zu “Wo wird geworben”

“Jene aber gingen aus und predigten überall” (Markus 16,20)

Jeder Christ ist jederzeit und an jedem Ort Missionar. Die Verkündigung des Evangeliums läßt sich nicht auf bestimmte Personen, bestimmte Orte oder bestimmte Zeiten reduzieren. Der größte Schatz, den Gott uns geschenkt hat, drängt uns dazu, ihn mit denen zu teilen, die ihn noch nicht kennen. Das Zeugnis für Christus, für die Hoffnung, die unser Leben erfüllt, durchdringt unser ganzes Leben. Deswegen wollen wir in jeder Situation offen sein für ein Glaubensgespräch.

Gerade in der Mission erfahren wir unsere tiefe Abhängigkeit von Gott. Gott, der die Herzen der Menschen kennt, kann uns in verschiedensten Situationen Menschen begegnen lassen, die offen sind für sein Wort, ob das nun in einer Alltagssituation ist, in der Schule, am Arbeitsplatz oder unterwegs, oder auch beim Besuch diverser Veranstaltungen, in denen der Glaube das Thema ist.

Herrn Kluges Kritik bezieht sich also nur auf einen Teil unserer missionarischen Aktivität. Eine Reihe von Geschwistern haben wir nicht auf religiösen Veranstaltungen sondern in anderen Situationen kennengelernt. Schon Jahre bevor Herr Kluge feststellte: “Eine Mission unter Atheisten ist nicht bekannt” haben wir immer wieder auch mit Atheisten gesprochen. Einige unserer Geschwister waren vor ihrem Christwerden Atheisten.

Wir hatten und haben nie die Absicht, jemanden von einer christlichen Gemeinde abzuwerben. Das wäre das Zerstören des Leibes Christi und unsere Verurteilung:

(1. Korinther 3,17): “Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.”

Wie aber bereits oben (zu “Verhältnis zu anderen Christen”) ausgeführt wurde, sind diese Organisationen nicht Gemeinde, sondern “Welt” (auch nach eigenem Verständnis, da sie ja offensichtlich Ungläubige in ihren Reihen akzeptieren). Auch die religiöse Welt ist “Welt”, in der es zahlreiche Ungläubige gibt. Also ist es eine Konsequenz unseres Auftrages, daß wir die Menschen in dieser religiösen Welt aus unseren missionarischen Tätigkeiten nicht ausklammern.

Wenn Paulus sich in einer Stadt zuerst in die Synagoge begab, um die Söhne Israels anzusprechen, dann auch deshalb, weil er sich dort einen höheren Anteil von offenen Menschen erwarten konnte. So haben auch wir die Hoffnung, in verschiedenen religiösen Gruppen Menschen zu finden, die vielleicht schon Christen sind oder wenigstens schon gewisse Schritte in die richtige Richtung gesetzt haben.