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Willkommen!

Lieber Leser,

wie auch immer Du auf unsere Stellungnahme zur Sektenschrift von Herrn Kluge gelangt bist – wir freuen uns, dass Du Dir die Zeit nehmen möchtest, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, anstatt einer einseitigen Darstellung Glauben zu schenken. Da die Anklage gegen uns umfangreich ist, ist es auch unsere Antwort. Trotzdem möchten wir dazu ermutigen, die Erklärungen zu lesen und anhand des Neuen Testaments zu prüfen. Sollten Fragen offen geblieben sein, beantworten wir sie natürlich gern.

Wir würden uns auch sehr freuen, wenn Du nicht nur unsere Gedanken, sondern auch uns und unser Leben kennenlernen möchtest. Du kannst uns unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren:

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Bibelzitate:

Die zitierten Bibelstellen stammen, soweit nicht anders angegeben, aus der Elberfelder Bibel, revidierte Fassung, 1985 R. Brockhaus Verlag.

zu “Wo wird geworben”

“Jene aber gingen aus und predigten überall” (Markus 16,20)

Jeder Christ ist jederzeit und an jedem Ort Missionar. Die Verkündigung des Evangeliums läßt sich nicht auf bestimmte Personen, bestimmte Orte oder bestimmte Zeiten reduzieren. Der größte Schatz, den Gott uns geschenkt hat, drängt uns dazu, ihn mit denen zu teilen, die ihn noch nicht kennen. Das Zeugnis für Christus, für die Hoffnung, die unser Leben erfüllt, durchdringt unser ganzes Leben. Deswegen wollen wir in jeder Situation offen sein für ein Glaubensgespräch.

Gerade in der Mission erfahren wir unsere tiefe Abhängigkeit von Gott. Gott, der die Herzen der Menschen kennt, kann uns in verschiedensten Situationen Menschen begegnen lassen, die offen sind für sein Wort, ob das nun in einer Alltagssituation ist, in der Schule, am Arbeitsplatz oder unterwegs, oder auch beim Besuch diverser Veranstaltungen, in denen der Glaube das Thema ist.

Herrn Kluges Kritik bezieht sich also nur auf einen Teil unserer missionarischen Aktivität. Eine Reihe von Geschwistern haben wir nicht auf religiösen Veranstaltungen sondern in anderen Situationen kennengelernt. Schon Jahre bevor Herr Kluge feststellte: “Eine Mission unter Atheisten ist nicht bekannt” haben wir immer wieder auch mit Atheisten gesprochen. Einige unserer Geschwister waren vor ihrem Christwerden Atheisten.

Wir hatten und haben nie die Absicht, jemanden von einer christlichen Gemeinde abzuwerben. Das wäre das Zerstören des Leibes Christi und unsere Verurteilung:

(1. Korinther 3,17): “Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.”

Wie aber bereits oben (zu “Verhältnis zu anderen Christen”) ausgeführt wurde, sind diese Organisationen nicht Gemeinde, sondern “Welt” (auch nach eigenem Verständnis, da sie ja offensichtlich Ungläubige in ihren Reihen akzeptieren). Auch die religiöse Welt ist “Welt”, in der es zahlreiche Ungläubige gibt. Also ist es eine Konsequenz unseres Auftrages, daß wir die Menschen in dieser religiösen Welt aus unseren missionarischen Tätigkeiten nicht ausklammern.

Wenn Paulus sich in einer Stadt zuerst in die Synagoge begab, um die Söhne Israels anzusprechen, dann auch deshalb, weil er sich dort einen höheren Anteil von offenen Menschen erwarten konnte. So haben auch wir die Hoffnung, in verschiedenen religiösen Gruppen Menschen zu finden, die vielleicht schon Christen sind oder wenigstens schon gewisse Schritte in die richtige Richtung gesetzt haben.

zu “Das einzelne Mitglied”

“Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2 Kor 5,17)

Zu “Das einzelne Mitglied”

“Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat” (2. Timotheus 2,4)

Zu “Die äußere Lebensform”

Es wird uns ein radikaler Lebensstil vorgeworfen. “Radikal” kommt von “Radix”, der Wurzel. Wir wollen nicht nur ein bißchen Christentum spielen, sondern als Christen leben, von Christus her, der unsere Wurzel ist (Kol 2,7).

Wir kennen keine formalisierten Vorschriften zum Tagesablauf. Gewiß verbringen wir so viel Zeit wie möglich gemeinsam, wobei die konkrete Gestaltung der Zeit von den jeweiligen aktuellen Aufgaben abhängt. Es soll jedem ausreichend Möglichkeit gegeben werden, sich mit seinen eigenen Fähigkeiten in das Gemeinschaftsleben einzubringen.

Wir empfangen unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unseren Körper als Geschenk Gottes zu seiner Verherrlichung. Deswegen wollen wir all das nach seinem Willen aus Dankbarkeit nutzen.

Wir betrachten den Körper nicht als “Bruder Esel” (wie Franz von Assisi es tat), den wir einfach ausbeuten sollen, sondern als Tempel des Heiligen Geistes (1. Kor 6,19), in dem wir Gott verherrlichen sollen. Darum soll unser Körper selbstverständlich all seine Bedürfnisse erfüllt haben, sowohl was Schlaf als auch Nahrung betrifft. Da die Bedürfnisse individuell verschieden sind, kann es hier auch keine einheitliche Norm geben. Unser Wunsch, Gott zu dienen, bewahrt uns aber vor einem übermaß an Schlaf, wie wir es auch am Beispiel Jesu (z. B. Lk 6,12) und Pauli (Apg 20,31; 2. Kor 6,5) sehen.

Ganz anders hingegen geht der selig gesprochene Gründer des Opus Dei (konservativ katholische “Erneuerungs”bewegung aus dem 20. Jahrhundert) mit dem Körper um:

“… Genauso du: noch eine Viertelstunde Bußgürtel für die Seelen im Fegefeuer, noch fünf Minuten für deine Eltern, weitere fünf für deine Brüder im Apostolat … Wenn du deine Abtötung auf diese Weise machst, wie wertvoll ist sie dann!” (Josemaria Escrivá, Der Weg, 3. Auflage 1967, Nr. 899

Unser Körper ist uns nicht zur “Abtötung” gegeben, sondern zur Verherrlichung Gottes!

Gerald Kluges Vorwurf der “ungesunden Ernährung” zeigt nur die Schwäche seiner Argumentation. Einerseits weiß er wohl sehr wenig über unsere Eßgewohnheiten, andererseits haben wir keine typisch “christliche” Ernährung. Unsere Ernährung ist so verschieden wie unsere Geschmäcker. Wir treiben keinen Kult mit dem Essen, aber wir haben auch keine Speisegebote oder sonstige Vorschriften für die Ernährung.

“Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird.” (1. Timotheus 4,4)

Wenn Herr Kluge unsere Wohnungen, in denen er noch nie war, als “recht kalt” empfindet, so ist das seine subjektive Meinung. Es stimmt allerdings, daß wir unsere eigentlichen Wohnungen nicht auf dieser Erde haben, sondern bei Gott (Johannes 14,2).

“Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.” (Hebräer 13,14)

Darum streben wir es nicht an, in unseren Wohnräumen möglichst viel Zierrat anzusammeln. Gold, Silber und sonstige Schätze, wie sie in diversen religiösen Bauwerken anzutreffen sind, wird man bei uns vergeblich suchen. “Einfach und praktisch” ist die Devise. Aber es gibt keine Vorschriften (leider muß das immer wieder betont werden, da Herr Kluge hinter allem ein Gesetz sehen will).

Natürlich trennen wir uns von den Dingen, die wir nicht mehr brauchen und auch nicht mehr brauchen werden. Wir sind nicht die Museumswärter unseres alten Lebens.

Man muß wie Pilger wandeln,
frei, bloß und wahrlich leer;
viel sammeln, halten, handeln
macht unsern Gang nur schwer.
Wer will, der trag sich tot;
wir reisen abgeschieden,
mit wenigem zufrieden;
wir brauchen’s nur zur Not.
(G. Tersteegen)

Aber auch in diesem Punkt entscheidet jeder für sich selber, was er als unnötigen Ballast der Vergangenheit abgibt.

Zum Thema “Beruf”:

Wir unterscheiden zwischen unserer Berufung als Christen und dem Beruf, der zum Erwerb der lebensnotwendigen materiellen Mittel dient. Auch Paulus hat sein Geld als Zeltmacher verdient, seine Berufung war aber nur die Verkündigung des Evangeliums.

Im Beruf wollen wir unsere Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen verrichten und lehnen daher auch Verantwortung nicht von vornherein ab. Es ist aber klar, daß die Gebote Gottes auch am Arbeitsplatz gelten und unethisches Verhalten (wie etwa Lügen) am Arbeitsplatz für einen Christen genauso unmöglich ist wie in der Gemeinschaft der Geschwister.

Wir lehnen auch “kirchliche” Arbeitgeber nicht von vornherein ab. Auch andere Arbeitgeber teilen nicht unsere religiösen Anschauungen. Falls bei einem “kirchlichen” Arbeitgeber kein Zwang zu religiösen Handlungen der betreffenden Religionsgemeinschaft vorliegt und die Arbeit in sich nicht unethisch ist, ist eine Tätigkeit bei einem konfessionellen Arbeitgeber kein Problem. Das Problem lag manchmal gerade umgekehrt, nämlich darin, daß katholische Arbeitgeber keine nichtkatholischen Arbeitnehmer wollten.

Wenn eine Schwester in der Befriedigung der Wünsche menschlicher Eitelkeit als Friseuse keine sinnvolle Tätigkeit sah und sich einen anderen Beruf suchte, so war das ihre eigene Entscheidung, die von den anderen Geschwistern selbstverständlich akzeptiert wurde. Es gibt trotzdem kein Verbot, als Friseur zu arbeiten. Leider ist es nicht immer so einfach, eine Arbeit zu finden, die auch einen tieferen Sinn hat. Solange eine Tätigkeit nicht in sich unmoralisch ist, ist sie ein auch für Christen möglicher Beruf.

Auf jeden Fall abzulehnen sind aber Berufe, in denen Menschen direkt geschadet wird, wie etwa durch den Verkauf von Tabak oder Schriften unsittlichen Inhalts. Daß manche Berufe für einen Christen nicht in Frage kommen, war für Menschen früherer Zeiten ganz klar. So schlossen Kirchenordnungen aus dem 2. und 3. Jahrhundert manche Berufe von vornherein von der Zugehörigkeit zur Kirche aus.

Es ist nicht zutreffend, daß ein Christ nur “unterste” Positionen einnehmen dürfe. Auch Leitungspositionen sind von vornherein nicht auszuschließen. Ein Christ ist sich aber immer bewußt, daß der Beruf nie wichtiger sein kann als die Berufung, Jesus nachzufolgen. Dementsprechend hat das Engagement in einem Beruf auch seine Grenzen. Hätte Paulus eine Großproduktion von Zelten initiiert, hätte er vielleicht eine marktbeherrschende Stellung gewonnen. Nur wäre ihm dann für seine Berufung keine Zeit mehr geblieben.

Reaktion

Herr Kluge reagierte auf unsere Stellungnahme mit einem “Kommentar zur Selbstdarstellung der Holic-Gruppe”.

In der zweiten Hälfte dieses Kommentars legt er mit entlarvender Offenheit sein eigentliches Anliegen dar:

Über die längeren Abhandlungen zum Erlösungsverständnis gehe ich hinweg. Es geht hier um die Beschreibung einer Sekte, nicht um die Diskussion theologischer Glaubenspositionen oder verschiedener Bibelauslegung, die – wie es in der Natur der Sache liegt – unterschiedlich sein können.

Im Klartext: Die Theologie ist nicht so wichtig, Hauptsache, man kann einige Leute zu Sektierern abstempeln. Uns hingegen ist die Theologie nicht egal. Die Theologie, das Sprechen von Gott, bestimmt unser Leben. Wir wollen die theologischen Auseinandersetzungen nicht in die Elfenbeintürme akademischer Publikationen verlegen, sondern die Theologie, die Lehre, ist ein Teil unseres Lebens.

Weil wir davon überzeugt sind, daß es nur eine Wahrheit gibt, die Gott in Jesus Christus ein für allemal geoffenbart hat, ist die Beschäftigung damit die Basis unseres Lebens als Christen und die Basis der Gemeinde Jesu Christi, dem “Pfeiler und der Grundfeste der Wahrheit” (1. Tim 3,15) und nicht theologische Belanglosigkeit.

Ein wesentlicher Grund für unsere Distanz zu den verschiedenen “Kirchen” und anderen religiösen Gruppierungen liegt in den diversen unbiblischen Lehren dieser Organisationen. Festhalten an Christus heißt auch Festhalten an seinen Worten und an der Lehre der Apostel.

“Beschreibung” einer Gruppierung bedeutet ganz wesentlich die Beschreibung ihrer Lehre. Wem das nicht wichtig ist, der wird das Wesen einer Gemeinschaft nie verstehen können.

Herr Kluge kritisiert das Fehlen eines Links zu seiner Homepage.

Es stimmt, wir haben keinen Link. Wir beabsichtigen auch nicht, einen einzurichten. Einerseits haben wir unsere Stellungnahme so ins Internet gegeben, daß sie vor allem nur von denen zu finden ist, die auch Herrn Kluges Werk finden. Falls jemand, der Herrn Kluges Werk nicht kennt, zufällig auf unsere Stellungnahme stößt, so wird er das Wesentliche auch ohne die Detailinformationen verstehen. Andererseits hat auch Herr Kluge uns weder von der Erstellung einer “Beschreibung” unserer Gemeinde noch über deren Veröffentlichung im Internet informiert. So haben wir auch nur auf indirektem Weg davon erfahren. Im Internet haben wir die Abhandlung zuerst nicht auf seiner Homepage gefunden, sondern bei einer anderen Institution, die allerdings auch im Oktober 2001 noch eine Version aus dem Jahre 1998 anbietet. Es trifft also auch heute noch zu, daß verschiedene Versionen im Internet abzurufen sind, auch wenn Herr Kluge unsere Behauptung als unwahr abtut. Vielleicht weiß Herr Kluge auch nicht, wo überall seine Werke zu finden sind.

Herr Kluge erweckt den Eindruck, als wollte er immer wieder bei uns Informationen einholen. Es ist zutreffend, daß er im Jahre 2000, als unsere Gegendarstellung langsam im Werden war, einen Dialog eröffnen wollte. Wir sahen eine klare Distanzierung von der Aussage, daß unsere Gemeinschaft “mit Sicherheit in den Bereich der sogenannten Sekten und Psychokulte einzuordnen” sei, als Voraussetzung für das Gespräch. Da Herr Kluge dazu nicht bereit war, gab es auch keinen weiteren Kontakt.

Herr Kluge entgegnet auf unsere zahlreichen Hinweise auf die Vergangenheit diverser “Kirchen”, insbesondere der römisch-katholischen, in denen diese Organisationen im Namen Jesu und des Christentums noch viel schlimmeres getrieben hatten, als er uns fälschlicherweise vorwirft, wie folgt:

Auch meine Kirche hat (wie jede menschliche Institution, die über Jahrhunderte besteht) ihre dunklen Seiten. Für die kann man aber nicht die jetzt lebenden Kirchenmitglieder verantwortlich machen (genausowenig wie die jetzt lebenden Deutschen für die Taten in der langen deutschen Geschichte). Eine Person sollte man nach dem beurteilen, was sie selber tut, und nicht was ihre Vorfahren einmal getan haben.

Außerdem ist es unredlich, die geschichtliche Gestalt einer Gemeinschaft in einer viele Jahrhunderte zurückliegenden Gesellschaft mit der heutigen Gestalt einer anderen Gemeinschaft in der jetzigen Gesellschaft zu vergleichen.

Der Vergleich einer Glaubensgemeinschaft mit einem Volk scheint aufs erste plausibel zu sein, ist in diesem Falle aber völlig unzutreffend. Auch uns ist klar, daß der Durchschnittskatholik des 21. Jahrhunderts genauso wenig für die Verbrechen der Inquisition verantwortlich ist wie ein heutiger Deutscher für die Verbrechen der Nationalsozialisten. Nur hat die römisch-katholische Institution einen Anspruch, den weder das deutsche noch irgendein anderes Volk für sich erhebt, nämlich, daß sie die beständig vom Heiligen Geist geleitete Kirche Jesu Christi sei. Wenn die Inquisition falsch war, dann würde das aber bedeuten, daß der Heilige Geist die Kirche über einen langen Abschnitt ihrer Geschichte hindurch nicht geleitet habe. Es geht ja nicht um die Verbrechen einiger weniger Einzeltäter, sondern um die Überzeugung aller Verantwortlichen über Jahrhunderte hinweg. Die Verbrecher waren ja die unfehlbaren Stellvertreter Jesu Christi. Einer dieser Verbrecher, Pius IX., der sich offiziell gegen Religionsfreiheit ausgesprochen hat, wurde im Jahr 2000 auch selig gesprochen. Dadurch identifiziert sich auch die heutige Kirche mit den Verbrechen der Vergangenheit.

Die Gemeinde Jesu Christi hingegen nennt gut gut und böse böse.

Das wollen auch wir weiterhin tun und unserem Herrn in Wahrheit und Liebe dienen.

Schlussbemerkung

Prüft alles und das Gute behaltet

Wir stellen uns gerne einer Diskussion über die Inhalte unserer Lehre und unsere Lebensführung. Wir freuen uns über jeden, der unsere Lehre auf der Basis der Heiligen Schrift prüfen will und laden auch jeden ein, uns seine Gedanken mitzuteilen. Jede ernst gemeinte Kritik kann uns nur weiterhelfen in der Erkenntnis Gottes, der sein ewiges Wesen in der Menschwerdung seines Sohnes geoffenbart hat, dem zu folgen unser höchstes Ziel ist.

zu “Beliebte Bibelstellen”

Beliebte Bibelstellen in der Argumentation der Gruppe

Interessanterweise schließt Herr Kluge seine “Selbstdarstellungen” mit einer Bibelstellensammlung einer Pastorin ab, die ganz offensichtlich ihre Ansichten nur aus zweiter Hand hat. Es handelt sich daher weder um eine Selbstdarstellung noch um eine Wiedergabe von direkt Gehörtem.

Hier nur ein kurzer Kommentar zu unserer angeblichen Auslegung der angeführten Bibelstellen, die natürlich auch nur eine subjektive Auswahl darstellen:

Zu 1. Johannes 1,5ff: Wir verwechseln uns nicht mit Gott. Wir wissen nur, dass der Wandel im Licht gemeinschaftsstiftend ist. Wir lassen unser Leben von Gott beleuchten und leben in Offenheit zusammen. Wir erfahren seine befreiende Liebe im Sieg über Sünde, was aber noch lange nicht heißt, dass wir vollkommen sind.

Zu Apostelgeschichte 2,37-47: Dazu wurde unter dem Artikel “Das Gemeindebild” schon Stellung genommen. Es geht uns nicht darum, “haargenauso zu leben”, sondern dem Heiligen Geist, der unter den ersten Christen ein intensives Gemeindeleben bewirkt hat, Raum zu geben, ein den heutigen Umständen entsprechendes nicht weniger intensives Gemeindeleben zu bewirken.

Zu Matthäus 9,16-17: Der Gegensatz ist nicht so stark der zwischen Alt und Neu. Wir würden es sehr begrüßen, hätten wir eine Gemeinde gefunden, die schon seit Jahrhunderten dem Willen des Herrn treu geblieben wäre. Der Gegensatz ist zwischen einer formalistischen Frömmigkeit, wie sie sich nicht nur bei den Pharisäern, sondern auch in vielen sich christlich nennenden Gruppierungen findet, und dem Neuen, das mit Jesus begonnen hat: einer lebenden Beziehung zu Gott und den Geschwistern, aus freiem Herzen mit hingebungsvoller Liebe. Dieses Neue läßt sich nicht in die Grenzen des Formalismus pressen. Der neue Wein des Evangeliums Jesu zerreißt die alten formalistischen Schläuche – ob sie nun den Pharisäern oder von Ritualen geprägten “Christen” gehören, ist hier zweitrangig.

Zu Johannes 17: Wir sind davon überzeugt, dass Jesus nicht ins Leere hinein gebetet hat und dass Gott sein Gebet um Einheit unter den Jüngern erfüllt hat und erfüllt. Gott führt die Seinen zur Einheit, auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Hintergründen und Glaubensrichtungen kommen. Er macht uns bereit, falsche Lehren aufzugeben und führt uns so zur Einheit. Das heißt auch bei uns nicht Konfliktfreiheit, wie es das auch bei den ersten Christen leider nicht gab. Mit Gottes Hilfe können wir diese Konflikte aber in brüderlicher Liebe bereinigen.

Rätselhaft bleibt, was die Urheberin dieser Zusammenstellung mit dem “johanneischen Wahrheitsbegriff” gemeint hat. Wir unterscheiden nicht zwischen dem Wahrheitsbegriff des Johannes und anderer Apostel. Die Aussage “Jeder Satz, wie er in der Bibel steht, ist die volle Wahrheit.” paßt eher zu einer fundamentalistisch und/oder pfingstlerisch orientierten Gruppierung als zu unserer Gemeinschaft. Ist mit dem Satz “Typisch ist die auch von anderen Sekten bekannte Meinung, dass sie sich im alleinigen Besitz der ganzen Wahrheit wähnen.” auch die römisch-katholische Organisation gemeint? Auf uns trifft er jedenfalls nicht zu.

Die Jüngerberufungen: Um Jünger zu sein, muß man alles hinter sich lassen. An diesem Anspruch Jesu kommt auch heute niemand vorbei (vgl. Lk 14,26-27). Wie dieses “Hintersichlassen” praktisch ausschaut, hing und hängt sehr stark von den konkreten Erfordernissen der jeweiligen Situation ab. Aber es ist klare Lehre der Schrift, dass sich nur der Jünger Jesu und Christ (Apg 11,26) nennen darf, dem Jesus wichtiger ist als alles andere.

Dass uns die Ablehnung der Trinitätslehre vorgeworfen wird, zeigt nur, wie oberflächlich und unreflektiert die Verfasserin dieser Zusammenstellung vorgegangen ist. Das ist in diesem Punkt sogar Herrn Kluge klar, der die Frau Pastor korrigiert. Wie schon unter dem Punkt “Allgemeine Einschätzung” festgestellt, stimmen wir mit den drei großen Glaubensbekenntnissen der alten Kirche (dem Apostolischen, Nicäno-Konstantinopolischen und dem Athanasischen Glaubensbekenntnis) und damit auch mit der Trinitätslehre überein.

Zu 5. Mose 13,1-12: Da Warnungen vor dem Abfall sich, wie im Artikel: “Einschätzung” Absatz j) erwähnt, bei allen Autoren des NT finden, ist die Argumentation aus dem AT weniger bedeutsam. Wer meint, dass man nicht von Gott abfallen könne, hat die Lehre der Bibel weit hinter sich gelassen und nimmt weder Jesus noch die Apostel ernst.

Zu Hesekiel 3,18-21: Diese Stelle weist zuerst einmal auf die besondere Sendung des Propheten Ezechiel hin. Im weiteren Sinn, können wir daraus aber auch erkennen, dass unsere Erkenntnis uns zur Verantwortung drängt – nicht nur für “bereits christlich sozialisierte Jugendliche”, sondern für alle. Siehe auch zu “Werbung”

Zu Matthäus 10,14: Wir stimmen mit Herrn Kluge darin überein, dass es sich um eine konkrete Anweisung Jesu für die Missionswanderung der von ihm ausgesandten Apostel handelt. Aber Jesus hat sich auch bei seinen Anweisungen an die Jünger etwas gedacht. Der dieser Anweisung zugrunde liegende Grundsatz der Trennung von Menschen, die das Wort Jesu zurückweisen, hat bleibende Bedeutung und wurde auch von Paulus in einer späteren Situation (Apg 13,51) befolgt und in 2. Kor 6,14ff auch sinngemäß gelehrt.

Für eine Pastorin mag es erstaunlich sein, dass eine offensichtlich wiederverheiratete Geschiedene eine Ehebrecherin ist (Mk 10,11-12 ist wohl nicht so ernst zu nehmen), für einen katholischen Priester wie Herrn Kluge müßte aber wenigstens dieser Punkt noch klar sein.

Zu Matthäus 10,34-38: Die Worte Jesu sind klar. Leider mußten Geschwister immer wieder die traurige Erfahrung machen, dass engste Angehörige mit Gewalt gegen sie vorgegangen sind. Diese Art von Trennung ist eine Folge der Ablehnung des Evangeliums, die für keinen angenehm ist, aber leider immer wieder Realität.

Zu Lukas 9.62: Der zitierten Erklärung können wir zustimmen. Wer Jesus folgt, richtet seinen Blick nach vorne und nicht nach hinten.

Zu Matthäus 7,1-6 wurde schon unter ( “Umgang mit der Bibel”, Absatz c) Stellung genommen. Vers 6 hat nichts mit Arkandisziplin zu tun, wie Herr Kluge vermutet, sondern weist nur auf die große Verantwortung hin, das Wort Gottes, das grundsätzlich jedem zugänglich ist, nicht der Lächerlichkeit und der Verachtung durch solche, die es ablehnen, preiszugeben.

Zu Matthäus 15,15-20: Diese Stelle für die “unbedingt nötige Reinhaltung der Gemeinde von Sündern” anzuführen, ist in der Tat abenteuerlich. Falls tatsächlich einmal jemand von uns so argumentiert haben sollte, hat er leider vom Sinn dieser Stelle nicht viel verstanden. Viel wahrscheinlicher ist diese Deutung aber Produkt der Phantasie der Pastorin (siehe auch unsere angebliche Ablehnung der Trinitätslehre!)

Zu Matthäus 7,13-14: Wir geben Herrn Kluge Recht, dass die Größe einer Gruppe nichts über ihre Qualität und ihren Wahrheitsgehalt aussagt. Jedem Leser dieser Stellungnahme wird wohl auch klar sein, dass wir nicht damit argumentieren. In Mt 7,13-14 weist Jesus darauf hin, dass der Weg der Menschen, die nicht auf Gott hören – leider sind das üblicherweise die meisten – ins Verderben führt.

Zu 1. Korinther 5: Siehe unsere Stellungnahme unter “Das Gemeindebild” Punkt e “Keine Sünder in der Gemeinde”. Interessant wäre, einmal Herrn Kluges Erklärung dieser Stelle kennenzulernen. Vor allem auch, wie setzt seine “Kirche” das in die Praxis um – oder auch die “Kirche” der Autorin dieser Zusammenstellung?

Zu 1. Korinther 2,15-16: Hat Paulus hier “ein gewisses Elitebewußtsein gezüchtet” und wollte er “eine gewisse Immunisierung gegen kritische Argumente von außen” erreichen? Auf dem Boden der Heiligen Schrift ist es objektiv prüfbar, ob jemand mit seinem Leben dem Geist Gottes entspricht. Wer sich aber um Gottes Wort nicht kümmert, kann einen Christen nicht beurteilen.

Zu Hebräer 5,14: Da man “geübte Sinne eben nur durch steten Gebrauch” bekommt, laden wir alle Leser dieser Stellungnahme ein, ihre Sinne zu gebrauchen, sich mit dem Neuen Testament auseinanderzusetzen und auch unsere Lehre und unser Leben an diesem Maßstab zu messen.