärung, an den Veranstaltungen weiterhin teil zu nehmen.

Die Verleumdungsschrift vom Herrn Pfarrer soll den Eindruck erwecken, dass seine wehrlose Frau immer wieder von uns besucht und mit unseren Argumenten überschüttet wurde, obwohl sie diese als abstrus zurückgewiesen und sich klar davon distanziert habe.

Welchen Grund für Gespräche hätte es dann wirklich gegeben!?

Es ist vielmehr so, dass gerade sie uns gegenüber ausdrückte, dass sie unter dem Zustand, in dem sie lebte, litt! Sie sah deutlich, dass sie ihre frühere Freiheit verloren und dem Zwang, der sogenannten Gemeinde entsprechen zu müssen, unterlag. Sie wurde beobachtet in allem, was sie tat. Die Beurteilung der Leute über ihr Verhalten konnte sie dann auf der Strasse hören. Wenn sie sich nicht den Erwartungen entsprechend verhielt, wurde oder wurden sie als Pastorenehepaar nicht in der “Gemeinde” akzeptiert.

Außerdem klagte sie, dass sie beide völlig überarbeitet seien und es unzumutbar wäre, was man von Pastoren erwartete (Krankenbesuche, sonntags an unterschiedlichen Plätzen predigen, Berechnung der Kirchensteuer, Leitung von Bautätigkeiten, Organisieren von Festen…).

Wir konnten das gut verstehen und drückten ihr auch deutlich aus, dass der Grund für dieses überarbeitet sein darin liegt, dass diese gewählte Struktur nicht der biblischen Gemeindestruktur entspricht und dadurch dieses Missverhältnis zustande kam.

Das Gespräch war gut, wir verabschiedeten uns voneinander und sie drückte ihren Dank für unsere Gedanken aus. Wir versprachen, sobald es möglich ist, wieder zu kommen.

Dass unser Besuch nicht nur Freude ihrerseits, sondern auch starke Ablehnung seinerseits hervorrief, kann man sich natürlich vorstellen. Deshalb versuchte er auch mit aller Kraft einen nächsten Besuch zu verhindern.

Der Fakt, dass sie uns nicht klar ausdrücken wollte, keinen Kontakt mehr mit uns haben zu wollen, kann man auch so deuten, dass ihre Entscheidung keineswegs fest stand, da sie sonst auf das Bitten, sich darüber zu äußern, hätte eingehen können.

Sie sah selbst, dass das Leben, das sie lebte, nicht der biblischen Wahrheit entsprach, aber sie nicht den Mut hatte, gegen ihren aufgebrachten Mann klar Stellung zu beziehen.

Will man seinen Lesern das Bild von einer Sekte suggerieren, dann dürfen einige Aspekte nicht fehlen. Gibt es dafür keine Fakten, so spezialisiert man sich eben auf Vermutungen und Verleumdungen.

“Ich vermutete den Einfluss von Alkohol oder Rauschgift. Vielleicht lag jetzt eine Art religiöser Wahn, eine geistige Umnachtung oder einfach ein krankhafter Befund vor? Da wir drei kleine Kinder haben, entschlossen wir uns, uns auf keinerlei Diskussionen einzulassen… wir trauten ihnen inzwischen auch Kidnapping und Erpressung zu. “

Der Herr Pfarrer schreckt auch nicht zurück, direkte Lügengeschichten zu erfinden, um seine Darstellung spannender werden zu lassen. So hat es nie am Montag einen Anruf mit einer Besuchsankündigung gegeben, da wir, wie er auch schon vorher treffend bemerkte, gewöhnlichen Arbeiten nachgehen. Deshalb blieb auch der vermeintliche Besuch aus.

Auch Nachbarn, die wir am Telephon tyrannisiert hätten, sind reine Hirngespinnste.

Jesus sagt, dass jeder, der aus der Wahrheit ist, seine Stimme hört (Joh18,37b). In diesem Vertrauen, dass jeder die Wahrheit erkennen und tun kann, rufen wir Menschen in die Nachfolge Christi. Deshalb möchten wir an dieser Stelle deutlich zum Ausdruck bringen, dass es uns ein großes Anliegen ist, jedem diese Freiheit zur Entscheidung zu lassen. Andererseits möchten wir uns auch dafür einsetzen, dass niemand daran gehindert wird, seine Glaubenshaltung frei äußern zu können.

Zum “Brief der Österreichischen Studentenmission an Gottfried Holic (1980)”

Den Hintergrund dieses Briefes bildete die Tatsache, dass Gottfried die sektiererisch-fundamentalistische Einstellung der “Gemeinde Tulpengasse” und der damals von ihr kontrollierten “ÖSM” nicht teilte und andere darauf aufmerksam machte, dass für diese Gruppierungen Lehren wie Schöpfung in 6 Tagen, ein 6000 Jahre junges Universum, globale Sintflut, Erwartung der baldigen Wiederkunft Jesu, Verdammnis aller, die nie etwas von Jesus gehört haben (“Hätte sich in Amerika einer für Gott interessiert, dann wäre Amerika früher entdeckt worden”), Ablehnung der biblischen Lehre des Abfalls, gelehrt wurden.

Erfahrungsbericht einer polnischen Schwester

Folgend ein Abschnitt aus einem längeren Bericht einer polnischen Schwester, deren Eltern in ihrem Heimatland eine einflußreiche Position innehaben. Diese Schwester wurde von ihren Eltern gewaltsam von der Gemeinde festgehalten, in die geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses gesteckt (wobei ihr dort ein Arzt schon drei Wochen vor ihrer Entlassung mitteilte, dass sie das Krankenhaus eigentlich verlassen könnte, und sie nur wegen ihrer besonderen Lebensumstände noch dort bleiben müsse) und widerrechtlich in ihrer Abwesenheit entmündigt. Unter anderem wurde sie auch längere Zeit (September 1998 – Januar 1999) in einem katholischen Kloster in Krakau festgehalten:

“… Ich blieb 4 Monate im Krankenhaus. Kurz vor meiner Entlassung d.h im August 1998 fand ein wichtiges Gespräch zwischen meiner Familie, dem Arzt und mir statt. Meine Eltern machten mir klar, wie sie mit mir vorgehen werden. Unter anderem sagten sie mir, dass falls ich mich entscheide, nicht zu den Freunden zu fliehen, sie mir die “Freiheit” schenken; falls ich mich nicht an ihre Bedingungen halte, würden sie mich an einen unbekannten Platz schicken, dessen Adresse niemand kennen würde. Weil ich mich mit den Bedingungen nicht einverstanden erklärte, wurde ich an diesen “unbekannten Ort” verschickt. Das war das Kloster der Dominikaner-Nonnen in Kraków in der ulica Kasztanowa. Ich wurde dort auch gezwungen, an der Therapie der Frau Piotrowska und an den Gesprächen mit dem Dominikaner Jacek Galuszka teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war meine Freiheit sehr eingeschränkt. Ich konnte weiterhin die Bibel nicht lesen, es war auch nicht erlaubt, ohne Begleitung irgendwo hinzugehen. Außerdem zwangen mich die Eltern, Dinge zu tun, die ich nicht tun wollte – z. B. ins Kino zu gehen. …”

Als die Schwester nach einer gewissen Zeit des “Wohlverhaltens” die Erlaubnis zu einer Reise nach England erhielt, welche sie alleine unternahm (allein dieses Faktum der Selbständigkeit zeigt, dass die Entmündigung nur zur Gefügigmachung unserer Schwester diente), nützte sie diese Gelegenheit, um eigenständig von England quer durch mehrere europäische Länder zu Geschwistern außerhalb ihrer Heimat zu fahren. Derzeit führt sie einen Kampf um die Wiederherstellung ihrer Rechte in ihrer Heimat und mußte in der Zwischenzeit auch einen (erfreulicherweise erfolglosen) Entführungsversuch von seiten ihrer Eltern erfahren. Den zitierten Bericht hat die Schwester im Rahmen ihres Kampfes um ihre Rechte erstellt.

Der Entzug wesentlicher Menschenrechte, Klosterhaft, Bibelverbot usw. kamen also nicht nur im finsteren Mittelalter vor, sondern sind auch heute mitten in Europa noch aktuell. Die römisch-katholische “Kirche” hat ihr Wesen nicht verändert und ist heute, wenn es irgendwelche Möglichkeiten dazu gibt für Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen genauso zu haben wie schon vor vielen Jahrhunderten.

Zum “Verhalten der Holic-Gruppe gegenüber Anhängern mit psychischen Problemen (2009)”

“Wir aber, die Starken, sind verpflichtet, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und nicht uns selbst zu gefallen.” (Römer 15,1)

“Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.” (Galater 6,2)

Die Bruderliebe, den anderen in seinen Nöten zu tragen, entspricht dem, was Jesus uns lehrte. Deshalb hat gerade unser tägliches Zusammensein das Ziel, diese Liebe in die Praxis umzusetzen. Dabei wollen wir es auch den gesundheitlich Schwachen unter uns ermöglichen, die Freude an der Gemeinschaft mitzuerleben und nehmen entsprechend Rücksicht auf sie.

A.s Freude an der Gemeinschaft war sicher gedämpft dadurch, dass sie sehr auf ihre Bedürfnisse konzentriert und wenig bereit war, an andere zu denken und sich zu verschenken. Deshalb meinte sie damals, ein Schlafbedürfnis von 14 bis 16 Stunden zu haben, was aber medizinisch nicht begründbar war. Dies beurteilte auch ihre damalige Ärztin so und gab ihr den Rat, mit ca. 8 Stunden Schlaf pro Tag auszukommen, den wir auch teilen konnten.

Manchmal gab A. selbst zu, dass sie in Bezug auf das Schlafen und wenn es darum ging, uns bei manchen Arbeiten zu unterstützen, “die Vorteile der Krankheit nutzen wollte” und sie als Ausrede gebrauchte, um ihren Egoismus im übermäßig langen Schlafen oder Nichts-tun-Wollen zu rechtfertigen.

Grundsätzlich sind wir sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit, die zwischen ihrer Ärztin und uns möglich war. Wir erhielten viel Unterstützung und hätten es nicht gewagt, die Medikamentendosis ohne ihre Zustimmung zu verändern – wie A. es behauptet.

Der Ausschlussgrund war nicht das erhöhte Schlafbedürfnis, sondern Unehrlichkeit und Lüge. Diese Sünden nahmen immer mehr Raum in ihrem Leben ein. So war sie (während sie unter uns war) dazu fähig, ihren ehemaligen Freund wegen angeblicher krimineller Handlungen vor Gericht anzuklagen. Als diese Anklage abgelehnt wurde, gab sie zu, dass er nichts Kriminelles getan hatte, sondern sie sich an ihm rächen wollte.

Obwohl wir damals über diese Kaltblütigkeit erschüttert waren, trennten wir uns nicht von ihr, sondern versuchten ihr weiterhin zu helfen, ehrlich zu werden – aber leider ohne Erfolg.

Letztendlich mussten wir uns von ihr trennen.

Johannes schreibt in seinem 1. Brief: (Verse 7-9)

“Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.”

Nach ihrem Ausschluss versuchte A. durch Briefe und Gespräch, wieder zurück zu kommen und uns von ihrer Umkehr zu überzeugen, war aber nicht bereit, ihre Lügen aufzudecken und ins Licht zu bringen. Lüge ist nicht in einer psychischen Erkrankung begründet, sondern es stellt sich die Frage, ob jemand Gott und die Wahrheit liebt. Gott gibt die Kraft, die Wahrheit zu sagen. Nur auf dieser Basis ist Vertrauen untereinander möglich, Lüge zerstört die Vertrauensgrundlage.

Bezüglich ihres “arbeitsreichen” Urlaubes wäre noch Folgendes zu sagen:

Es ist eine natürliche Sache, dass Freunde sich auch in praktischen Dingen helfen, in dem Fall war es ein Umzug. Sie selbst hatte damals den Wunsch geäußert, unsere Glaubensgeschwister dabei zu unterstützen. Dass sie es jetzt so darstellt, als hätte sie auch in ihrem Urlaub ständig arbeiten müssen, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sie Dinge entstellt mit der Absicht, die Wahrheit in Lüge zu verkehren, um etwas sektenwürdiges zu finden.

Auch wie sie über einen Treppensturz schreibt, der damit endete, dass sie sich den Fuß brach, ist eine Verleumdung. Längere Zeit danach hat sie selbst es so gesehen, dass sie damals voller Zorn und Auflehnung war. Sie hatte sich dann nicht mehr wirklich unter Kontrolle, war unvorsichtig und übersah eine Stufe. Diese Beurteilung war ihre eigene Erkenntnis, die nicht von uns motiviert war.

Es entsteht der Eindruck, dass sie das, was sie selbst wollte (beim Umzug helfen) oder selbst beurteilte (den Zorn und Auflehnung) uns zu Lasten legen möchte.

Wir können mit Paulus’ Worten sprechen, wenn er sagt:

“Wir sagen die Wahrheit in Christus, wir lügen nicht, wobei unser Gewissen uns Zeugnis gibt im Heiligen Geist.” (Römer 9,1)

Wir möchten jeden ermutigen, die Gemeinde kennen zu lernen und anhand der Bibel zu prüfen, ob unsere Worte mit unserem Leben in Einklang sind.

zu “Wie verhalten”

“Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.” (2. Korinther 13,8)

Wir stimmen Herrn Kluge zu, daß zuerst die Information stehen muß, “die dem Betreffenden die Möglichkeit einer eigenverantworteten freien Entscheidung gibt.” Information, nicht Verleumdung. Wie glaubwürdig ist jemand als Quelle, der, wie Gerald Kluge, nie auch nur das persönliche Gespräch mit denen, über die er schreibt, gesucht hat und seine Informationen nur von aus persönlichen Gründen befangenen Informanten bezogen hat? Herr Kluge hat erstmals den Kontakt mit uns gesucht, als er im Jahr 2000 erfahren hat, daß an einer Gegendarstellung zu seiner Schrift gearbeitet wird, also sieben Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage seiner Broschüre. Man kann uns allerdings den Vorwurf machen, daß wir erst mit einer Verspätung von sieben Jahren reagieren. Da wir aber keinerlei Zugang zur Presse, Rundfunk oder irgendwelchen Verlagshäusern haben, sahen wir erst mit dem Internet eine Möglichkeit, in der Öffentlichkeit entsprechend zu reagieren.

Auf Herrn Kluges Vorschläge zum Umgang mit “Mitgliedern” soll nicht im Detail eingegangen werden. Auffällig ist nur, daß die Auseinandersetzung mit der Lehre, die doch die Grundlage jedes christlichen Lebens ist, in seiner “Methodik” überhaupt nicht vorkommt. Er empfiehlt nur eine Trennung von der “Gruppe”, wenigstens für “eine Weile” und sonstige eher in der Psychologie grundgelegte Methoden wie “ritualisierte Gespräche”.

Natürlich dürfen hier auch Untergriffe nicht fehlen, wenn er schreibt: “Da man sich als Normalbürger im Gegensatz zu Holic-Mitgliedern auch einmal hinterfragt…”, so als ob wir uns selbst nicht hinterfragen würden. Wie gut wäre es, wenn sich die “Normalbürger” wirklich hinterfragen würden und ihre Wege durch das Wort Gottes prüfen würden! Wir wissen, daß wir vor Gott stehen und für alle unsere Handlungen verantwortlich sind. Im Kapitel “Moralvorstellung” findet sich auch folgende Kritik Gerald Kluges: “Von daher wird die eigene Handlungsweise ständig hinterfragt, ob sie erlaubt oder Sünde sei …” Zur Klärung von Herrn Kluges Widersprüchen sei festgehalten: Wir hinterfragen uns, allerdings nicht in der Weise, wie er es uns in dem genannten Kapitel vorwirft. Festigkeit in Glaubensfragen heißt nicht, daß man sich selbst nicht prüft.