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zu “Selbstdarstellungen”

“Entgegnung der Holic-Gruppe auf diese Internet-Seiten”

Eigenartigerweise bringt Herr Kluge seinen Kommentar zu unserer Stellungnahme unter “Selbstdarstellungen”. Eine erste Reaktion zu diesem Kommentar ist nach der Schlussbemerkung zu finden.

Zum “Brief eines 22-jährigen Mitglieds an seine Eltern (1990)”

Unter diesem Titel veröffentlichte Herr Kluge zwei Briefe eines deutschen Bruders an seine Eltern, die einigermaßen vollständig wiedergegeben werden. Die Veröffentlichung dieser Texte erfolgte, ohne den Autor um Einverständnis zu bitten. Durch die unrichtige Absenderangabe (Ungarn) erscheint vor allem einer der letzten Absätze des ersten Briefes in einem völlig falschen Licht. Ein falsch informierter Leser gewinnt den Eindruck, dass der Bruder in der Gemeinschaft bestimmten Fastenvorschriften unterworfen ist, weil er ja bis 11 Uhr nichts essen darf. In Wirklichkeit schrieb der Bruder diesen Brief im Krankenhaus nahe seines Heimatortes in Deutschland. Da die Eltern des Betreffenden in der Folgezeit sehr engen Kontakt zu Herrn Kluge hatten, kann es sich hierbei nur um einen bewussten Eingriff zum Zwecke der Irreführung handeln, was man wiederum scheinheiligerweise mit dem Hinweis “Daten und Namen geändert” rechtfertigen kann.

Ermahnung und Liebe (2000)

Es handelt sich hier um eine “private” Zusammenstellung eines Bruders. Trotzdem: Bitte lesen und ernst nehmen!

Tagesablauf eines internationalen Treffens (Ende der 90er Jahre)

Jeder von uns hat nur sehr selten die Gelegenheit, manche, weiter entfernt lebende Geschwister zu treffen. Wir wollen daher auch die Zeit mit diesen Geschwistern besonders intensiv nützen. Manche Geschwister kommen daher bei solchen Gelegenheiten sicher weniger zum Schlafen als in ihrem alltäglichen Leben. Der von Herrn Kluge veröffentlichte Stundenplan ist aber trotzdem falsch und würde auch im größeren Rahmen nie funktionieren. Gerade bei den größeren internationalen Treffen ist uns der persönliche Austausch sehr wichtig und es liegt sehr viel an jedem einzelnen, was er mit seiner Zeit macht.

Themen bei den internationalen Treffen (Ende der 90er Jahre)

Wie immer Herr Kluge zu dieser Liste auch gekommen sein mag, sie zeigt auf jeden Fall, dass es uns nicht um irgendeine Indoktrinierung von oben geht, sondern um das gemeinsame Gespräch über Fragen des Glaubens und der Bibel, die nicht “von oben” vorgegeben werden, sondern von verschiedensten Geschwistern vorgeschlagen wurden. Die Gemeinde lebt von der Aktivität aller. Die weit gestreuten Fragestellungen widerlegen wohl das angebliche fehlende Interesse an theologischen Diskussionen. Es stehen auch nicht die Fehler der “Kirchen” im Mittelpunkt, sondern das Bemühen um ein tieferes Verständnis der Bibel. Falls einer der Leser zu einem dieser Themen einen Beitrag leisten will, freuen wir uns darüber.

Längerer Brief an Aussteiger

Erfreulicherweise hat Herr Kluge, nachdem er anfänglich nur selektiv zitiert hat, nun doch den ganzen Brief veröffentlicht – um eine entsprechende Erlaubnis hat er uns freilich nicht gefragt. Leider sind dem Abschreiber einige Fehler passiert, nicht nur Tippfehler, sondern auch mindestens ein sinnstörender Fehler, wenn es heißt, dass der Glaube “konkrete irrationale Inhalte” hat. Es kann natürlich nur um rational erkennbare Inhalte gehen.

Wer diesen Brief liest, soll sich die Mühe machen, alles zu lesen, nicht nur die hervorgehobenen Stellen. Der Brief ist eine Antwort auf einen anderen Brief. Die Fragestellungen dieses Briefes lassen sich aber aus dem Inhalt eruieren. Wir empfehlen den Lesern auch, sich die zitierten Bibelstellen im Kontext anzuschauen und den Brief auf der Grundlage dieser Stellen zu beurteilen.

Die gewiss harten Ermahnungen des Briefes bilden eine unzertrennliche Einheit mit den im Brief angesprochenen Lehrfragen und auch mit einer sehr konkreten Lebenssituation, da wir nicht gleichgültig zuschauen wollten, wie uns lieb gewordene Menschen den Weg der Nachfolge Jesu wieder verlassen.

Nach Herrn Kluges Beurteilung müsste man wohl auch Barnabas, dem Schreiber des Hebräerbriefes Psychoterror vorwerfen. Man zitiere nur einige Stellen wie Hebr 2,3a; 3,7-19; 4,12-13; 6,4-8; 10,25-31; 12,12-17; 12,29; 13,17 und vernachlässige den Rest des Briefes. Sind diese ständigen Drohungen mit dem Abfall nicht Angst einflößend? Barnabas, der “Sohn des Trostes” (Apg 4,36), wusste, dass in der Situation, in der der Gemeinde eine große Gefahr drohte, auch harte Worte angebracht waren. Denn gerade dadurch konnte er die Brüder, die schon am Rande des Christentums waren, noch aufrütteln und ihr Leben retten.

In ähnlicher Weise hat Jesus in Mt 23 härteste Worte verwendet, um doch noch einige der verstockten Pharisäer aufzurütteln. Vielleicht haben manche das, in heutiger Terminologie ausgedrückt, auch als psychischen Druck empfunden. Wir wissen, dass es aus Liebe war.

Wenn Paulus den “unverständigen Galatern” (Gal 3,1) schrieb, hat er sie wohl auch unter Druck gesetzt?

Dem aufmerksamen Leser wird auch auffallen, dass ein großer Teil der von Herrn Kluge hervorgehobenen Stellen entweder direkt die Bibel zitiert oder Bibelstellen auf die konkrete Situation anwendet. Wir wollen auch in unserer Ermahnung den Boden der Heiligen Schrift nicht verlassen.

zu “Erlebnisberichte”

“Und einige wurden überzeugt von dem, was gesagt wurde, andere aber glaubten nicht.”(Apg 28,24)

Zur “Illustration” fügte Herr Kluge noch einige “Erlebnisberichte” und “Selbstdarstellungen” als Anhang an seine Abhandlung. Auch zu diesen Texten wollen wir wenigstens auszugweise Stellung beziehen und diese mit weiteren Erfahrungsberichten ergänzen.

Zum “Bericht einer Freundin über die Sektenmitgliedschaft von Beate”

Dazu “Beates” Stellungnahme:

Ich möchte vorwegnehmen, dass ich eigentlich nie vorhatte, meine Gedanken und Erfahrungen, die ich hatte, bevor und als ich die Gemeinde kennenlernte, zu veröffentlichen. Da aber die “Tagebuchaufzeichnungen” meiner früheren Freundin ein sehr verzerrtes Bild über mich und damit über uns als Gemeinde wiedergeben, möchte ich diese eigene Darstellung schreiben. So hoffe ich, Menschen, die mich ja nicht kennen, durch Erklärung einiger Zusammenhänge und Hintergründe zu helfen, die vorwiegend sehr einseitige Darstellung meiner früheren Freundin zu durchschauen .Dabei wäre es aber zuviel, auf alle Details ihres ” Berichtes” einzugehen, da verschiedene meiner Aussagen auch auf früheren gemeinsamen Gesprächen und Erfahrungen mit ihr aufbauen, deren Wiedergabe diesen Rahmen sprengen würden.

Es gibt ein Lied des Liedermachers Manfred Siebald, in dem es heißt: ” Mich locken viele Sterne an meinem Horizont, sie weisen in die Ferne, und jeder sagt mir, dass sein Weg sich lohnt…” und am Ende: ” Mein ganzes Leben soll Dein Haus sein,Vater, Dein Haus, das Du für Dich nach Deinen Plänen baust…” Diese zwei Strophen spiegeln für mich die befreiende Veränderung aus, die mein Leben durch das Kennenlernen der Gemeinde erfuhr.
Meine frühere Freundin schreibt, dass ich oft anderen Fragen stellte. Und so viele verschiedene Menschen ich nach dem Sinn und Ziel im Leben fragte, so viele verschiedene Ziele wurden mir als wertvoll dargestellt – v.a. das Gutsein in der Schule und das Spielen von Instrumenten – und so wurde ich immer perfektionistischer darin, plante meinen Tag bis auf die Minute durch, um möglichst viel von dem zu tun, was mir andere rieten . Jedoch merke ich, dass diese Dinge, auch wenn in sich nicht schlecht, keinen bleibenden Sinn geben können. Und so weinte ich gerade in den im “Bericht” erwähnten Monaten Januar / Februar fast täglich, nahm über 10 kg ab – d.h. also, BEVOR ich die Gemeinde kennenlernte!

Das Resultat schienen viele aber erst wahrzunehmen, als ich schon in der Gemeinde war…

Oft lag ich nachts lange wach und grübelte nach. Das Vertrauen zu Gott war sehr tief in mir – ich wußte, dass nur er mir helfen kann und kein Psychologe, zu dem meine Mutter mich schon fast schicken wollte. Und so flehte ich zu Gott, dass ER mir den Weg zeige.

Ich fuhr schon seit einigen Jahren in allen Ferien zu Rüstzeiten (in der Evangelischen Organisation 3 oder mehr Tage, in denen man zusammen wohnt und meist auch jeden Tag einige Zeit über ein biblisches Thema spricht) und war sehr dankbar für diese tägliche Beschäftigung mit dem Glauben. In der letzten Zeit ging ich dann jede Woche in 2-3 verschiedene Junge Gemeinden und wünschte mir sehr tägliche Gemeinschaft mit Christen, dachte auch zunächst, das mit den Menschen realisieren zu können, die ich kannte… aber ohne eine Veränderung der Prioritäten bei mir und meinen Freunden kam da nichts zustande. Ich las praktisch kaum in der Bibel, nur die evangelischen Losungen (ein Heft mit einem Vers des Alten, einem des Neuen Testaments und ein kurzes Gebet / ein kurzer Gedanke dazu), in denen ich zwar von Gott als Trost und Zuflucht las, aber nichts von der Basis: umzukehren, sich selbst zu verleugnen, ein neuer Mensch zu werden und Jesus nachzufolgen. So erwartete ich auch gar nicht, dass das Lesen der Bibel selbst mein Leben oder das meiner Umwelt in Frage stellen würde.
Als ich dann die Gemeinde kennenlernte, habe ich erst begonnen, wirklich die Evangelien und Briefe (später auch das Alte Testament) als das zu lesen, was sie sind – nämlich Bücher bzw. Briefe, die eine Einheit bilden und deren Inhalt, Ziel und Hintergründe man erst versteht, wenn man sie als Ganzes liest und alles daransetzt, auch alles zu tun, damit es im eigenen Leben Realität ist und wenn man sich selbst und auch die, mit denen man den Glauben teilen will, ehrlich beurteilt.

Mein Leben hat sich dadurch sicher vollkommen verändert, ich habe vieles zurückgestellt, manches Sinnlose aufgegeben, um dann meine Gaben neu für Gott und zu Seiner Ehre sowie zur wirklichen Hilfe für andere einzusetzen – wie das, denke ich, bei jedem ist, der den Ruf Jesu, seine Erlösung annimmt. Und ich sah sehr schnell, dass ich die gottgewollte Gemeinschaft, in die Jesus jeden Menschen rief, in der Gemeinde in täglicher Bruderliebe fand und selbst leben konnte, um dann auch andere dazu einzuladen.

All das wollte ich nun auch den Menschen erzählen, erklären und zeigen, die mir äußerlich und innerlich nahestanden. Das war allerdings oft nicht so leicht. Ich lebte weiterhin bei meinen Eltern, die dann Gespräche mit unserem Pfarrer und verschiedenen Verwandten in die Wege leiteten – durch die ich (wie auch in Gesprächen mit verschiedensten Freunden) plötzlich mit sehr vielen verschiedenen Verständnissen über Jesus und die Bibel konfrontiert wurde. Eine verwandte Pfarrerin versicherte mir nachdrücklich, dass doch alle Menschen letztlich zu Gott kämen, andere meinten, es sei egal, an welche Religion man glaube oder sie betrachteten Gott gar nicht als Person und Schöpfer, eine schrieb mir, dass sie nur glaube, was Jesus sagte – Paulus sei ja ein Frauenfeind gewesen und habe überhaupt sehr fragliche Ansichten gehabt, von anderen erfuhr ich erst da, was alles ihre freie Zeit ausfüllte – wie z. B. wöchentliche Diskobesuche der Schreiberin des “Berichtes”, obwohl ich vorher dachte, sie habe eben nicht mehr Zeit z. B. zum gemeinsamen Bibellesen…

Oft hat mich das sehr verunsichert, ich dachte, dass ich das nicht alles widerlegen kann – aber habe doch gleichzeitig fest daran geglaubt, was ich lesen konnte – dass Jesus der EINE Weg, die EINE Wahrheit, das EINE Leben ist (Joh.14/7). Ich versuchte dann, möglichst wenig mit meiner Meinung zu argumentieren, sondern dachte, wenn ich viel vorlese oder zitiere von den Worten Jesu / aus den Briefen, müßten sie das doch auch verstehen. Auch dachte ich, zu verstehen, dass es eine weitverbreitete Furcht vor Sekten gab – deshalb sah ich das konkrete Lesen der Bibel und das Einladen zur Gemeinde als eine gute Möglichkeit, dass andere prüfen und sehen können, dass dies keine Sekte ist.

Ich war sehr enttäuscht, als viele das ablehnten und nur wenige bereit waren, überhaupt die Bibel zur Hand zu nehmen. und habe das dann leider anfänglich zu wenig akzeptiert, hörte in verschiedenen Situationen zu wenig zu oder war zu hart. Ich dachte, ich müsse mich schützen, da ich sah, dass ich mich vorher sehr abhängig gemacht hatte von den verschiedenen Meinungen meiner Verwandten und Freunde.
Gerade aber durchs Gebet und dass ich mit anderen in der Gemeinde auch über falsches Verhalten bei mir reden konnte, sowie auch durch ihr gutes Vorbild konnte ich mehr und mehr lernen, anderen Menschen mehr Freiheit zu lassen, mich auf sie einzustellen und die Wahrheit in Liebe zu sagen (Epheser 4,15). Wie meine frühere Freundin auch schrieb, habe ich mich bemüht, mich dann für falsches Verhalten, welches mir auch leid tat, zu entschuldigen. Allerdings wurde dann meine Zurückhaltung, weil ich andere nicht unter Druck setzen wollte, andererseits aber nicht mehr über viele belanglose Themen reden wollte, auch wieder negativ interpretiert…
Mir hat damals niemand ausgedrückt, ich hätte große Pupillen – was meines Erachtens eine Anspielung sein sollte, ich stände unter Einfluß von Drogen. Wenn meine Interpretation richtig ist, so ist dies eine sehr unfaire Verleumdung, der wohl niemand zustimmen könnte, der uns und unsere Einstellung auch nur etwas näher kennengelernt hat. Viele waren nur aufgrund meines körperlichen Zustandes plötzlich sehr besorgt, wobei ich in der Gemeinde keinen Grund mehr hatte, mich aufs Abnehmen zu konzentrieren und ich vom ersten tieferen Kontakt mit der Gemeinde an wieder gut und tief schlafen konnte…!

Entgegen mancherlei Befürchtungen habe ich auch mein Abitur gut abgeschlossen und hätte auch studieren können. Da ich aber noch nie einen Studienwunsch hatte, machte ich eine Ausbildung und habe jetzt eine gute Arbeit, in der ich auch mit vielen Nichtchristen in gegenseitiger Achtung zusammenarbeiten kann.
Noch heute danke ich Gott oft, dass er meinen Weg zusammengeführt hat mit meinen Geschwistern im Glauben.

Zum “Bericht eines ehemaligen Mitgliedes der Gruppe (1989)” – Aus der Sicht eines anderen Gemeindegliedes aus dieser Zeit

Beim Kirchentag in Leipzig im Juli 1989 lernte ich die Gemeinde kennen. Zum damaligen Zeitpunkt waren in Deutschland (damals DDR) nur ein Mädchen (“das ehemalige Gruppenmitglied”) und zwei Österreicher. Ich freute mich sehr an der täglichen und verbindlichen Gemeinschaft mit ihnen, wonach ich mich schon lange sehnte, aber bisher nicht gefunden hatte.

Deshalb fuhr ich so schnell wie möglich nach Hause, um meiner Familie und meinen Freunden von den neuen Erfahrungen zu erzählen. Leider wurde ich enttäuscht. Sie wollten dieses konsequente Christsein nicht.

Mir war es sehr ernst Jesu Nachfolge gemeinsam zu leben. Ich ging früher davon aus, dass meine Familie die gleiche Sehnsucht nach der Wahrheit und dem Gemeindeleben hatten wie ich, nur dass sie nicht wussten, wie es praktizierbar sei. Es stellte sich heraus, dass es nicht so war. Leider waren sie nicht bereit, sich ihre Sünde – die jahrelange Gleichgültigkeit und Anpassung an die weitverbreitete sogenannte Frömmigkeit der kirchlichen Tradition – einzugestehen. Weder wünschten noch glaubten sie, dass ein Gemeindeleben in geschwisterlicher Beziehung möglich sei. Aus diesem Grund beurteilten sie sich selbst und andere sogenannten Christen nicht.

Deshalb trennte ich mich sehr schnell von ihnen. Ohne diese klare Grenze wäre für keinen deutlich geworden, was Nachfolge Jesu und Gemeinde bedeutet.

Auch ich wünschte mit denen, die mir lieb geworden waren, weiterhin zusammen zu sein . Doch die Ursache der Trennung lag bei ihnen. Sie wollten nicht die Konsequenzen aus Gottes Wort in ihrem Leben umsetzen. Das trennte uns im Denken, Leben und Glauben. Ich wollte sie darin respektieren, jedoch auch meine Freiheit nicht rauben lassen.

Wir sprachen mit vielen Menschen, aber keiner von denen wollte so leben, stattdessen lehnten sie uns als “Sektierer” wegen unseres Kirchenaustritts ab, als wäre die evangelische Organisation die Grundfeste der Wahrheit.

Diesem Druck waren meine Freundin und ich nicht gewachsen. Aus Feigheit und Angst vor der ständigen Ablehnung wichen wir vom Anspruch Jesu ab. So akzeptierten wir die Unterscheidung von Kirche als Organisation und unsichtbarer Gemeinde, obwohl wir wussten, dass Kirche nur aus Christen besteht. Auch akzeptierten wir die Lauheit der sogenannten Christen als Schwachheit, wohlwissend, dass viele zur Änderung gar nicht bereit sind. Wir wollten es nicht wahr haben, dass es so wenige Christen gibt, noch wollten wir als stolze Pharisäer gesehen werden, obwohl wir keinem Menschen die Chance der Erlösung absprachen. Wir wollten einfach die Spannungen zwischen unseren religiösen Verwandten, Bekannten und uns nicht tragen. Das machten wir uns jedoch damals nicht bewusst, sondern wir meinten, mit diesem Anspruch zu hart zu sein.

Der Brief und das Gespräch mit den Geschwistern haben mir geholfen, mein Denken und Handeln vor Gott zu sehen und zu beurteilen. Wie selbst meine Freundin schreibt, haben sie keinen Druck auf uns ausgeübt, da ihnen sowieso nichts an Mitläufern liegt, sondern haben immer klar und offen gesprochen bzw. geschrieben. Ich wollte wieder, so wie am Anfang, gemeinsam mit ihnen in der Nachfolge Jesu leben, meine Freundin aber meinte, unter den Großkirchen Einheit schaffen zu können.

Bezüglich des Anhanges von Katrin Müller

Sie schreibt, dass durch das Bewusstwerden der Konsequenz des Abfalls starke innere Kämpfe folgen. Die meisten würden diese Phase mit einem Bekenntnis zur Gemeinde beenden. Dies würde die Person an die Gemeinde binden und die eigene Persönlichkeit verlieren lassen.

Die Lehre des Abfall hat sich keiner von uns ausgedacht, sondern sie ist eine nachweisliche Tatsache, die in der Bibel ausdrücklich dargelegt wird. Die Konsequenz des Abfalls ist ebenso erschütternd wie die Konsequenz, nicht an Gott zu glauben. Es ist einfach nicht richtig, daraus eine Absicht abzuleiten, dass wir mit dieser Lehre Menschen an uns binden wollten. Die eigene Persönlichkeit leidet erst, wenn man tut, wovon man doch irgendwie weiß, dass es falsch ist. Die inneren Kämpfe meiner Freundin wären nicht mit einem Bekenntnis zur Gemeinde beendet worden, sondern nur in einer klaren Entscheidung für Jesus.

Eine formale Gemeindezugehörigkeit ist kein Garant für den Himmel, sowie ein Bekenntnis ohne Einsicht keine Freiheit in der Vergebung und auch keinen Frieden zur Folge hätte.

Durch die Entscheidung gegen die Gemeinde (also für ein laues Christentum) entsteht natürlich ein starker innerer Konflikt, der nicht wirklich gelöst werden kann. Durch die Entscheidung, nämlich Jesus zu verraten, ist auch Judas am Leben verzweifelt.

Weitere Stellungnahme zum Bericht:

In dem Bericht eines ehemaligen Gemeindemitgliedes der Gruppe 1989 wird erwähnt, dass “es Belege gäbe, dass wir den Selbstmord eines Menschen in dieser Phase (gemeint: der inneren Anfechtung nicht ganz zur Gruppe gehören zu wollen) in Kauf nehmen würden.”

Zitat: “Es ist besser, dass er sterbe, als dass er abfalle. An dieser Stelle zeigt sich die ganze Unbarmherzigkeit dieser Sekte”.

Unsere Gemeinschaft hat Selbstmord immer schärfstens abgelehnt, deswegen kann ich Selbstmord nicht gemeint haben. Es wäre somit ein innerer Widerspruch aus diesem Zitat zu entnehmen, dass wir den Selbstmord für möglich halten.

Den Vorwurf der Unbarmherzigkeit, der uns gemacht wird, solle man an Jesus weiterleiten. Ist Jesus unbarmherzig, wenn er bedingungslose Nachfolge fordert?

Ist Jesus unbarmherzig, wenn Menschen ihm nicht wirklich nachfolgen wollen und dadurch in große Gewissenskonflikte und Krisen kommen? Ist Jesus schuld, wenn Judas, nachdem er Jesus verraten hatte, den Selbstmord wählte und sich aufhing?

Der Satz “Es sei besser zu sterben als abzufallen” ist in einem bestimmten Zusammenhang, den man nicht außer Acht lassen kann, richtig. Z. B. ist es in einer Verfolgungssituation richtig den Glauben nicht zu verleugnen, auch wenn es das Leben kostet. Gottes Gnade zu verlieren, ewig in der Hölle zu sein, ist das Schrecklichste, was man erleben kann. Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Wir haben nicht das Recht uns das Leben zu nehmen.

Zum “Bericht eines ehemaligen Mitgliedes der Gruppe (2000)”

Vorab möchten wir anmerken, dass es uns rätselhaft ist, wie man bei einem neunmaligen Kontakt von “Mitgliedschaft” sprechen kann, wobei wir ohnehin oben (zu “Werbung”) erklärt haben, dass es beim Christsein nie um Mitgliedschaft geht.

Der Bericht besteht im wesentlichen aus der Beschreibung äußerer Begebenheiten, ohne wirklich Inhalte der “intensiven und gehaltvollen Gespräche” wiederzugeben. Dabei sind es gerade die Inhalte der Gespräche, an denen man den Wahrheitsgehalt der Gedanken und des daraus folgenden Lebens prüfen kann. Wir wissen, dass Emotionen nicht die Basis sind, auf der man sein Leben aufbauen kann. Deshalb bemühen wir uns auch um inhaltsvolle, nachvollziehbare Gespräche, in denen wir uns auf den Anderen einstellen, was H. als “auf ihn zugeschnittene Gespräche” bezeichnet. Was aber ist daran ungewöhnlich?

Bezüglich der Inhalte waren wir oft in Übereinstimmung bis zu dem Wochenende, als er durch Gespräche mit “unabhängigen Vertrauenspersonen” zu neuer – bzw. wohl eher alter – Perspektive kam. Zumindest die Gespräche mit seinem Vater repräsentieren allerdings wahrlich keine unabhängige Position, da dieser schon allein in seinem Amt als Pastor die biblische brüderliche Gemeindestruktur nicht vertreten kann.

Auch im letzten Gespräch hat H. nicht versucht, anhand der Worte Jesu zu erklären, worin nach seinem Verständnis die Nachfolge Jesu besteht. Vielmehr hat er deutlich ausgedrückt, dass er jetzt nicht bereit ist, nach Gottes Willen zu leben.

Wie er selbst schreibt, löst Verbindlichkeit bei ihm Unbehagen aus, da er eher individualistisch / unabhängig eingestellt ist und sich nicht gern festlegt. Diese Haltung steht der verbindlichen Liebe und Hingabe an Gott und die Brüder entgegen, die uns Jesus vorgelebt hat und zu welcher er uns befähigt.

“Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben…” (1. Johannes 3,16)

Zu den “Erfahrungen einer sächsischen Pfarrfamilie mit Angehörigen der Holic-Gruppe”

“Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt: erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Schlechtigkeit,…List und Tücke; Ohrenbläser, Verleumder,… Erfinder böser Dinge.(Römer 1,28-30)

Für einen objektiven Leser ist es nicht schwer, die inneren Widersprüche und damit die Verzerrung der Darstellung, die Auflistung von Vermutungen, die zu Verleumdungen werden, zu erkennen und damit auch den Schreiber und dessen Motive zu beurteilen.

Wie immer wieder von uns klar dargestellt, lehnen wir jede Bezeichnung für uns – jeden Namen ab und würden uns auch nie als die wahren Gläubigen vorstellen.

Es ist falsch und damit eine Lüge, dass wir vom Landeskirchenamt Redeverbot bekommen hätten. Selbst wenn es im Einzelnen mit Pfarrern und Leitern zu Diskussionen über Bibelverständnis und deren praktische Umsetzung kam, wurden wir doch bei der letztendlichen Erklärung unseres Austrittes sehr darum gebeten, unsere Entscheidung zu überdenken, da unsere Anwesenheit immer zum Überdenken und Neuorientieren angeregt hätten und diese Stimulierung mit unserem Weggehen ausbleiben würde. Wir wurden sogar noch brieflich eingeladen, trotz der Austrittserklärung, an den Veranstaltungen weiterhin teil zu nehmen.

Die Verleumdungsschrift vom Herrn Pfarrer soll den Eindruck erwecken, dass seine wehrlose Frau immer wieder von uns besucht und mit unseren Argumenten überschüttet wurde, obwohl sie diese als abstrus zurückgewiesen und sich klar davon distanziert habe.

Welchen Grund für Gespräche hätte es dann wirklich gegeben!?

Es ist vielmehr so, dass gerade sie uns gegenüber ausdrückte, dass sie unter dem Zustand, in dem sie lebte, litt! Sie sah deutlich, dass sie ihre frühere Freiheit verloren und dem Zwang, der sogenannten Gemeinde entsprechen zu müssen, unterlag. Sie wurde beobachtet in allem, was sie tat. Die Beurteilung der Leute über ihr Verhalten konnte sie dann auf der Strasse hören. Wenn sie sich nicht den Erwartungen entsprechend verhielt, wurde oder wurden sie als Pastorenehepaar nicht in der “Gemeinde” akzeptiert.

Außerdem klagte sie, dass sie beide völlig überarbeitet seien und es unzumutbar wäre, was man von Pastoren erwartete (Krankenbesuche, sonntags an unterschiedlichen Plätzen predigen, Berechnung der Kirchensteuer, Leitung von Bautätigkeiten, Organisieren von Festen…).

Wir konnten das gut verstehen und drückten ihr auch deutlich aus, dass der Grund für dieses überarbeitet sein darin liegt, dass diese gewählte Struktur nicht der biblischen Gemeindestruktur entspricht und dadurch dieses Missverhältnis zustande kam.

Das Gespräch war gut, wir verabschiedeten uns voneinander und sie drückte ihren Dank für unsere Gedanken aus. Wir versprachen, sobald es möglich ist, wieder zu kommen.

Dass unser Besuch nicht nur Freude ihrerseits, sondern auch starke Ablehnung seinerseits hervorrief, kann man sich natürlich vorstellen. Deshalb versuchte er auch mit aller Kraft einen nächsten Besuch zu verhindern.

Der Fakt, dass sie uns nicht klar ausdrücken wollte, keinen Kontakt mehr mit uns haben zu wollen, kann man auch so deuten, dass ihre Entscheidung keineswegs fest stand, da sie sonst auf das Bitten, sich darüber zu äußern, hätte eingehen können.

Sie sah selbst, dass das Leben, das sie lebte, nicht der biblischen Wahrheit entsprach, aber sie nicht den Mut hatte, gegen ihren aufgebrachten Mann klar Stellung zu beziehen.

Will man seinen Lesern das Bild von einer Sekte suggerieren, dann dürfen einige Aspekte nicht fehlen. Gibt es dafür keine Fakten, so spezialisiert man sich eben auf Vermutungen und Verleumdungen.

“Ich vermutete den Einfluss von Alkohol oder Rauschgift. Vielleicht lag jetzt eine Art religiöser Wahn, eine geistige Umnachtung oder einfach ein krankhafter Befund vor? Da wir drei kleine Kinder haben, entschlossen wir uns, uns auf keinerlei Diskussionen einzulassen… wir trauten ihnen inzwischen auch Kidnapping und Erpressung zu. “

Der Herr Pfarrer schreckt auch nicht zurück, direkte Lügengeschichten zu erfinden, um seine Darstellung spannender werden zu lassen. So hat es nie am Montag einen Anruf mit einer Besuchsankündigung gegeben, da wir, wie er auch schon vorher treffend bemerkte, gewöhnlichen Arbeiten nachgehen. Deshalb blieb auch der vermeintliche Besuch aus.

Auch Nachbarn, die wir am Telephon tyrannisiert hätten, sind reine Hirngespinnste.

Jesus sagt, dass jeder, der aus der Wahrheit ist, seine Stimme hört (Joh18,37b). In diesem Vertrauen, dass jeder die Wahrheit erkennen und tun kann, rufen wir Menschen in die Nachfolge Christi. Deshalb möchten wir an dieser Stelle deutlich zum Ausdruck bringen, dass es uns ein großes Anliegen ist, jedem diese Freiheit zur Entscheidung zu lassen. Andererseits möchten wir uns auch dafür einsetzen, dass niemand daran gehindert wird, seine Glaubenshaltung frei äußern zu können.

Zum “Brief der Österreichischen Studentenmission an Gottfried Holic (1980)”

Den Hintergrund dieses Briefes bildete die Tatsache, dass Gottfried die sektiererisch-fundamentalistische Einstellung der “Gemeinde Tulpengasse” und der damals von ihr kontrollierten “ÖSM” nicht teilte und andere darauf aufmerksam machte, dass für diese Gruppierungen Lehren wie Schöpfung in 6 Tagen, ein 6000 Jahre junges Universum, globale Sintflut, Erwartung der baldigen Wiederkunft Jesu, Verdammnis aller, die nie etwas von Jesus gehört haben (“Hätte sich in Amerika einer für Gott interessiert, dann wäre Amerika früher entdeckt worden”), Ablehnung der biblischen Lehre des Abfalls, gelehrt wurden.

Erfahrungsbericht einer polnischen Schwester

Folgend ein Abschnitt aus einem längeren Bericht einer polnischen Schwester, deren Eltern in ihrem Heimatland eine einflußreiche Position innehaben. Diese Schwester wurde von ihren Eltern gewaltsam von der Gemeinde festgehalten, in die geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses gesteckt (wobei ihr dort ein Arzt schon drei Wochen vor ihrer Entlassung mitteilte, dass sie das Krankenhaus eigentlich verlassen könnte, und sie nur wegen ihrer besonderen Lebensumstände noch dort bleiben müsse) und widerrechtlich in ihrer Abwesenheit entmündigt. Unter anderem wurde sie auch längere Zeit (September 1998 – Januar 1999) in einem katholischen Kloster in Krakau festgehalten:

“… Ich blieb 4 Monate im Krankenhaus. Kurz vor meiner Entlassung d.h im August 1998 fand ein wichtiges Gespräch zwischen meiner Familie, dem Arzt und mir statt. Meine Eltern machten mir klar, wie sie mit mir vorgehen werden. Unter anderem sagten sie mir, dass falls ich mich entscheide, nicht zu den Freunden zu fliehen, sie mir die “Freiheit” schenken; falls ich mich nicht an ihre Bedingungen halte, würden sie mich an einen unbekannten Platz schicken, dessen Adresse niemand kennen würde. Weil ich mich mit den Bedingungen nicht einverstanden erklärte, wurde ich an diesen “unbekannten Ort” verschickt. Das war das Kloster der Dominikaner-Nonnen in Kraków in der ulica Kasztanowa. Ich wurde dort auch gezwungen, an der Therapie der Frau Piotrowska und an den Gesprächen mit dem Dominikaner Jacek Galuszka teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war meine Freiheit sehr eingeschränkt. Ich konnte weiterhin die Bibel nicht lesen, es war auch nicht erlaubt, ohne Begleitung irgendwo hinzugehen. Außerdem zwangen mich die Eltern, Dinge zu tun, die ich nicht tun wollte – z. B. ins Kino zu gehen. …”

Als die Schwester nach einer gewissen Zeit des “Wohlverhaltens” die Erlaubnis zu einer Reise nach England erhielt, welche sie alleine unternahm (allein dieses Faktum der Selbständigkeit zeigt, dass die Entmündigung nur zur Gefügigmachung unserer Schwester diente), nützte sie diese Gelegenheit, um eigenständig von England quer durch mehrere europäische Länder zu Geschwistern außerhalb ihrer Heimat zu fahren. Derzeit führt sie einen Kampf um die Wiederherstellung ihrer Rechte in ihrer Heimat und mußte in der Zwischenzeit auch einen (erfreulicherweise erfolglosen) Entführungsversuch von seiten ihrer Eltern erfahren. Den zitierten Bericht hat die Schwester im Rahmen ihres Kampfes um ihre Rechte erstellt.

Der Entzug wesentlicher Menschenrechte, Klosterhaft, Bibelverbot usw. kamen also nicht nur im finsteren Mittelalter vor, sondern sind auch heute mitten in Europa noch aktuell. Die römisch-katholische “Kirche” hat ihr Wesen nicht verändert und ist heute, wenn es irgendwelche Möglichkeiten dazu gibt für Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen genauso zu haben wie schon vor vielen Jahrhunderten.

Zum “Verhalten der Holic-Gruppe gegenüber Anhängern mit psychischen Problemen (2009)”

“Wir aber, die Starken, sind verpflichtet, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und nicht uns selbst zu gefallen.” (Römer 15,1)

“Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.” (Galater 6,2)

Die Bruderliebe, den anderen in seinen Nöten zu tragen, entspricht dem, was Jesus uns lehrte. Deshalb hat gerade unser tägliches Zusammensein das Ziel, diese Liebe in die Praxis umzusetzen. Dabei wollen wir es auch den gesundheitlich Schwachen unter uns ermöglichen, die Freude an der Gemeinschaft mitzuerleben und nehmen entsprechend Rücksicht auf sie.

A.s Freude an der Gemeinschaft war sicher gedämpft dadurch, dass sie sehr auf ihre Bedürfnisse konzentriert und wenig bereit war, an andere zu denken und sich zu verschenken. Deshalb meinte sie damals, ein Schlafbedürfnis von 14 bis 16 Stunden zu haben, was aber medizinisch nicht begründbar war. Dies beurteilte auch ihre damalige Ärztin so und gab ihr den Rat, mit ca. 8 Stunden Schlaf pro Tag auszukommen, den wir auch teilen konnten.

Manchmal gab A. selbst zu, dass sie in Bezug auf das Schlafen und wenn es darum ging, uns bei manchen Arbeiten zu unterstützen, “die Vorteile der Krankheit nutzen wollte” und sie als Ausrede gebrauchte, um ihren Egoismus im übermäßig langen Schlafen oder Nichts-tun-Wollen zu rechtfertigen.

Grundsätzlich sind wir sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit, die zwischen ihrer Ärztin und uns möglich war. Wir erhielten viel Unterstützung und hätten es nicht gewagt, die Medikamentendosis ohne ihre Zustimmung zu verändern – wie A. es behauptet.

Der Ausschlussgrund war nicht das erhöhte Schlafbedürfnis, sondern Unehrlichkeit und Lüge. Diese Sünden nahmen immer mehr Raum in ihrem Leben ein. So war sie (während sie unter uns war) dazu fähig, ihren ehemaligen Freund wegen angeblicher krimineller Handlungen vor Gericht anzuklagen. Als diese Anklage abgelehnt wurde, gab sie zu, dass er nichts Kriminelles getan hatte, sondern sie sich an ihm rächen wollte.

Obwohl wir damals über diese Kaltblütigkeit erschüttert waren, trennten wir uns nicht von ihr, sondern versuchten ihr weiterhin zu helfen, ehrlich zu werden – aber leider ohne Erfolg.

Letztendlich mussten wir uns von ihr trennen.

Johannes schreibt in seinem 1. Brief: (Verse 7-9)

“Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.”

Nach ihrem Ausschluss versuchte A. durch Briefe und Gespräch, wieder zurück zu kommen und uns von ihrer Umkehr zu überzeugen, war aber nicht bereit, ihre Lügen aufzudecken und ins Licht zu bringen. Lüge ist nicht in einer psychischen Erkrankung begründet, sondern es stellt sich die Frage, ob jemand Gott und die Wahrheit liebt. Gott gibt die Kraft, die Wahrheit zu sagen. Nur auf dieser Basis ist Vertrauen untereinander möglich, Lüge zerstört die Vertrauensgrundlage.

Bezüglich ihres “arbeitsreichen” Urlaubes wäre noch Folgendes zu sagen:

Es ist eine natürliche Sache, dass Freunde sich auch in praktischen Dingen helfen, in dem Fall war es ein Umzug. Sie selbst hatte damals den Wunsch geäußert, unsere Glaubensgeschwister dabei zu unterstützen. Dass sie es jetzt so darstellt, als hätte sie auch in ihrem Urlaub ständig arbeiten müssen, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sie Dinge entstellt mit der Absicht, die Wahrheit in Lüge zu verkehren, um etwas sektenwürdiges zu finden.

Auch wie sie über einen Treppensturz schreibt, der damit endete, dass sie sich den Fuß brach, ist eine Verleumdung. Längere Zeit danach hat sie selbst es so gesehen, dass sie damals voller Zorn und Auflehnung war. Sie hatte sich dann nicht mehr wirklich unter Kontrolle, war unvorsichtig und übersah eine Stufe. Diese Beurteilung war ihre eigene Erkenntnis, die nicht von uns motiviert war.

Es entsteht der Eindruck, dass sie das, was sie selbst wollte (beim Umzug helfen) oder selbst beurteilte (den Zorn und Auflehnung) uns zu Lasten legen möchte.

Wir können mit Paulus’ Worten sprechen, wenn er sagt:

“Wir sagen die Wahrheit in Christus, wir lügen nicht, wobei unser Gewissen uns Zeugnis gibt im Heiligen Geist.” (Römer 9,1)

Wir möchten jeden ermutigen, die Gemeinde kennen zu lernen und anhand der Bibel zu prüfen, ob unsere Worte mit unserem Leben in Einklang sind.

zu “Wie verhalten”

“Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.” (2. Korinther 13,8)

Wir stimmen Herrn Kluge zu, daß zuerst die Information stehen muß, “die dem Betreffenden die Möglichkeit einer eigenverantworteten freien Entscheidung gibt.” Information, nicht Verleumdung. Wie glaubwürdig ist jemand als Quelle, der, wie Gerald Kluge, nie auch nur das persönliche Gespräch mit denen, über die er schreibt, gesucht hat und seine Informationen nur von aus persönlichen Gründen befangenen Informanten bezogen hat? Herr Kluge hat erstmals den Kontakt mit uns gesucht, als er im Jahr 2000 erfahren hat, daß an einer Gegendarstellung zu seiner Schrift gearbeitet wird, also sieben Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage seiner Broschüre. Man kann uns allerdings den Vorwurf machen, daß wir erst mit einer Verspätung von sieben Jahren reagieren. Da wir aber keinerlei Zugang zur Presse, Rundfunk oder irgendwelchen Verlagshäusern haben, sahen wir erst mit dem Internet eine Möglichkeit, in der Öffentlichkeit entsprechend zu reagieren.

Auf Herrn Kluges Vorschläge zum Umgang mit “Mitgliedern” soll nicht im Detail eingegangen werden. Auffällig ist nur, daß die Auseinandersetzung mit der Lehre, die doch die Grundlage jedes christlichen Lebens ist, in seiner “Methodik” überhaupt nicht vorkommt. Er empfiehlt nur eine Trennung von der “Gruppe”, wenigstens für “eine Weile” und sonstige eher in der Psychologie grundgelegte Methoden wie “ritualisierte Gespräche”.

Natürlich dürfen hier auch Untergriffe nicht fehlen, wenn er schreibt: “Da man sich als Normalbürger im Gegensatz zu Holic-Mitgliedern auch einmal hinterfragt…”, so als ob wir uns selbst nicht hinterfragen würden. Wie gut wäre es, wenn sich die “Normalbürger” wirklich hinterfragen würden und ihre Wege durch das Wort Gottes prüfen würden! Wir wissen, daß wir vor Gott stehen und für alle unsere Handlungen verantwortlich sind. Im Kapitel “Moralvorstellung” findet sich auch folgende Kritik Gerald Kluges: “Von daher wird die eigene Handlungsweise ständig hinterfragt, ob sie erlaubt oder Sünde sei …” Zur Klärung von Herrn Kluges Widersprüchen sei festgehalten: Wir hinterfragen uns, allerdings nicht in der Weise, wie er es uns in dem genannten Kapitel vorwirft. Festigkeit in Glaubensfragen heißt nicht, daß man sich selbst nicht prüft.

Zu “Immunisierung gegen Kritik”

“Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus …” (Philipper 1,27)

Wir beugen Kritik dadurch vor, daß wir ein Leben führen wollen, das Christus würdig ist.

Über die Bedeutung des Begriffs “Sekte” wird in der Gemeinschaft äußerst selten gesprochen. Wir haben anderes zu tun. Es ist sicher traurig, wenn man mit einem in der Öffentlichkeit extrem negativ besetzten Begriff bezeichnet wird. Aber nach Lk 6,22 ist das auch ein Grund zur Freude:

“Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen.”

Einen Grund zu einer “ausgesprochen wütenden oder gereizten Reaktion” gibt es daher nicht. Falls Geschwister auf Beschimpfungen anderer auf diese Weise reagiert haben sollten, so war das nicht richtig und nicht im Sinne Gottes und der Gemeinde.

Obwohl wir um die geistliche Realität des Satan wissen, der in irgendeiner Weise hinter allen gottfeindlichen Aktivitäten steckt, “bemühen” wir ihn nicht. Auch böse Menschen sind eigenverantwortlich und nicht Marionetten des Teufels.

Wenn Herr Kluge behauptet: “Die Gruppe würde sogar eher in Kauf nehmen, daß entstandene psychische Probleme den Menschen in den Selbstmord treiben”, so impliziert das den Vorwurf, daß wir den Selbstmord dem Abfall vorziehen. Somit wäre es unserem Kritiker wieder gelungen, uns in das Schema der Psychosekte zu pressen. Dieser Vorwurf ist nicht nur unrichtig, sondern auch in sich widersprüchlich und unlogisch, da der Selbstmord eine Sünde ist, die den Abfall voraussetzt. Wir distanzieren uns auch von der in freikirchlichen Kreisen des öfteren geäußerten Lehre, daß etwa die in 1. Joh 5,16 erwähnte “Sünde zum Tod” bedeutet, daß Gott einen schwer sündhaften Christen sterben läßt, um ihn auf diese Weise vor dem Abfall zu bewahren. Deswegen widerspricht auch der Satz “Es ist besser, daß er sterbe, als daß er abfalle” den Grundsätzen der christlichen Gemeinde. Unser Ziel ist immer, alles zu tun, um einem Menschen das Leben zu schenken und zu bewahren, sowohl in geistlicher als auch in körperlicher Hinsicht.

Der geistliche Tod ist in seinen Konsequenzen sicher unendlich schlechter als der körperliche Tod. Dem körperlichen Tod kann niemand ausweichen. Als Christen haben wir aber die Hoffnung auf das ewige Leben, das jetzt schon begonnen hat. Wenn aber jemand geistlich stirbt, das heißt, seine Lebensbeziehung zu Gott willentlich zerstört, dann bleibt keine Hoffnung mehr. Das ist aber nicht unsere Sonderlehre, sondern klare Lehre Jesu und der Apostel (siehe auch: zu “Strafe – Ausschluss” und zu “Einschätzung”).

zu “Umgang mit Anhängern”

“Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht!”(Johannes 7,24)

Dieses Kapitel in Herrn Kluges Abhandlung spricht zwar nicht mehr uns an. Aber da auch in diesem Kapitel immer wieder verschiedenste Verleumdungen anklingen, ergibt sich auch hier die Notwendigkeit einer Stellungnahme.

Was wir uns als christliche Gemeinde von jedem objektiven Leser erwarten, ist:

“Prüft aber alles, das Gute haltet fest!” (1. Thessalonicher 5,21)

Auf dieser Grundlage stellen wir uns gerne jeder sachlichen und offenen Diskussion. Wir haben nichts zu verbergen. Wir erwarten uns nur Offenheit und Bereitschaft, zu prüfen.

“Was sollen wir tun?” Diese Frage stellten auch die Menschen in Jerusalem beim Pfingstfest des Jahres 30 (Apg 2,37). Wir können nur die damalige Antwort des Petrus wiederholen:

“Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen!” (Apostelgeschichte 2,38)

Wir haben diesen Schritt gesetzt (wobei das Schwergewicht auf der Umkehr liegt, die Taufe nur ein äußerliches Zeichen der Umkehr ist). Wer das Heil erlangen will, muß den selben Schritt setzen, muß sich mit seinem ganzen Leben Jesus zuwenden und ihm nachfolgen. Das ist unser Ziel und sonst nichts.

 

zu “Einschätzung”

“…sondern durch die Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns jedem Gewissen der Menschen vor Gott.” (2. Korinther 4,2)

“Wie ist die Gruppe einzuschätzen?”

Herr Kluge hat sein Urteil gefällt: “Die Holic-Gruppe ist mit Sicherheit in den Bereich der sogenannten Sekten und Psychokulte einzuordnen.”

Da er dieses Urteil über eine nicht existierende “Holic-Gruppe” ausgesprochen hat, trifft es uns im Grunde nicht. Da Herr Kluge aber eindeutig die christliche Gemeinde meint, wollen wir auf sein Urteil und dessen Begründung eingehen.

Was ist eine “Sekte”? Was ein “Psychokult”?

Wenn in der Bibel von der “Sekte der Nazoräer” (Apg 24,5) die Rede ist, dann meint das eine “Schule” oder “Partei”. Das griechische Wort “hairesis” wurde auch für die Sadduzäer (Apg 5,17) und Pharisäer (Apg 15,5) verwendet, welche die wichtigsten Richtungen des Judentums des 1. Jahrhunderts waren.

Die heutige Verwendung des Begriffs “Sekte” ist “relativ unpräzise und wenig trennscharf” (Erste Auskunft “Sekten”, 3. Aufl. 1999, S. 185). Einheit herrscht unter den Fachleuten nur über die Etymologie dieses Wortes vom lateinischen “sequor” “folgen”.

Oft wird das Wort eher im soziologischen Sinne als Abspaltung von einer größeren Religionsgemeinschaft verwendet, z. B. als “Bezeichnung für sich abschließende, in Lehre und / oder Praxis von der Mehrheit abweichend orientierte, somit dissidierende Minderheiten” (Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, hg. Gasper, Müller, Valentin, Sp. 973)

Im spezifisch christlichen Sinn werden Sekten als “Gemeinschaften, die mit christlichen Überlieferungen wesentlich außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen verbinden und in der Regel ökumenische Beziehungen ablehnen” (Handbuch Religiöse Gemeinschaften, hg. Horst Reller u.a., 4. Auflage 1993, S. 15) definiert. In ähnlicher Weise beschreibt ein anderes Werk (Jugendreligionen, Sekten, Destruktive Kulte, hg. Sozialwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft, 1997, S. 12) die Merkmale einer Sekte:

“christlicher Hintergrund, in der Regel aber keine Ökumene, außerbiblische Glaubensquellen, Absolutheitsanspruch”

Diese Definition trifft exakt auf die römisch-katholische “Kirche” in ihrer vorkonziliaren Gestalt zu. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil ist nur ein Punkt (keine Ökumene) weggefallen. Die restlichen Punkte bleiben bestehen. Im Gegensatz dazu akzeptieren wir keinerlei außerbiblische Glaubensquellen, können aber der ökumenische Bewegung wegen ihrer Vernachlässigung der Frage nach der Wahrheit nicht zustimmen. Wir halten am Absolutheitsanspruch des Christentums fest, so wie ihn auch Jesus geoffenbart hat (Joh 14,6). Nach dieser Definition verdient also die römisch-katholische Organisation mindestens im selben Ausmaß die Bezeichnung “Sekte” wie unsere Gemeinschaft. Oder kommt es letztlich doch nur auf die Größe und den gesellschaftlichen Einfluß an?

Da der Begriff “Sekte” mit zahlreichen negativen Assoziationen besetzt ist, wurde in einem Bericht des Europarates vorgeschlagen, diesen Begriff überhaupt zu meiden.

“Of course, it is clear that it is very tempting for state authorities to use the term “sect”, given that it is easily understood by everyone. However, state authorities would be well advised to forgo using this term since there is no legal definition of it and it has an excessively pejorative connotation. In the public mind today, a sect is extremely evil or dangerous.” (Council of Europe: Sect Report; AS/Jur 1998/38, Abs. 14)

Zur Beurteilung als “Psychokult” sei auf folgende Definition eines “Kultes” hingewiesen:

“Ein Kult ist das Verhalten einer Gruppe oder eine Bewegung, welche
a) einer Person, einer Idee oder einem Gegenstand große oder übermäßige Verehrung entgegenbringt,
b) ein Gedankenreformprogramm benützt, um die Mitglieder zu überzeugen, zu steuern und zu sozialisieren (d.h. sie in das “einzigartige” Muster von Beziehungen, Glauben, Wertvorstellungen und Praktiken der Gruppe zu integrieren),
c) in den Mitgliedern systematisch Zustände von psychologischer Abhängigkeit erzeugt,
d) die Mitglieder ausbeutet, um die Ziele der Führerschaft zu verwirklichen und
e) dazu neigt, den Mitgliedern, ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld psychischen Schaden zuzufügen.” (Jugendreligionen, Sekten, Destruktive Kulte, Hg. Sozialwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft, 1997, S. 10)

Gegner des Christentums mögen uns vorwerfen, daß wir Jesus, dadurch, daß wir ihn als Gott verehren, “übermäßige Verehrung entgegenbringen”. Die übrigen Punkte dieses Kataloges treffen auf uns nicht zu, was uns auch Herr Kluge für den Punkt d) bestätigt. Damit wollen wir uns nun auch Herrn Kluges Kriterien für unsere Aburteilung als “Sekte” bzw. “Psycholkult” zuwenden.

Zuerst bringt er aber vier Punkte, die auch laut Herrn Kluge auf uns nicht zutreffen:

1. die vorrangige Ausrichtung auf Gelderwerb für den Leiter und die daraus folgende Ausbeutung der Mitglieder
Immerhin ist dieser Punkt für Steven Hassan (s.o.) einer der wichtigen Punkte, an denen man eine totalitäre Sekte erkennen kann.
Wenn Herr Kluge uns von diesem Anklagepunkt freispricht, können wir hingegen nicht sagen, daß dieses Sektenmerkmal nicht auf die römisch-katholische Organisation zutrifft. Immerhin verlangen sie auch heute noch in einigen Staaten auch von völlig desinteressierten Mitgliedern, die sich in keiner Weise mit der Lehre dieser Organisation identifizieren, einen Zwangsbeitrag, der notfalls auch mit staatlicher Gewalt eingetrieben wird. Sogar wenn jemand niemals auch nur das geringste aktive Zeichen einer Mitgliedschaft gesetzt hat, wird er zur Kasse gebeten. Im Laufe der Geschichte hat diese Organisation durch Ausbeutung ihrer Mitglieder riesige Reichtümer angesammelt.

2. die alles überrragende Stellung des Gründers bzw. derzeitigen Leiters, der sich als Mittler zwischen seinen Jüngern und Gott versteht und mitunter kultisch verehrt wird
Zu diesem Vorwurf bekennen wir uns, wenn auch nicht im üblichen Verständnis. Unser Gründer und nicht nur derzeitiger, sondern ewiger Leiter, Jesus Christus, hat eine alles überragende Stellung. Wir verehren ihn als Gott. Er ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen (1. Tim 2,5). Wir geben ihm die Ehre, die ihm gebührt. Er ist der Herr. Wir aber sind Brüder.

Die römisch-katholische Organisation hingegen hat einen menschlichen Leiter, den sie als “Heiligen Vater” (ein in der Bibel allein für Gott verwendeter Titel – Joh 17,11) verehrt und dem sie Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sittenlehre zuschreibt.

3. das weltweite (auch wirtschaftliche) Imperium der Sekte mit Tarn- und Unterorganisationen
Gottes Reich ist nicht von dieser Welt (Joh 18,36). Daher lehnen wir jede Organisierung und Institutionalisierung grundsätzlich ab.

Die römisch-katholische Organisation hingegen ist voll in das gottlose Wirtschaftssystem integriert, was durch vereinzelte Skandale immer wieder ans Licht kommt. Wir wollen unsere Kritik aber immer vor allem auf die Lehre aufbauen. Nur weil Herr Kluge diesen Punkt erwähnt, wollen wir darauf hinweisen, daß er auf seine eigene Organisation zutrifft.

4. die Naherwartung des baldigen Weltendes
Herr Kluge hat hier gelernt und seine früheren Vorwürfe zurückgenommen. Dieses Sektenkennzeichen findet sich bei den großen “Kirchen” im allgemeinen nicht, wird aber bei manchen katholischen (marianischen) Splittergruppen akzeptiert, ohne daß diese als Sekten abgestempelt würden.

Bevor Herr Kluge zu den direkten Anklagepunkten kommt, stellt er immerhin auch ein “genuin religiöses Anliegen” fest, nicht ohne in diesem Zusammenhang wieder auf Fanatismus hinzuweisen. Dieser “Fanatismus” hingegen steht im Widerspruch zu seiner Feststellung von Rationalität bis hin zur “Flucht in die Rationalität”. Fanatiker sind niemals rational. Entschiedenheit ist nicht Fanatismus.

Doch nun zu den angeblich bei uns vorliegenden “typischen Sektenmerkmalen”:

a) totaler Bruch des neuen Anhängers mit dem bisherigen sozialen Umfeld
Dazu sei festgehalten:
Es geht uns allein um die Nachfolge Jesu, nicht darum, jemanden aus seiner bisherigen Umgebung herauszureißen. Natürlich führt das neue Lebensziel eines Menschen auch zu neuen Kontakten und zum Nachlassen bisheriger Kontakte. Aber ein totaler Bruch ist und war nie unser Ziel. Manchmal führt aber eine feindselige Einstellung von Familienangehörigen dazu, daß Gemeinschaft tatsächlich nicht möglich ist. Dieser Bruch ist aber die Folge der Ablehnung durch das bisherige soziale Umfeld.
Aus den Worten Jesu wissen wir um die höchste Priorität der Nachfolge, die auch zu einer Zurückstellung bisheriger Kontakte führt (z. B.: Lk 9,57-62; 14,26-27). Was bei uns als Kennzeichen einer Sekte gewertet wird, gilt in anderen Bereichen als Zeichen einer besonderen Heiligkeit und Entschlossenheit. Wenn etwa Franz von Assisi sich in einer Weise von seiner Familie distanziert hat, wie es noch keiner von den Geschwistern gemacht hat, heißt das dann etwa, daß er sich einer totalitären Sekte angeschlossen hat?

b) psychische Manipulation des neuen Anhängers, u.a. auch durch Angst- und Schuldgefühle, die eine psychische Veränderung und Abhängigkeit innerhalb kurzer Zeit bewirkt
Ein schwerwiegender Vorwurf, der unbewiesen bleibt. Mit anderen Worten: eine Verleumdung. Angst- und Schuldgefühle können einen Menschen nicht bleibend positiv verändern.

Wir erfahren in unserem Leben die Veränderung, die Jesus in seinen Nachfolgern bewirkt. Die Bibel geht davon aus, daß das Christwerden eine derart große Veränderung bewirkt, daß sie sogar von einer Neugeburt spricht.

Diese Veränderung wird nicht durch Angst hervorgerufen, sondern wird als Befreiung von Schuld und Abhängigkeiten erfahren. Wir sind von Jesus abhängig, aber diese Abhängigkeit bewirkt gerade eine große Befreiung und Eigenständigkeit.

Wir üben keinen versteckten Druck aus. Jemand, der psychischen Druck zur Manipulation verwendet, hat in einer christlichen Gemeinde nichts verloren.

Manche unserer Geschwister haben allerdings von ihren Familien und ihrer früheren religiösen Umgebung einen sehr starken psychischen Druck erfahren, mitunter auch mit körperlicher Mißhandlung verbunden. Von derartigen Methoden haben wir uns immer distanziert, eine Haltung, die wir auch in der Zukunft beibehalten werden.

c) emotionale und materielle Abhängigkeit der Mitglieder von der Gruppe
Der Vorwurf der “emotionalen Abhängigkeit” trifft in irgendeiner Weise auf jede Gemeinschaft zu, bei der jemand gerne dabei ist. Jede freundschaftliche Beziehung bewirkt Emotionen. Aber bin ich schon “emotional abhängig”, nur weil ich mit meinen Freunden gerne zusammen bin? Ist es “emotionale Abhängigkeit”, wenn jemand seiner Frau Treue bis zum Tod verspricht?

Für uns ist völlig klar, daß Emotionen niemals die Basis für eine dauerhafte Gemeinschaft darstellen können. Wir sind sicher gerne zusammen. Die Grundlagen der Gemeinschaft sind aber rational nachvollziehbar: die Offenbarung Gottes in der Bibel und insbesondere in Jesus.

Genauso wenig wie bei einem Auto die Farbe und das Material der Sitzbezüge das Wesentliche ist, sondern es immer auf die Funktionalität und die Leistung des Motors ankommt, steht im Leben eines Christen nicht das Gefühlsleben im Zentrum, sondern der auf der biblischen Wahrheit basierende Glaube. Die Liebe, die wir einander zeigen, ist weniger ein Gefühl, sondern zeigt sich im aktiven Dienst aneinander.

Was meint Herr Kluge mit “materieller Abhängigkeit”? In irgendeinem Sinn ist die Gütergemeinschaft eine Abhängigkeit voneinander. Sie funktioniert aber nur auf der Basis des Vertrauens und der Liebe, nicht auf der Basis von notfalls durch Sanktionen exekutierter Regeln (wie in diversen Ordensregeln siehe oben zu “Gemeindebild” unter d). Aber das ist keine Abhängigkeit von einer anonymen Gruppe, sondern das Teilen mit persönlich gut bekannten Geschwistern, die nicht irgendwo abgesondert leben, sondern ihr Leben mit uns teilen.

Wenn man schon von Abhängigkeit spricht, dann ist es so, daß es vor allem ältere Geschwister sind, die ihr Geld dafür geben, daß auch jüngere Geschwister, deren Eltern ihre Kinder nicht mehr unterstützen wollen, eine gute Ausbildung erhalten. Mitunter meinen ungläubige Eltern, ihre Söhne und Töchter durch Zudrehen des Geldhahns, also durch Ausnützung der materiellen Abhängigkeit von den Eltern, zum Aufgeben ihres Glaubens zwingen zu können. Wenn dann Geschwister einspringen, sollen hier aber keine materiellen Abhängigkeiten aufgebaut werden. Wir wollen die Selbständigkeit jedes einzelnen Bruders fördern. Immerhin gibt auch Herr Kluge zu, daß wir niemanden ausbeuten. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wir streben nach der selben Gesinnung, die auch Paulus für seine jüngeren Geschwister, seine “Kinder” im Glauben hatte:

“… denn ich suche nicht das Eure, sondern euch. Denn die Kinder sollen nicht für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.” (2. Korinther 12,14b)

Wir stellen als Gemeinschaft keine Rechtspersönlichkeit dar und wollen es auch nicht sein, auch wenn es uns vielleicht gewisse finanzielle Vorteile brächte, wie sie von diversen Religionsgemeinschaften genutzt werden. So hat auch die “Gruppe” keinerlei Eigentum. Gemeinsam genützte Wohnungen (sofern es sich nicht um Mietwohnungen handelt) oder Autos sollen offiziell möglichst vielen gehören. Die geschwisterliche Struktur der Gemeinde soll sich auch in den Eigentumsverhältnissen ausdrücken.

Im Gegensatz zur freiwilligen Gütergemeinschaft unter Christen findet man in manchen religiösen Gruppen, vor allem im katholischen Bereich, die Verpflichtung, allen Besitz der jeweiligen Gemeinschaft zu übertragen. Hier wird wirklich materielle Abhängigkeit geschaffen.

d) die überragende Bedeutung der Gruppe, Einschränkung der Individualität und der Privatsphäre
Jede Form von Gemeinschaftsleben schränkt “Individualität und Privatsphäre” ein, sofern es wirkliches Gemeinschaftsleben ist und nicht ein “Absitzen” einer wöchentlichen Liturgie. Liebe heißt doch gerade, daß ich nicht für mich und meine Wünsche leben will, sondern mein Leben für die Brüder hingebe (1. Joh 3,16). Aber diese “Einschränkung”, durch die man in Wirklichkeit auch vieles gewinnt, ist kein Verlust der Persönlichkeit, sondern im Gegenteil kann der Christ gerade in der Hingabe seine Gaben am besten entfalten.

Die überrragende Bedeutung liegt aber nicht in der “Gruppe”, sondern in der Person Jesu, der uns zur Gemeinschaft berufen hat. Wir werden uns auf jeden Fall hüten, unserer konkreten Gemeinschaft die Bedeutung zu zumessen, wie es etwa die römisch-katholische Organisation in ihren offiziellen Texten tut.

“[Die heilige römische Kirche …] glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand außerhalb der katholischen Kirche – weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr anschließt.” (Konzil zu Florenz, Lehrentscheid für die Jakobiten 1442, Neuner-Roos, Nr. 381)

Es handelt sich hierbei um eine “endgültige, unfehlbare Entscheidung des kirchlichen Lehramtes” (Neuner-Roos, S. 23), die allen anders lautenden ökumenischen Erklärungen zum Trotz auch heute noch gültig ist.

e) übersteigertes Elitebewußtsein, Abkapselung der Gruppe nach außen (“Organisationsgrenzen sind Wahrheitsgrenzen”)
Wie wir bereits weiter oben (zu “Gemeindebild” unter e) feststellten, verstehen wir uns nicht als Elite, sondern als Christen, nicht mehr und nicht weniger. Innerhalb der Gemeinde Gottes gibt es Brüder und Schwestern, aber keine Elite. Wir kapseln uns von keinen anderen Christen ab, ziehen uns auch nicht aus der Welt zurück, haben allerdings wie die ersten Christen nur mit denen Gemeinschaft im Glauben, von denen wir wissen können, daß sie unsere Brüder und Schwestern im Herrn sind.

“Übersteigertes Elitebewußtsein” läßt sich allerdings in manchen katholischen Gruppen feststellen, die sogar ausdrücklich “Elite” sein wollen.

“Dutzendmensch werden? Du … zum großen Haufen gehören, der du zur Führung geboren bist?! Bei uns haben Laue keinen Platz. Sei demütig, und Christus wird aufs neue in dir die Glut seiner Liebe entfachen.” (Josemaría Escrivá [Gründer des Opus Dei], Der Weg, 3 Auflage 1967, Nr. 16)

Der Satz “Organisationsgrenzen sind Wahrheitsgrenzen”, trifft nicht auf uns zu. Die Wahrheit ist für jeden offenbar in der Bibel, wir haben hier keinerlei Monopol, wie es die römisch-katholische “Kirche” lange Zeit (und im Grunde auch noch heute) für sich beanspruchte.

f) dualistische Weltsicht (klare Einteilung in Gut und Böse) mit ausgeprägtem Feindbild
Wir unterscheiden klar zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge bis in das Privatleben hinein, wo uns jede Lüge fern ist, auch wenn wir dadurch etwa Nachteile am Arbeitsplatz erleiden müssen. Aber ist diese klare Trennung zwischen Gut und Böse schon eine dualistische Weltsicht? Wenn Johannes zwischen Kindern Gottes und den Kindern des Teufels (eine Bezeichnung, die wir, um Mißverständnisse zu vermeiden, nicht verwenden) unterschied, war er deswegen Dualist?

Wir lehnen ein Weltbild ab, das alles entweder durch einen allmächtigen Gott oder durch einen fast allmächtigen Satan erklärt. Der Mensch ist in seine freie Verantwortung hineingestellt und nicht ein Tier, auf dem, wie Luther (Vom unfreien Willen, 1525; Weimarer Ausgabe 18, 615) es ausdrückte, entweder Gott oder Satan reitet.

Wir haben aber dennoch ein “ausgeprägtes Feindbild”:
Unser Hauptfeind ist die Sünde und als Sonderfall der Sünde alle Irrlehren, die das Christentum entstellen. Wir sehen aber niemals Menschen als unsere Feinde. Freilich haben wir oft deren Feindschaft zu erdulden (auch aufgrund des “Feindbildes”, das manche “Sektenexperten” durch ihre Agitation auf alle, die nicht einer traditionellen Konfession angehören, projizieren).

g) ausgesprochen negatives Weltbild
Unsere Sicht der Welt wurde schon eingangs (zu “Weltbild”) eingehender erläutert und muß hier nicht wiederholt werden. Wir sehen die Welt als Gottes gute Schöpfung, und haben auch viel Freude in dieser Welt. Wir distanzieren uns nur von den Sünden, die durch die freie Entscheidung von Menschen sehr vieles in dieser guten Welt zerstört haben.

h) Versprechen eines sicheren Heilswegs, wenn man sich den Regeln der Gruppe unterwirft. Der einzige Weg zum persönlichen Heil besteht darin, das Lebensmodell der Gruppe vollkommen für sich zu übernehmen. Jede andere Lebensweise wird als grundsätzlich falsch abgelehnt.
Unser Heil liegt in Jesus, nicht in unserem Lebensstil. Der Lebensstil ist eine Folge des ergriffenen Heils. Wir lehnen jede Lebensweise ab, die im Widerspruch zum Neuen Testament steht, erheben aber unsere Lebensweise nicht zur “allein seligmachenden” Norm.

Aber es war gerade die römisch-katholische Organisation, die das Heil an die “Gruppenzugehörigkeit” geknüpft hat:

“Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir.” (Bulle Unam Sanctam, 1302: Neuner-Roos Nr. 430)

Die Katholiken bieten das Heil auch durch genaue Befolgung von rituellen Handlungen an, wie es etwa “Maria” an Lucía, die Seherin von Fatima “geoffenbart” hat:

“Schau, meine Tochter, mein Herz umwunden von den Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen zu jedem Augenblick aufgrund ihrer Lästerungen und Undankbarkeiten durchbohren. Versuche wenigstens du mich zu trösten und verkünde von mir aus, daß ich verspreche, all denen in der Todesstunde mit den für ihr Seelenheil notwendigen Gnaden beizustehen, die am ersten Samstag fünf aufeinanderfolgender Monate beichten und die Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mir 15 Minuten Gesellschaft leisten, indem sie die Rosenkranzgeheimnise betrachten, um mir Sühne anzubieten.” ( “Offenbarung” an Lucía am 10.12.1925, zitiert in Marienlexikon, Hg. Bäumer, Scheffczyk, 2. Band, S. 447)

Mit dem Christentum hat das freilich nichts mehr zu tun.

i) sehr rigorose Moralforderungen und starke Betonung des Gehorsams
Unser Maßstab ist der Maßstab Jesu, der uns auffordert, so vollkommen zu sein, wie der Vater im Himmel (Mt 5,48). Dieser Maßstab bleibt bestehen, auch wenn wir wissen, daß wir uns dieser geforderten Vollkommenheit in diesem irdischen Leben nur annähern, sie aber nicht erreichen werden. Aber wir wollen diesem Ziel in unserem Leben nachjagen. Das Ziel höchster Moral ist immer mit Erbarmen für die verbunden, die zwar sündigen, aber dennoch kämpfen wollen. Menschen, die in den Sünden leben wollen, haben aber in der Gemeinde Gottes keinen Platz. Der Sauerteig der Sünde darf nicht geduldet werden. (1. Korinther 5)

Gehorsam ist eine Grundtugend des Christentums. Paulus schrieb in Röm 1,5 vom Glaubensgehorsam. Es geht aber immer um Gehorsam Gott gegenüber. Der Gehorsam, der in katholischen Ordensgemeinschaften dem Abt oder Prior versprochen wird, erhebt Menschen in eine Position, die alleine Gott zusteht.

Ein Beispiel für diesen absoluten Gehorsam unter den Papst und dessen Apparat finden wir aus der Feder des “heiligen” Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens:

“… so daß wir uns alle ereifern, kein Jota der Vollkommenheit zu versäumen, … und alle unsere Kräfte vorzüglich in diese Tugend des Gehorsams hineinlegen, zunächst dem Papst, dann den Oberen der Gesellschaft gegenüber … und jede eigene Ansicht und eigenes Urteil, die sich dem widersetzen, in blindem Gehorsam verleugnen, (wie gesagt) in allen vom Obern angeordneten Dingen, an denen nicht irgendein Schein der Sünde ist, indem wir bedenken, daß alle, die unter dem Gehorsam leben, sich von der Göttlichen Vorsehung durch den Obern so tragen und lenken lassen müssen, als wären sie ein Leichnam, der sich nach überallhin versetzen und in jeder Weise behandeln läßt, oder als wären sie ein Greisenstab, der in der Hand dessen, der ihn führt und sich seiner bedienen will, überall und zu jeder gewünschten Sache dient…” (Aus den Satzungen der Gesellschaft Jesu: Die großen Ordensregeln, S. 376-377)

“Gehorcht, wie ein Werkzeug in der Hand des Künstlers gehorcht, das sich nicht danach fragt, warum es dies oder jenes tut. Seid überzeugt, daß man euch nie etwas auftragen wird, das nicht gut ist und nicht zur Ehre Gottes gereicht.” (Josemaría Escrivá, Der Weg, 3. Auflage 1967, Nr. 617)

“Gehorchen sicherer Weg. Den Vorgesetzten mit rückhaltlosem Vertrauen gehorchen Weg der Heiligkeit. Gehorchen in deinem Apostolat der einzige Weg; …” (Josemaría Escrivá, Der Weg, 3. Auflage 1967, Nr. 941)

Wieder möge der unvoreingenommene Leser selber beurteilen, wo hier sektenhafte Züge festzustellen sind.

j) schlimme Folgen im Falle des “Abfalls”
Warnungen vor dem Abfall finden sich bei allen Autoren des Neuen Testaments, so im Munde Jesu etwa in Mt 5,13; Mk 9,43-50; 13,13; Lk 19,11-26; Joh 15,2.6; weiters in Apg 20,30; bei Paulus z. B. in 1. Tim 5,15; 2. Tim 2,12. Ferner warnt Barnabas in Hebr 3,13-14; 6,4-8 und 10,26-31 eindringlich vor der Gefahr des Abfalls. Auch Jakobus (1,13-15), Petrus (2 Pet 2,21-22), Johannes (1. Joh 5,16; Offb 14,9-12; 21,8) und Judas (22.23) kennen diese Gefahr. Waren also nach Herrn Kluges Maßstab Jesus und alle Autoren des NT Sektierer?

Auch in katholischen Dogmen wird immer wieder mit dem Abfall gedroht. In der bereits erwähnten Apostolischen Konstitution Pius’ XII. “Munificentissimus Deus” aus dem Jahre 1950 reichen sogar schon bewußte Zweifel an der Lehre der Aufnahme Mariens in den Himmel zum Abfall:

“Wenn daher, was Gott verhüte, jemand diese Wahrheit, die von Uns definiert worden ist, zu leugnen oder bewußt in Zweifel zu ziehen wagt, so soll er wissen, daß er vollständig vom göttlichen und katholischen Glauben abgefallen ist.” (Neuner-Roos 487)

Ist auch die katholische Kirche eine Sekte? Die Lehren, für deren Nichtannahme sie den Abfall androht, sind allerdings biblisch nicht gedeckt!

Wir jedenfalls würden die Botschaft Jesu verfälschen, warnten wir nicht vor dem Abfall.
Prophezeiungen schlimmer irdischer Konsequenzen, die auch Hassan in seinem Buch als Kennzeichen eines “Kultes” erwähnt, sind uns aber fern. Wir wünschen niemandem etwas Böses. Es ist nur traurig, wenn man sehen muß, wie Menschen, die bereits aus einer tiefen Beziehung zu Gott gelebt haben, die Quelle ihres Heils (welche Christus ist, nicht die Gemeinde) von sich stoßen.

k) Die Außenbeziehungen sind vom Gruppenegoismus geprägt. Sie dienen der Mitgliederrekrutierung. Ein selbstloses Engagement für andere (soziale Aktivitäten) ist nicht vorhanden.
Als Paulus sich in selbstloser Liebe in der Mission hingab, um Menschen für Christus und damit auch für die Gemeinde zu gewinnen, war er etwa vom “Gruppenegoismus” geprägt? Bekanntlich hat Paulus auch kein Sozialwerk ins Leben gerufen, sondern nur “Mitglieder” für die christliche Gemeinde “rekrutiert”. Die Sammlung für die Heiligen diente ja auch nur bedürftigen “Gruppenmitgliedern”. So etwa müßte man Paulus nach Herrn Kluges Maßstäben kritisieren.

Der größte Schatz, den Gott uns geschenkt hat, ist das Evangelium, die Botschaft, die die Menschen vom Tod zum Leben ruft. Diese Botschaft wollen wir weitergeben, nicht aus Gruppenegoismus heraus, sondern um die Menschen am ewigen Leben in Christus teilhaben zu lassen. Unser Ziel ist, daß die Menschen Gott kennenlernen, die Gemeinschaft mit ihnen ist eine Folge, einfach, weil die Liebe zu Gott zur Bruderliebe und zur Gemeinschaft führt.

Es zeigt sich ja auch am Leben, was im Zentrum steht.

Von “Gruppenegoismus geprägte Rekrutierung neuer Mitglieder” führt nicht zu einer Veränderung des Lebens, führt nicht zu Sieg über Sünde, führt nicht zu Selbstlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Reinheit, sondern sie will Mitglieder um jeden Preis gewinnen. Aber auch Herr Kluge gibt zu, daß es uns nicht darum geht, jemanden “um jeden Preis zu halten”

Die Basis der Lehre und der Wahrheit muß immer gewahrt bleiben.

Wie schon angeführt, gibt es katholische Organisationen (z. B. die Legio Mariae), die jede soziale Tätigkeit ablehnen, weil sie sich dadurch in ihren eigentlichen Aufgaben behindert sehen.

Wir stehen dem sozialen Einsatz nicht derartig ablehnend gegenüber, doch gibt es erfreulicherweise heute doch eine Vielzahl von Organisationen, die sich um verschiedenste Formen der Hilfe für sozial Benachteiligte bemühen. Andererseits sind leider nur sehr wenige Arbeiter im großen Weinberg Gottes, die ihren Einsatz auf das Wesentliche konzentrieren müssen. Wenn auch “nebenbei” immer wieder auch sozial Benachteiligten außerhalb der Gemeinde geholfen wird, können wir unsere Hauptaufgabe darin nicht sehen.

Zusammenfassung
Bei näherer Betrachtung erweisen sich diese “unübersehbaren Symptome”, die uns “mit Sicherheit in den Bereich der sogenannten Sekten und Psychokulte” einordnen, als zum Teil völlig unzutreffend. Die Kriterien, die wenigstens teilweise wirklich zutreffen (Punkte a, i, j), kanzeln auch eine biblische Wahrheit als sektiererisch ab. In diesem Fall ziehen wir es vor, uns als Sekte beschimpfen zu lassen, als von der biblischen Wahrheit abzuweichen.
Überdies kommen alle diese Symptome auch in der römisch-katholischen “Kirche” oder wenigstens einiger ihrer Teilorganisationen vor. Da zusätzlich auch noch die vier Kriterien, von denen uns Herr Kluge “freispricht”, auf die Katholiken oder deren Unterorganisationen zutreffen, müßte Herr Kluge noch mit viel größerer Sicherheit seine eigene Organisation als Sekte bezeichnen.

“Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe.” (Römer 2,1)

In diesem Zusammenhang sei auch auf die von Herrn Kluge abweichende Beurteilung eines ungarischen Religionssoziologen hingewiesen, der sich persönlich intensiv mit dem Leben der ungarischen Geschwister auseinandergesetzt hat und, auch wenn er uns in vielen Punkten nicht zustimmt, zu folgendem Urteil kommt:

“…kann keineswegs unter die die Menschenwürde schädigenden und die Gesellschaft gefährdenden destruktiven religiösen Erscheinungen eingereiht werden. Auch dann nicht, wenn einzelne ihrer Verhaltensweisen z. B. die Mission bei religiösen Veranstaltungen diskutabel sind. Ihre hochgesteckten Maßstäbe, kritischen Stellungnahmen, Glaubenssätze, Wertordnungen und Lebensformen sind natürlich sowohl vom theologischen als auch psychologischen und soziologischen Standpunkt her bestreitbar, aber ihre summarische Verurteilung qualifiziert den Aburteiler negativ.”

(Kamarás István in seiner derzeit noch unveröffentlichten Abhandlung A “Keresztények” [Die “Christen”])

Im weiteren stimmt Herr Kluge unserer “Kritik an Kirche und Welt” in manchen Punkten zu und findet auch unser “Engagement” und unsere “Ernsthaftigkeit, den richtigen Weg zu finden, durchaus beispielhaft”. Dieses Lob steht in einer Spannung zu allem, was vorher kritisiert wurde.

Plötzlich ist das “Bemühen um enge Gemeinschaft” beispielhaft und nicht mehr Bewußtseinskontrolle. Er lobt unsere “Bereitschaft, anderen vom eigenen Glauben mitzuteilen”. An anderer Stelle schrieb er von Indoktrinierung.

Nach dem kurzen Lob kommt allerdings wieder die Kritik, “daß das hier entwickelte System schon ins andere Extrem schlägt. Es leistet einer Gesetzlichkeit Vorschub und hat den Boden der Botschaft Jesu weit hinter sich gelassen.”

Jeder, der uns kennt, wird sehen, daß wir nicht an sich gute Anliegen “fanatisch übertreiben”, daß wir auch nicht irgendein System entwickelt haben. Wie auch schon weiter oben (zu “Gottesbild”.) ausgeführt, trifft der Vorwurf der Gesetzlichkeit auf unser Leben nicht zu.

Wenn Herr Kluge uns mit den Pharisäern der Zeit Jesu vergleicht, zeigt sich wieder, daß gerade die von ihm angeführten vier Vergleichspunkte auf uns nicht zutreffen, wohl aber wenigstens auf Teile von Herrn Kluges eigener Organisation:

a) das strenge Halten an Regeln und Gesetze, um sich damit das Heil zu sichern
Es wurde schon wiederholt ausgeführt, daß wir unser Heil nur in Jesus haben, daß wir auch keinerlei Regeln und Gesetze kennen. Unsere einzige Autorität ist die Bibel (was Herr Kluge auch anerkennt). Wir sind nur davon überzeugt, daß ein Leben aus dem Glauben sich im Halten der Gebote Jesu verwirklicht, wie auch Jesus sagt: “Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten.” (Joh 14,15)

b) eine hochmütige Haltung gegen Nicht-Pharisäer und Sünder, denen man ein Leben nach Gottes Willen absprach
Da uns Herr Kluge einen ausgeprägten Wunsch zur Mission zugesteht, wird gerade daraus sichtbar, daß wir uns um Sünder bemühen wollen, sie zur Umkehr führen wollen und sie nicht in ihren Sünden sterben lassen wollen. Die Pharisäer kannten keine Mission (Mt 23,15 ist wohl so zu verstehen, daß Pharisäer unter gottesfürchtigen Heiden, die sich jüdischen Synagogen angeschlossen haben, insofern aktiv waren, daß sie sie zur Beobachtung des jüdischen Gesetzes und der pharisäischen Traditionen verpflichten wollten.).

c) das Bewußtsein, eine auserwählte Elite darzustellen
Wir haben kein anderes “Elitebewußtsein” als das, daß wir Christen sind und zu “einem auserwählten Geschlecht, einem königlichen Priestertum, einer heiligen Nation” (1. Petr 2,9) gehören. Innerhalb der Christen kann und darf es keine Elite geben. In manchen katholischen Gruppen hingegen wird das Elitebewußtsein sehr gefördert.

d) das konsequente Meiden des Umgangs mit Nicht-Pharisäern und besonders die Ablehnung jedes Zusammenseins mit Sündern
Die Wiederholung dieses Vorwurfs ändert nichts an dessen Unrichtigkeit. Wir unterscheiden zwar klar zwischen Christen und Nichtchristen und wissen, daß wir geistliche Gemeinschaft nur mit Christen haben können. Wir betrachten aber niemanden als unrein und achten jeden Menschen in seiner Würde und bieten auch jedem Menschen das Heil in Jesus Christus an.

Der aufmerksame und kritische Leser, der bei Herrn Kluge keine “inhaltliche Auseinandersetzung mit der Lehre” gefunden hat, ist herzlich eingeladen, sich unabhängig von dessen Schrift selber ein Bild zu machen, und den Kontakt mit der christlichen Gemeinde zu suchen. Wir sind bereit, über alles Rede und Antwort zu stehen und mit Interessierten nicht nur das Evangelium, sondern auch unser Leben zu teilen (1. Thess 2,8). Wer sich nicht von “Sektenexperten” einschüchtern läßt, sondern bereit ist, selbst zu prüfen, wird sehen, daß die Auseinandersetzung mit der Lehre kein “Kleinkrieg um die Auslegung dieser oder jener Bibelstelle” ist, sondern daß es einfach darum geht, wie weit wir bereit sind, die Worte Jesu auch heute noch ernst zu nehmen, aus erstarrten Krusten aufzubrechen und die Botschaft und die beispielhafte Lebenspraxis Jesu in die Realität umzusetzen.

Unser Kritiker mahnt, auf die Früchte zu sehen. Wer all das Leid und Unglück, das gerade die katholische “Kirche” über Millionen von Menschen gebracht hat, alle im Namen des Christentums Gefolterten, Gequälten und Ermordeten, all die, die wegen ihres Glaubens die Heimat verlassen mußten, ihre Kinder katholischen Familien überlassen mußten, wer sieht, wie auch heute noch in katholischen Organisationen die Menschenrechte mißachtet werden, wie im Jahr 2000 mit Pius IX. ein Kindesentführer auf dem Papstthron, der politische Gegner hinrichten ließ und die Religionsfreiheit als Irrweg bezeichnet hat, selig gesprochen und damit als Beispiel einer “geglückten Lebenspraxis” hingestellt wurde, weiß wo die Wölfe im Schafspelz sind.

Die Verleumdungen unserer Kritiker werden uns nicht daran hindern, in der Freiheit zu leben, die uns Christus durch seine Hingabe bis in den Tod hinein erworben hat, und diese Freiheit allen Menschen weiterzugeben. Unser Engagement zur Umgestaltung der Welt, das gerade in der Befreiung durch den Glauben liegt, werden wir unverändert fortsetzen.

zu “Verbreitung”

“…und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. ” (Apostelgeschichte 1,8)

zu “In welchen Gegenden ist die Gruppe aktiv?”

Jesus hat in der im Titel dieses Abschnittes zitierten Stelle seinen Jüngern ihren geographischen Einsatzbereich vorgegeben: “bis an das Ende der Erde”.

Natürlich kennen wir nur Geschwister in einem kleinen Bereich dieses umfassenden Gebietes. Da wir im Gegensatz zu Herrn Kluges Feststellung, daß “Organisationsgrenzen Wahrheitsgrenzen” seien, dennoch glauben, daß es Christen nicht nur bei uns gibt, ist mit einer weltweiten Aktivität der “Gruppe”, d. h. der Gemeinde, zu rechnen.

Aufgrund immer wiederkehrender Verhetzungskampagnen können wir hier keine Liste der uns bekannten christlichen Gemeinschaften veröffentlichen. Falls jemand interessiert ist, uns kennenzulernen, freuen wir uns über jede Nachricht (durch E-mail), die uns erreicht. Jeder Suchende, egal, wo er auch wohnen mag, soll die Möglichkeit haben, mit Christen in Verbindung zu treten.