zu “Lebensweise”

  • 1 zu “Die Gemeinde”
  • 2 zu “Das einzelne Mitglied”

“Ihr aber seid Christi Leib, und einzeln genommen, Glieder.” (1 Kor 12,27)
Zu “Die Gemeinde”

1. “… und daß die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.” (Apg 11,26)
Zu “Der Name bzw. die Selbstbezeichnung der Gruppe”

Kluge gibt unseren Standpunkt fast richtig wieder. Wir sind und wollen nichts anderes sein als Christen. Auch die Bezeichnung “Wahre Christen” lehnen wir, wie bereits oben (I.) erwähnt, ab.

Jede spezielle Konfessionsbezeichnung ist im Widerspruch zum Willen Gottes, der nur eine Gemeinde will. Wer an der Existenz von besonderen Gemeinden festhält, zeigt, daß es ihm nicht um die Einheit geht, daß er ein Zerstörer des Tempels Gottes ist.

“Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben.” (1 Kor 3,17).

Die Bezeichnungen “katholisch”, “evangelisch”, “orthodox” für die eine Kirche sind korrekt, da es nur eine katholische (allgemeine, allumfassende), evangeliumsgemäße, rechtgläubige Gemeinde geben kann. Sobald diese Bezeichnungen aber für eine Sondergemeinschaft verwendet werden, sind sie unzutreffend – eine Sondergruppe ist nicht mehr allumfassend, evangelisch oder rechtgläubig – und drücken die Rebellion gegen Gottes Willen zur Einheit aus.

Eine “Holic-Gruppe” ist uns nicht bekannt. Ernstzunehmende, um Objektivität bemühte “Sektenbeauftragte” verwenden keine Bezeichnungen für eine von ihnen beschriebene Gruppe, die die betreffende Gemeinschaft als ihren eigenen Prinzipien widersprechend ablehnt.

2. “… Einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder.” (Mt 23,8b)
Zu “Der innere Aufbau der Gruppe”

Über die brüderliche Struktur einer biblischen Gemeinde wurde bereits geschrieben. Es gibt keinen fix abgegrenzten Kreis älterer Geschwister, durch die der Heilige Geist spricht. Den Heiligen Geist haben alle.

“Ihr jedoch habt Salbung vom Heiligen und seid alle Wissende.” (1 Joh 2,20)

Jeder ist herausgefordert, sich mit allen seinen Gaben und Kräften einzubringen. Die Führung durch Gottes Geist ist weder durch hierarchische noch durch demokratische Strukturen gegeben. Es kommt darauf an, das Richtige zu erkennen und zu tun. Auch wenn es vielleicht am Anfang nur wenige sind, die etwas als richtig erkennen, so ist dies doch für alle nachvollziehbar und erkennbar. Es geht nicht um blinden Gehorsam, sondern um das Tun des als richtig Erkannten.

Der Ausdruck “entschiedener Christ” wird von uns nicht verwendet, stammt vielmehr aus einer halbherzigen protestantischen Erweckungsbewegung. Es kann keinen “unentschiedenen” Christen geben.

Wir sehen die Einheit als großen und auch erreichbaren Wert, nicht als Utopie. Deswegen sind Uneinigkeiten immer eine große Herausforderung für uns, die wir nicht einfach ad acta legen können.

Daß “kleine Zweifel” zum “Verstoßen des Unbotmäßigen” führen können, ist ein verleumderischer Vorwurf. Gemeindeausschluß ist nur für Irrlehren und grobes sittliches Fehlverhalten möglich, in diesen Fällen aber auch vom Wort Gottes geboten.

Relativ korrekt hat Kluge unseren Umgang mit Geld beschrieben. Nur ist die Freiwilligkeit der Gütergemeinschaft nicht die subjektive Erfahrung eines manipulierten Opfers sondern objektive Wirklichkeit, die ihre Grundlage in der Liebe hat. Gerade daß das Teilen ohne feste Strukturen funktioniert, zeigt doch, daß jeder gerne und von Herzen gibt.

3. “Durch ihn nun laßt uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.” (Hebr 13,15)
Zu “Gottesdienste in der Gruppe”

Unser ganzes Leben ist Gottesdienst:

“Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.” (Röm 12,1)

Deswegen wollen wir keine rituellen Handlungen durchführen, sondern Gottes Wirken in all unserem Handeln sichtbar werden lassen.

Das Heil ist uns durch Jesus geschenkt, deswegen kennen wir keine Zeichen (Sakramente), die uns das Heil vermitteln.

Jesus hat die Taufe angeordnet (Mt 28,19). Sie ist das Zeichen der Umkehr (Apg 2,38), des Todes des alten Menschen und des Beginns eines neues Lebens in Christus (Röm 6,3-11). Die magische Fehldeutung der Taufe, die die Form ohne Inhalt bereits als heilsvermittelnd betrachtet, macht es notwendig, daß wir betonen, daß nicht die Taufe das Heil vermittelt, sondern allein der Glaube, für den die Taufe ein Zeichen ist.

Wenn die Bibel manchmal nur von der Taufe spricht, wenn sie das Christwerden meint, so ist mit der äußeren Form vor allem der Inhalt gemeint.

Es gibt nur eine Taufe (Eph 4,5). Wir sind keine Wiedertäufer. Wenn ein ungläubiger “Priester”, “Pastor” etc. ein Kind ungläubiger Eltern in der Gegenwart ungläubiger Paten und sonstiger Verwandter mit Wasser begießt und die Worte Jesu aus Mt 28 zitiert, ist das keine Taufe, sondern ein leerer Ritus.

Wir lehnen es aber strikt ab, Geschwister, die schon Christen waren, zu taufen, da wir ihr bisheriges Christsein nicht in Frage stellen.

Genauso wenig wie Paulus den Apollos getauft hat (Apg 18,24-28), taufen wir die Geschwister, die wir schon als Christen kennenlernen.

Wir halten, wie Kluge korrekt anmerkt, die Säuglingstaufe dann für möglich, wenn das Kind gläubige Eltern hat, die eine christliche Erziehung sicherstellen. Eine Taufe von Kindern aus einer christlichen Familie im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter schließen wir definitiv aus. In einer christlichen Familie lernt das Kind den Weg Jesu von klein auf kennen und macht im positiven Fall immer wieder Schritte in die richtige Richtung. Es gibt für ein Kind von Christen nicht die große Stunde der Bekehrung, sondern viele kleine Entscheidungen für Gott. Ein Kind von Christen ist von Anfang an in die Gemeinde der Glaubenden hineingenommen und lernt in der Gemeinde das Christentum kennen.

Die Geschichte verschiedenster Täufergruppen hat gezeigt, daß der Schritt, Kinder gläubiger Eltern erst als Jugendliche oder junge Erwachsene zu taufen ein in den ersten beiden Jahrhunderten unbekannter Brauch -, auch kein Schutz vor Verweltlichung ist. Der einzige Schutz besteht in der beständigen Sorge um die Reinheit der Gemeinde, wozu auch die Bereitschaft gehört, im negativen Fall den Unglauben der eigenen Kinder zu sehen und zu akzeptieren, daß sie nicht als Christen leben wollen.

Die Form der Taufe (Besprengen oder Untertauchen) ist nebensächlich. Wichtig ist einzig der Wille des Täuflings, Jesus nachzufolgen.

Das Herrenmahl ist die Feier unserer Erlösung. Deswegen halten wir an der urchristlichen Praxis fest, daß nur die teilnehmen dürfen, die die Erlösung angenommen haben, also alle Christen. Kluges Ausdrucksweise “nur vollkommen entschiedene Mitglieder” ist ein Unsinn. Entweder ist man Christ, oder man ist es nicht.

Wir lehnen das katholische Eucharistieverständnis (Opfercharakter und Transsubstantiation) genauso ab wie das symbolische Verständnis von Zwinglianern und zahlreichen Freikirchen. Auch die calvinistische Redeweise von der geistlichen Gegenwart ist unzureichend, da Jesus ohnehin immer geistlich gegenwärtig ist. Wir halten daran fest, daß Jesus in Brot und Wein leiblich gegenwärtig ist, ohne daß das Brot sein Wesen verwandelt.

Kluges Ortung von “Desinteresse an theologischen Fragen, die nicht Lebenspraxis oder Gemeindeaufbau berühren” zum Trotz setzen wir uns mit dem Abendmahl immer wieder auseinander und zwar intensiver als er meint. Außerdem ist es verfehlt, das Herrenmahl nur als “theologische Frage” zu behandeln. Es hat doch auch mit der Lebenspraxis zu tun.

“über den näheren Ritus ist nichts bekannt.” Wir wollen auch keinen Ritus haben. Der einzige Fixpunkt bei der Feier des Herrenmahls ist die Erinnerung an das Werk Jesu durch das Lesen der Einsetzungsworte.

Auch den angesprochenen “Ritus” des Sündenbekennens gibt es nicht. Sündenbekenntnisse können in verschiedener Form stattfinden, im Zweiergespräch und auch im größeren Kreis. Das Sündenbekenntnis ist ein klares Gebot Gottes (Jak 5,16). Gerade durch das Bekenntnis hilft Gott uns auch, von Sünden wirklich frei zu werden.

“Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt und läßt, wird Erbarmen finden.” (Spr 28,13)

Bereits die Didache (Ende des 1. Jahrhunderts) bezeugt die Praxis des Sündenbekennens vor der Gemeinde:

“In der Versammlung sollst du deine Fehltritte bekennen, und du sollst nicht hintreten zum Gebete mit einem schlechten Gewissen. Dies ist der Weg des Lebens.” (Did 4,14)

Die katholische Praxis der Ohrenbeichte hingegen ist eine Entwicklung des Mittelalters.

Wir kennen auch keine Bevollmächtigten zur Sündenvergebung (wie bei den Katholiken den Priester). Jedem, der seine Sünden bereut und bekennt, vergibt Gott ohne besonderen menschlichen Vermittler.

Die täglichen Treffen sind für uns gewiß der Hauptpunkt des Tagesablaufs. Aber sie sind nicht unsere eigentlichen Gottesdienste. Gottesdienst ist unser ganzes Leben. Unser Verhalten am Arbeitsplatz oder in der Schule muß genauso Gottes würdig sein wie unser Zusammensein mit den Brüdern.

Unsere Treffen dienen dem Aufbau des Leibes Christi. Daher muß jedes Glied auch die Möglichkeit haben, sich einzubringen.

In allem soll Gott gelobt werden, auch in unserem Singen. Wir wollen dabei nicht die künstlerischen Erwartungen unserer Kritiker zufrieden stellen, haben daher auch keinen Chor, der sich durch künstlerisch mehr oder weniger hochwertige Aufführungen selbst verwirklichen will, sondern wir wollen gemeinsam unseren Schöpfer und Erlöser verherrlichen.

Wir beten zu Gott sowohl in Gemeinschaft als auch allein. Unser Wunsch ist es, ständig in der Gemeinschaft mit Gott zu leben, immerdar zu beten. Das Gebet kann nicht auf bestimmte Gebetszeiten reduziert werden. Gott ist ständig bei uns und im Gebet können wir unser ganzes Leben vor ihn bringen. Die persönliche Beziehung zu Gott drückt sich im persönlichen Gebet aus. Die Verleumdung, daß wir privates Gebet als Abspaltung von der Gemeinschaft mißbilligen, wird durch mehrfache Wiederholung in Kluges Abhandlung auch nicht wahr. In der neuesten Version seiner Schrift schränkt Kluge allerdings ein, daß für den Fall, daß jemand in der Schule oder am Arbeitsplatz von der Gemeinde getrennt sei, privates Gebet schon gestattet sei.

Gemeinsames und persönliches Gebet sind kein Gegensatz, sondern ergänzen einander.

Jesus kam nicht, um eine neue “bessere” Gebetsformel einzuführen. Deswegen sehen wir die Worte des “Vater Unsers” als Hinführung zu den Anliegen, die unser Gebet nach Jesu Willen bestimmen sollen. Gottes Reich, Gottes Wille soll uns über alles gehen. Nicht die exakte Wiederholung der Worte war das Anliegen Jesu, sondern er wollte uns zeigen, worum es uns in unseren Gebeten gehen soll.

Zu den Feiertagen wurde schon weiter oben (III. D. c. tägliches Treffen) Stellung genommen.

4. “Alle Gläubiggewordenen aber waren zusammen und hatten alles gemeinsam.” (Apg 2,44)
Zu “Die äußere Lebensform”

In diesem Kapitel von Kluges Schrift werden mehr oder weniger bereits bekannte Vorwürfe wiederholt, was an deren Unrichtigkeit aber nichts ändert.

Das Leben in Wohngemeinschaften hat sich, wie auch schon eingangs (II.) erwähnt, vor allem auch daraus ergeben, daß viele von uns schon allein studien- oder berufsbedingt nicht an ihrem angestammten Wohnsitz wohnen. Überdies bietet dieser Lebensstil zweifellos Vorteile für das Gemeinschaftsleben. Ein einziger größerer Haushalt erfordert aufs Ganze gesehen weniger Aufwand (sowohl zeitlich als auch finanziell) als mehrere Kleinhaushalte. So können wir uns nicht nur am Abend treffen, sondern auch den Tag mit gemeinsamem Gebet beginnen.

Ebenso ist auch das Treffen mit Geschwistern aus anderen Städten und Ländern für alle befruchtend und aufbauend. Das gemeinsame Gespräch über Gottes Wort und eigene Erfahrungen hilft uns, sowohl Gott als auch einander besser kennen zu lernen. Das gemeinsame Erleben der Natur vertieft auch unsere Beziehung zum Schöpfer.

Es gibt niemanden, der andere zu gemeinsamen Spaziergängen einteilt. Wir sind mündige Menschen ohne Bevormundung “von oben”.

Wenn Kluge uns vorwirft, daß wir mißbilligen, daß sich Ehepaare in der “Gruppe” abkapseln, zäumt er das Pferd von hinten auf. Wer sich aus freiem Willen der Gemeinschaft angeschlossen hat, will sich ja nicht abkapseln. Das betrifft auch gläubige Ehepaare. Vielleicht kann man das Verhältnis zwischen Gemeinde und einer Familie mit dem Verhältnis zwischen einer Groß- und einer Kleinfamilie vergleichen, wie es in früheren Jahrhunderten üblich war. Die “Kernfamilie” war in eine größere Familie mit Großeltern, Onkeln, Tanten etc. integriert. So ist auch in der Gemeinde die Familie in die Gemeinde wie in eine Großfamilie integriert. Dieses Leben verlangt natürlich eine Überwindung des Egoismus und ist nur auf der Grundlage absoluter Freiwilligkeit möglich.

Unser Kritiker bestätigt, daß “die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander sehr intensiv und von großer Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit geprägt” sind, bezweifelt aber im selben Satz, ob es “echte persönliche Beziehungen” gibt, erklärt aber nicht, wie beide Aussagen, die einander widersprechen, zu vereinbaren sind.

Was immer er unter “echten persönlichen Beziehungen” verstehen mag, dieses intensive Gemeinschaftsbewußtsein, die große Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit unter Menschen verschiedenster Herkunft und sozialer Schichten zeigt doch, daß hier Gott am Werk ist.

über welche Gruppen, die Kluge als christliche Gemeinden anerkennt, würde er solche Aussagen wagen?

Dem wiederholten Vorwurf des Abbruchs der Beziehungen zum bisherigen sozialen Umfeld entgegnen wir, daß wir zwischen Gemeinschaft im Glauben und sonstigen Beziehungen unterscheiden. 2 Kor 6,14ff spricht von der Unmöglichkeit geistlicher Gemeinschaft mit Ungläubigen, bedeutet aber nicht den Abbruch aller Beziehungen zum bisherigen sozialen Umfeld. Jeder von uns lebt in vielfältigen Beziehungen zur “Außenwelt”. Der Abbruch der Beziehungen zu Eltern und Familie wird von vornherein nicht angestrebt. Vielfach macht das intolerante Verhalten der Familie jede Beziehung unmöglich. Aber es ist klar, daß die änderung der Prioritäten auch zu einer Schwerpunktveränderung in den Beziehungen führt. Ein grundsätzlicher Abbruch aller Beziehungen, wie er wenigstens in der Vergangenheit von manchen katholischen Orden gefordert wurde, ist nicht unser Ziel und wird abgelehnt.

Nicht die “Einschränkung der Außenkommunikation” führt zur Intensivierung der “Binnenkommunikation”, sondern das Setzen geistlicher Prioritäten, das Erleben der Gemeinschaft mit Geschwistern führt zur Einschränkung oberflächlicher “Außenbeziehungen”. Dabei bemühen wir uns, unsere bisherigen, auf einer oberflächlichen Basis gegründeten Beziehungen auf einen festen Grund zu stellen. Zwischenmenschliche Beziehungen können nur dann tief sein, wenn Gott im Mittelpunkt steht. Nur so können wir einander auch in unseren Problemen helfen.

Wir bemühen uns, wie Kluge richtig anmerkt, um einen einfachen Lebensstil, er beurteilt das in der abschließenden Beurteilung auch positiv. Im Gegensatz zu manchen katholischen Bewegungen (wie z.B. Franz von Assisi) sehen wir die Armut nicht als Selbstzweck.

“Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.” (1 Tim 6,8-10)

“Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.” (Mt 6,24)

“Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen; denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein!” (Mt 6,19-21)

Da unser Schatz im Himmel ist, stehen nicht die irdischen Dinge im Mittelpunkt. Wir wollen die materiellen Gaben mit Dankbarkeit in einem bescheidenen Leben nützen. Die Armut ist nicht das Lebensziel, aber neben dem großen Schatz, den Jesus uns geschenkt hat, verlieren die irdischen Güter an Bedeutung.

Wir wollen nicht irgendwelchen menschlichen Modediktaten gehorchen, sondern Gott, der uns mit den “Kleidern des Heils” bekleidet hat (Jes 61,10).

Wir verfügen über keine geheimen Geldquellen, sondern leben von unserer Arbeit. Durch die Gütergemeinschaft und den einfachen Lebensstil bleibt uns auch Geld für manche größere Anschaffungen, wie die für unsere Treffen notwendigen Kleinbusse. Wenn sich für Kluge “manche Fragen stellen”, so haben wir nichts zu verbergen. Solche Fragen sind aber eher an die katholische “Kirche” und deren Geschichte zu stellen.

Wir freuen uns über die Natur, über die Schönheiten, die Gott in seine Schöpfung hineingelegt hat. Die als “extrem lang” bezeichneten Wanderungen dauern üblicherweise etwas über drei Stunden, ausnahmsweise auch vier bis fünf Stunden (wenn es ein besonders sehenswertes Wanderziel gibt). Geschwister, denen das zu anstrengend ist, gehen eine kürzere Route. Viele von uns müssen in ihrem Beruf viel sitzen oder sind Studenten. Da tut ein körperlicher Ausgleich, der zugleich mit Gespräch und geistlichem Austausch verbunden ist, gut.

Zur Ablehnung von Festen wurde schon ausführlich Stellung genommen. Der Vergleich mit den von Formalismus geprägten Zeugen Jehovas ist unangebracht.

Der Vorwurf, daß wir unsere eigene Lebensweise als den Willen Gottes proklamieren und verlangen, daß jeder diese Form übernimmt, geht vom falschen Ansatzpunkt aus. Die Ausgangsfrage ist immer die nach dem Willen Gottes. Davon ausgehend gestalten wir unser Leben. Da wir in der Bibel aber kein 1:1 übertragbares Lebensmodell finden, haben wir für unsere konkrete Lebensgestaltung auch die Erfordernisse, die uns von unseren Lebensumständen vorgegeben sind, einzubeziehen, und den Weg zu finden, der am besten zur Auferbauung aller dient.

5. “Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, kauft die gelegene Zeit aus!”
(Kol 4,5)
Zu “Die Außenkontakte”

Auch in diesem Abschnitt wiederholt unser Kritiker vor allem schon weiter oben gemachte Vorwürfe. Es wird daher auch hier zu gewissen Wiederholungen kommen.

Auch unter Nichtchristen ist es so, daß sich mit jeder neuen Bekanntschaft, mit dem Hineinwachsen in einen neuen Freundeskreis auch das “Kommunikationsverhalten” eines Menschen ändert. Durch das Kennenlernen neuer Freunde bestimmen neue Themen die Gesprächsinhalte eines Menschen. Um wieviel mehr prägt die Begegnung mit Gott einen Menschen. Auch die ersten Christen bekannten:

“Es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden.” (Apg 4,20)

Das Reich Gottes, die Nachfolge Jesu wird das bestimmende Thema unseres Lebens. Belanglosigkeiten wie Briefmarken oder Fußballspiele sind dann einfach kein Gesprächsthema mehr. Einem Nichtchristen, für den Gott nicht den Mittelpunkt des Lebens bildet, mag es verdächtig sein, daß “das religiöse Element einen alles bestimmenden Platz im Leben und Denken gewinnt.” Aber was sonst kennzeichnet den Christen, wenn nicht das Bemühen, sein ganzes Leben und Denken von Christus bestimmen zu lassen?

Diese zentrale Position Gottes in unserem Leben heißt aber nicht, daß es keine anderen Gesprächsthemen für uns gibt. Wir sind keine apolitischen, kulturlosen und wissenschaftsfremden Menschen. Aber wir sehen alles auf der Basis des Glaubens und auf Christus hingeordnet.

Die uns unterstellte Taktik, “in der Anwerbephase der Familie des potentiellen Mitglieds ein günstiges Bild von sich zu vermitteln”, danach aber die “bisherigen Kontakte zu Menschen außerhalb der Sekte auf ein Minimum zurückzuschrauben bzw. gänzlich abzubrechen”, liegt nicht vor. Wir haben nichts zu verbergen. Jeder, der uns wirklich kennenlernen will, hat von vornherein die Möglichkeit, mit uns zusammen zu sein und uns kennenzulernen, so wie wir sind. Unsere Gäste haben die Möglichkeit, unser Gemeinschaftsleben von innen kennenzulernen. Wir wollen kein religiöses Theater spielen, sondern jeden von vornherein so weit wie möglich an unserem Leben Anteil haben lassen (vgl. 1 Thess 2,8). Wir wollen niemandem ein falsches Bild über uns vermitteln, weder günstiger noch ungünstiger. Wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Jesus (2 Kor 4,5). Jeder kann prüfen, wie weit unser Leben der Forderung Jesu entspricht.

Auch Familienmitglieder haben die Möglichkeit, sich unser Leben genau anzuschauen. Es ist auch schon vorgekommen, daß Eltern ihren Kinder in die Gemeinde gefolgt sind, weil sie nicht von Vorurteilen geprägt waren, sondern das Wirken Gottes an ihren Kindern und auch in der Gemeinde erfahren haben. Sie haben erkannt, daß die Veränderung an ihren Kindern nicht ein Produkt psychologischer Manipulation war, sondern das Werk Gottes.

Leider sind die Fälle, daß auch Familienangehörige den Weg der Nachfolge eingeschlagen haben, nur Ausnahmen. Durch die unterschiedlichen Lebensziele wird die verbindende Basis immer kleiner und der Kontakt zur Familie schwächer. Das ist aber nicht das Ergebnis raffinierter Manipulation sondern eine natürliche Entwicklung. Überdies entspricht das auch ganz den Worten Jesu:

“Da ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und äcker unter Verfolgungen und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.” (Mk 10,29-30)

Die von Kluge angeführte Stelle aus 2 Kor 6,14-18 trifft dieses Problem nicht. Wie schon oben (V.A.4.) erwähnt, geht es in 2 Kor 6 nur um die Unmöglichkeit geistlicher Gemeinschaft zwischen Gläubigen und Ungläubigen.

Zum Vorwurf, daß wir die Praxis Jesu, mit Sündern Mahlgemeinschaft zu haben, nicht beachten:

Jesus ist allen nachgegangen, hat Sünder gerufen, hatte mit ihnen Tischgemeinschaft. Aber Jesus hat nie an ihren Sünden teilgenommen. Wo Jesus war, war immer Gott im Mittelpunkt. Er hat Gottes Liebe zu denen gebracht, die von den Pharisäern abgeschrieben worden waren. Das Reich Gottes war im Zentrum seines Lebens und Tuns und all seiner Gespräche. Viele Sünder ergriffen diese ihnen von Jesus geschenkte Möglichkeit und kehrten um. Doch hat Jesus nie die Sünden der Menschen durch seine Gegenwart bestätigt. Oder meint Kluge etwa, daß Jesus mit den Menschen – auf die heutige Zeit übertragen – über Fußball und Autorennen diskutiert hätte, sich mit ihnen ins Kino gesetzt hätte und vielleicht zu deren Zoten still gelächelt hätte? Wo die Menschen anderes im Kopf hatten als Gott, fehlte auch Jesus die Gesprächsbasis.

“Denn Johannes kam zu euch im Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm; euch aber, als ihr es saht, gereute es auch danach nicht, um ihm zu glauben.” (Mt 21,32)

Die Sünder haben Johannes, und später noch viel mehr Jesus, geglaubt. Das war die Basis für die weitere Gemeinschaft.

“Ein Christ, der sich nach dem Kontakt mit der Holic-Gruppe nicht bekehrt, ist für sie eigentlich noch schlimmer als ein Atheist, der die Botschaft so noch nicht vernommen hat.” lautet ein weiterer Vorwurf.

Dazu kurz:

1. Jemand, der schon Christ geworden ist, braucht sich nicht mehr zu bekehren. Wir haben noch nie einen Christen zur Bekehrung aufgefordert. Wie schon wiederholt ausgeführt, freuen wir uns über jeden Christen, den Gott zu uns führt.

2. Ein Scheinchrist, der die Bekehrung zu Gott (nicht zu einer nicht existenten “Holic-Gruppe”) verweigert, hat sich dadurch in eine schlimmere Situation gebracht, als jeder, der die Botschaft noch nicht gehört hat (egal ob Atheist oder religiös). Wer sich dem Ruf Gottes verweigert, verhärtet sich gegen Gott, und es wird für ihn viel schwerer sein, auf einen weiteren Ruf Gottes zu hören als für jemanden, der noch nichts gehört hat.

3. Wir bekennen aber mit Paulus, daß jeder Mensch Gott erkennen kann und daß es deswegen keinen Atheisten guten Glaubens geben kann.

“… weil das von Gott erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart. Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien …” (Röm 1,19-20)

Wir müssen daher auch bei Atheisten leider voraussetzen, daß sie schon schwerwiegende Entscheidungen gegen Gott getroffen haben, was uns aber nicht daran hindert, auch um Atheisten zu kämpfen.

Die hier zitierte Kritik setzt auch voraus, daß wir uns um Atheisten bemühen, was zeigt, daß Kluges Feststellung, daß eine “Mission unter Atheisten unbekannt” sei, nicht der Wirklichkeit entspricht.

Es ist interessant, daß “den Sektenmitgliedern” ein Lob gezollt wird, das Kluge nur wenigen seiner römisch-katholischen Glaubensbrüder zubilligen würde, wenn er schreibt: “Wahrscheinlich würden Sektenmitglieder eher eine Antwort verweigern, als sich mit einer Lüge aus der Affäre zu ziehen.”

Wer an die Wahrheit glaubt, lebt auch in ihr.

Zur Kritik an mangelnden “Sozialen Aktivitäten nach außen”: Es ist richtig, daß wir unsere Aufgabe nicht in sozialen Aktivitäten sehen, aber nicht deswegen, weil wir diese Aktivitäten als grundsätzlich falsch sehen. Etliche unserer Geschwister gehen in ihrem Beruf “sozialen Aktivitäten” nach. Darüber hinaus sind wir uns der starken sozialen Ungerechtigkeit in vielen Teilen der Welt und der großen materiellen Not vieler Menschen durchaus bewußt und unterstützen daher einige Hilfsorganisationen. Doch die Hauptaufgabe eines Christen ist eine andere. Jesus hat seine Jünger nicht zur Beseitigung sozialer Mißstände ausgesandt, sondern um das Evangelium zu verkünden. Der Kampf gegen die materielle Not ist eine wichtige Aufgabe. Der Kampf gegen die geistliche Not ist noch dringlicher. Einerseits deswegen, weil ein Leben ohne Gott Konsequenzen nicht nur in diesem irdischen Leben hat, sondern den Menschen auch für alle Ewigkeit von der Quelle ewigen Glücks trennt. Andererseits ist gerade die Sünde der Menschen vielfach die Ursache für soziale Ungerechtigkeit. Ein Christ unterdrückt seine Mitmenschen nicht und beutet sie auch nicht aus. Mission ist somit auch indirekt eine Beseitigung von Unrecht. Das Teilen und der einfache Lebensstil der Christen werden zu einem Modell für ihre Umgebung. Am Leben der Gemeinde soll sichtbar werden, wie es überall sein könnte, wenn alle Gott folgten.

Ganz entschieden lehnen wir aber den Grundsatz ab, den wir im Handbuch einer römisch-katholischen Unterorganisation gefunden haben: “Es darf keine materielle Hilfe geleistet werden, auch nicht im kleinsten Ausmaß. Erfahrungsgemäß müssen wir darauf hinweisen, daß auch alte Kleidung unter diese Bestimmung fällt.” (Das offizielle Handbuch der Legion Mariens, deutsche Ausgabe, Wien 1962, S. 303)

Erfreulicherweise gibt es in den Ländern, in denen wir Geschwister kennen, doch eine gewisse soziale Absicherung (auch wenn manche Politiker oft gerade sogenannter christlicher, in Wahrheit jedoch kapitalistischer, Parteien – eifrig an deren Demontage arbeiten). So stellt sich die Dringlichkeit sozialer Hilfe in geringerem Ausmaß als in biblischer Zeit. Bei unserer geringen Zahl könnten wir auch bei voller Konzentration auf soziale Tätigkeiten viele Probleme nicht lösen. Gerade weil wir nur wenige sind, ist es umso notwendiger, uns voll auf die missionarische Tätigkeit zu konzentrieren. Das materielle Brot können auch ethisch hochstehende Nichtchristen weitergeben. Das Brot des Lebens hat Jesus aber den Jüngern zur Weitergabe anvertraut. Das zu tun sind wir eifrig bestrebt, was uns ja auch unser Kritiker unter dem Stichwort “großer Missionierungsdrang” zugesteht.

Zu den Kleinbussen: Gemeinschaftsleben und Mission sind im Mittelpunkt unseres Lebens. Das erfordert auch, daß wir häufig unterwegs sind. Im Lauf der Zeit hat sich gezeigt, daß das am effektivsten mit Kleinbussen, in denen man auch kurzfristig wohnen kann, möglich ist. Die Finanzierung dieser Busse erfolgt ausschließlich durch eigene Mittel, ohne jegliche staatliche oder sonstige Unterstützung. Da wir weder eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft noch irgendein anderer Verein sind (es auch nicht sein wollen), genießen wir auch keinerlei Steuervorteile. Daß wir uns die Busse, deren Innenausstattung zwar zweckmäßig aber nicht “respektabel” ist, trotzdem leisten können, ist ein Ergebnis des Teilens. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Ansicht, daß die Gütergemeinschaft zur Not führt, ist es doch nur logisch, daß bei einem einfachen Lebensstil und beim Teilen aller Güter etwas Geld für die Anschaffung gemeinsam zu nutzender Werte bleibt.

6. “… wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner.” (Mt 18,17)
Zu “Strafen der Ausschluß unbotmäßiger Mitglieder”

Zum Thema “Ausschluß” wurde schon im Zusammenhang mit dem “Gemeindebild” Stellung bezogen.

Kluges Feststellung, daß “die Gruppe nicht bemüht ist, krampfhaft alle Leute zu behalten”, steht in Spannung zum Vorwurf, daß wir die Menschen mit psychologischen Methoden an “die Gruppe” binden wollen.

Man darf den Ausschluß nicht isoliert vom Gemeindeleben sehen. Wir haben von Gott die Verpflichtung, füreinander zu kämpfen, einander in der Heiligung zu stärken. Das geschieht durch die brüderliche Ermahnung und Ermunterung. Erst wenn offensichtlich ist, daß jemand die Sünde mehr liebt als das Leben mit Gott, wenn wir sehen, daß wir jemandem in der Gemeinde nicht mehr helfen können, bleibt nur mehr die Möglichkeit des Ausschlusses.

Die angeführte Interpretation von Hebr 6,4ff, daß jemand bereits durch die zweite Sünde die Chance auf Bekehrung verwirkt habe und es für ihn dann keine Gnade mehr gebe, ist stark vereinfacht und wird auch von uns nicht vertreten. Diese Lehre findet sich allerdings schon im “Hirte des Hermas”, einer Schrift aus dem ausgehenden 1. Jahrhundert. Das Leben läßt sich jedoch nicht in ein so einfaches Schema pressen. Wir dürfen niemandem die Möglichkeit der Umkehr nehmen, solange nicht ganz klar ist, daß er abgefallen ist.

Nicht nur Hebr 6,4f spricht von der Möglichkeit des Abfalls, sondern auch zahlreiche andere Stellen warnen eindringlich davor. Auch Jesus selbst warnt:

“Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.” (Joh 15,6)

Die Freiheit des Menschen wird durch die Entscheidung zur Nachfolge nicht aufgehoben. Die Liebe Gottes läßt uns immer noch die Möglichkeit offen, auch als Christen nein zu ihm zu sagen. Wenn ein Christ sich durch seine Sünden tatsächlich von Gott abgewendet hat, gibt es für ihn nach den klaren Aussagen der Schrift keine Möglichkeit zur Umkehr mehr, weil er sich selbst gegen Gott verhärtet hat.

“Sehet zu, Brüder, daß nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es heute’ heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde!” (Hebr 3,12-13)

Auch wenn heute viele “bibeltreue” Gruppen die Möglichkeit des Abfalls leugnen, handelt es sich hier doch um eine klare biblische Lehre, an der wir festzuhalten haben, auch wenn die Feststellung, daß jemand abgefallen ist, nicht nach dem einfachen Schema funktioniert, das uns Kluge unterstellt. So lange nicht klar ist, daß jemand von Gott abgefallen ist, wollen wir auch um ihn kämpfen. Das geistliche Leben eines Menschen ist allen Einsatz wert.

Es ist richtig, daß Ausschluß nicht gleich Ausschluß ist. Wenn wir einem Bruder in der Gemeinde nicht mehr helfen können, so heißt das nicht, daß es für ihn keine Möglichkeit der Umkehr mehr gibt. Wenn sichtbar ist, daß ein Bruder umgekehrt ist, ist das eine große Freude für die ganze Gemeinde.

Falls jemand aber eindeutig den Weg Gottes unwiderruflich verlassen hat, dann bleibt uns auch nur mehr die Möglichkeit, uns von ihm zu trennen, da Menschen, die ohne Gott leben wollen, in der Gemeinde Gottes keinen Platz haben dürfen. Wir nennen diese Trennung allerdings nicht “Entsendung”, wie Kluge meint. Der Begriff “Entsendung”, den wir in dieser Form ohnehin nicht verwenden, enthält eher positive Assoziationen, wie Entsendung in die Mission.

Die Strafe des Entzuges des Wohnungsschlüssels für Unehrlichkeit ist uns unbekannt. Wenn jemand aber durch einen gefährlichen Fahrstil das Leben oder die Gesundheit sowohl von Geschwistern als auch von Außenstehenden gefährdet, so ist das wohl natürlich, daß er sich erst nach einer Gesinnungsänderung wieder ans Steuer setzen darf.

B. “Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2 Kor 5,17)
Zu “Das einzelne Mitglied”

1. “Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat” (2 Tim 2,4)
Zu “Die äußere Lebensform”

Es wird uns ein radikaler Lebensstil vorgeworfen. “Radikal” kommt von “Radix”, der Wurzel. Wir wollen nicht nur ein bißchen Christentum spielen, sondern als Christen leben, von Christus her, der unsere Wurzel ist (Kol 2,7).

Wir kennen keine formalisierten Vorschriften zum Tagesablauf. Gewiß verbringen wir so viel Zeit wie möglich gemeinsam, wobei die konkrete Gestaltung der Zeit von den jeweiligen aktuellen Aufgaben abhängt. Es soll jedem ausreichend Möglichkeit gegeben werden, sich mit seinen eigenen Fähigkeiten in das Gemeinschaftsleben einzubringen.

Wir empfangen unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unseren Körper als Geschenk Gottes zu seiner Verherrlichung. Deswegen wollen wir all das nach seinem Willen aus Dankbarkeit nutzen.

Wir betrachten den Körper nicht als “Bruder Esel” (wie Franz von Assisi es tat), den wir einfach ausbeuten sollen, sondern als Tempel des Heiligen Geistes (1 Kor 6,19), in dem wir Gott verherrlichen sollen. Darum soll unser Körper selbstverständlich all seine Bedürfnisse erfüllt haben, sowohl was Schlaf als auch Nahrung betrifft. Da die Bedürfnisse individuell verschieden sind, kann es hier auch keine einheitliche Norm geben. Unser Wunsch, Gott zu dienen, bewahrt uns aber vor einem übermaß an Schlaf, wie wir es auch am Beispiel Jesu (z.B. Lk 6,12) und Pauli (Apg 20,31; 2 Kor 6,5) sehen.

Ganz anders hingegen geht der selig gesprochene Gründer des Opus Dei (konservativ katholische “Erneuerungs”bewegung aus dem 20. Jahrhundert) mit dem Körper um:

“… Genauso du: noch eine Viertelstunde Bußgürtel für die Seelen im Fegefeuer, noch fünf Minuten für deine Eltern, weitere fünf für deine Brüder im Apostolat … Wenn du deine Abtötung auf diese Weise machst, wie wertvoll ist sie dann!”(Josemaria Escrivá, Der Weg, 3. Auflage 1967, Nr. 899)

Unser Körper ist uns nicht zur “Abtötung” gegeben, sondern zur Verherrlichung Gottes!

Kluges Vorwurf der “ungesunden Ernährung” zeigt nur die Schwäche seiner Argumentation. Einerseits weiß er wohl sehr wenig über unsere Eßgewohnheiten, andererseits haben wir keine typisch “christliche” Ernährung. Unsere Ernährung ist so verschieden wie unsere Geschmäcker. Wir treiben keinen Kult mit dem Essen, aber wir haben auch keine Speisegebote oder sonstige Vorschriften für die Ernährung.

“Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird.”
1 Tim 4,4)

Wenn Kluge unsere Wohnungen, in denen er noch nie war, als “recht kalt” empfindet, so ist das seine subjektive Meinung. Es stimmt allerdings, daß wir unsere eigentlichen Wohnungen nicht auf dieser Erde haben, sondern bei Gott (Joh 14,2).

“Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.” (Hebr 13,14)

Darum streben wir es nicht an, in unseren Wohnräumen möglichst viel Zierrat anzusammeln. Gold, Silber und sonstige Schätze, wie sie in diversen religiösen Bauwerken anzutreffen sind, wird man bei uns vergeblich suchen. “Einfach und praktisch” ist die Devise. Aber es gibt keine Vorschriften (leider muß das immer wieder betont werden, da Kluge hinter allem ein Gesetz sehen will).

Natürlich trennen wir uns von den Dingen, die wir nicht mehr brauchen und auch nicht mehr brauchen werden. Wir sind nicht die Museumswärter unseres alten Lebens.

Man muß wie Pilger wandeln,
frei, bloß und wahrlich leer;
viel sammeln, halten, handeln
macht unsern Gang nur schwer.
Wer will, der trag sich tot;
wir reisen abgeschieden,
mit wenigem zufrieden;
wir brauchen’s nur zur Not.
(G. Tersteegen)

Aber auch in diesem Punkt entscheidet jeder für sich selber, was er als unnötigen Ballast der Vergangenheit abgibt.

Zum Thema “Beruf”:

Wir unterscheiden zwischen unserer Berufung als Christen und dem Beruf, der zum Erwerb der lebensnotwendigen materiellen Mittel dient. Auch Paulus hat sein Geld als Zeltmacher verdient, seine Berufung war aber nur die Verkündigung des Evangeliums.

Im Beruf wollen wir unsere Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen verrichten und lehnen daher auch Verantwortung nicht von vornherein ab. Es ist aber klar, daß die Gebote Gottes auch am Arbeitsplatz gelten und unethisches Verhalten (wie etwa Lügen) am Arbeitsplatz für einen Christen genauso unmöglich ist wie in der Gemeinschaft der Geschwister.

Wir lehnen auch “kirchliche” Arbeitgeber nicht von vornherein ab. Auch andere Arbeitgeber teilen nicht unsere religiösen Anschauungen. Falls bei einem “kirchlichen” Arbeitgeber kein Zwang zu religiösen Handlungen der betreffenden Religionsgemeinschaft vorliegt und die Arbeit in sich nicht unethisch ist, ist eine Tätigkeit bei einem konfessionellen Arbeitgeber kein Problem. Das Problem lag manchmal gerade umgekehrt, nämlich darin, daß katholische Arbeitgeber keine nichtkatholischen Arbeitnehmer wollten.

Wenn eine Schwester in der Befriedigung der Wünsche menschlicher Eitelkeit als Friseuse keine sinnvolle Tätigkeit sah und sich einen anderen Beruf suchte, so war das ihre eigene Entscheidung, die von den anderen Geschwistern selbstverständlich akzeptiert wurde. Es gibt trotzdem kein Verbot, als Friseur zu arbeiten. Leider ist es nicht immer so einfach, eine Arbeit zu finden, die auch einen tieferen Sinn hat. Solange eine Tätigkeit nicht in sich unmoralisch ist, ist sie ein auch für Christen möglicher Beruf.

Auf jeden Fall abzulehnen sind aber Berufe, in denen Menschen direkt geschadet wird, wie etwa durch den Verkauf von Tabak oder Schriften unsittlichen Inhalts. Daß manche Berufe für einen Christen nicht in Frage kommen, war für Menschen früherer Zeiten ganz klar. So schlossen Kirchenordnungen aus dem 2. und 3. Jahrhundert manche Berufe von vornherein von der Zugehörigkeit zur Kirche aus.

Es ist nicht zutreffend, daß ein Christ nur “unterste” Positionen einnehmen dürfe. Auch Leitungspositionen sind von vornherein nicht auszuschließen. Ein Christ ist sich aber immer bewußt, daß der Beruf nie wichtiger sein kann als die Berufung, Jesus nachzufolgen. Dementsprechend hat das Engagement in einem Beruf auch seine Grenzen. Hätte Paulus eine Großproduktion von Zelten initiiert, hätte er vielleicht eine marktbeherrschende Stellung gewonnen. Nur wäre ihm dann für seine Berufung keine Zeit mehr geblieben.

2. “Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, daß ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.” (Röm 12,2)
Zu “Moralische Richtlinien, die das Leben bestimmen”

Wir richten unser Leben nach Christus aus, der die Norm unseres Lebens ist. Sein Wille durchdringt alle Aspekte unseres Lebens, aber nicht durch die Aufstellung eines Kataloges moralischer Richtlinien, sondern weil wir in ihm leben, sehen wir, wie alle Bereiche unseres Lebens von seinem Willen, der Heiligung heißt, durchdrungen werden.

Unser Leben ist nicht eine beständige Flucht vor Sünde, sondern eine beständige Hinwendung zu Gott. Wir haben keinen formalistischen und kasuistischen Verhaltenskodex, dem wir Genüge leisten müssen. Aber da wir immer, gerade auch im Alltag, als Christen leben, wollen wir auch bei alltäglichen Verrichtungen Gottes Willen in die Praxis umsetzen.

Gerade das oben (V.B.1.) erwähnte Beispiel der Friseuse zeigt, daß vieles die Entscheidung des Einzelnen ist, und nicht die sture Befolgung eines vorgesetzten Verhaltenskodexes.

Alkohol und Nikotin abzulehnen, die jedes Jahr Millionen Menschen in Krankheit und Tod stürzen und unvorstellbares Leid bewirken, ist wohl eine Selbstverständlichkeit für jeden Menschen, der sich seiner sittlichen Verantwortung bewußt ist.

Geschwister, die früher rauchten, erlebten mit ihrer Hinwendung zu Gott die Befreiung von der Zigarette und sehen das Nichtrauchen nicht als ein nur mit großer überwindung erfüllbares Gebot.

Was den Alkohol betrifft, so widerspricht die Bibel zwar nicht einem mäßigen Weingenuß. Doch sehen wir gerade in unserer Zeit viele Gründe, auf Alkohol ganz zu verzichten. Einerseits sind wir häufig mit Autos unterwegs. Für jeden Autofahrer sollten 0,0 selbstverständlich sein. Andererseits wurde in der heutigen Zeit der Alkohol zu einem gesellschaftlichen Problem nie dagewesenen Ausmaßes. Wir wollen gerade auch den Menschen, die vom Alkohol abhängig waren, eine Umgebung bieten, die ihnen keinerlei Versuchung zu Rückfällen verursacht. Überdies gibt es heute ein reiches Angebot von Fruchtsäften zusätzlich zu den Kräutertees, die uns die Natur überreich darbietet, das jemandem, der nicht nur Wasser trinken will und vielleicht Milch nicht verträgt, genug Alternativen bietet.

Was andere Genußmittel (wie Kaffee) betrifft, so ist deren Gesundheitsschädlichkeit wohl erwiesen und wird nicht nur “von Medizinern als ungesund dargestellt.” Wenn ich meinen Schöpfer liebe, bewahre ich seine Schöpfung und stelle ihm meinen Leib ganz zur Verfügung.

Was Kluges Bemerkung über das Waschen betrifft, so zeigt sich, wie er einfach alles heranzieht, um ein rigoristisches Gebotssystem in unsere Gemeinschaft hineinzulesen. Es ist sowohl traurig als auch lächerlich, daß wir betonen müssen, daß es keinerlei “gruppeninterne” Norm der erlaubten Waschfrequenz gibt. Selbst wenn das sachlich zutreffende Zitat, daß “zuviel Waschen der Haut schade” tatsächlich einmal gefallen sein sollte, ist es trotzdem lächerlich, aus diesem Zitat eine Vorschrift entnehmen zu wollen. Man kann hier viel mehr über Kluges Vorurteile lernen als über unsere Waschgewohnheiten.

Wieder einmal können wir aber etwas, das unserer Gemeinschaft völlig ferne ist, in der Regel einer Teilorganisation von Kluges “Kirche” finden:

“Man gebe den Kranken Gelegenheit zu Bädern, sooft es für sie förderlich ist; den Gesunden aber und besonders den jüngeren, gestatte man es seltener.” (“Regel des heiligen Benedictus”, 36. Kapitel in: Die großen Ordensregeln, S. 226)

Zum “Anzweifeln von Lehraussagen”:

Die richtige Lehre (und nicht irgendwelche psychologischen Manipulationen) ist die Grundlage jeder christlichen Gemeinde. Wer diese Grundlage in Frage stellt, stellt sich außerhalb der Gemeinschaft. Die Gemeinde, will sie Gemeinde Gottes bleiben, hat an der von Gott geoffenbarten Lehre festzuhalten. Sicher muß man schwachen Geschwistern mit viel Geduld begegnen. Aber wer die biblische Lehre nicht akzeptiert, hat sich von der Gemeinde getrennt. Wenn wir diesen Grundsatz aufgeben, geben wir unsere Identität als christliche Gemeinde auf. Der Grundsatz, daß man nur mit der richtigen Lehre gerettet werden kann, ist ein allgemein christlicher und findet sich auch in zahlreichen offiziellen Lehrdokumenten allgemein anerkannter “Kirchen” wie z.B.:

“Wer da selig werden will, der muß vor allem den katholischen Glauben festhalten; wer diesen nicht in seinem ganzen Umfange und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verlorengehen.” (Athanasisches Glaubensbekenntnis, Neuner-Roos 915 Mit “katholischem Glauben” ist in diesem Zusammenhang ausschließlich der richtige Glaube in Bezug auf die Dreieinigkeit und die Person Jesu gemeint. Wir stimmen dem zitierten Satz im Zusammenhang des konkreten Dokumentes zu. Die richtige Lehre über die Person Jesu und die Dreieinigkeit ist für das Christentum grundlegend und unverzichtbar.)

In der Apostolischen Konstitution Pius’ XII. “Munificentissimus Deus” aus dem Jahre 1950 reichen sogar schon bewußte Zweifel an der Lehre der Aufnahme Mariens in den Himmel zum Abfall:

“Wenn daher, was Gott verhüte, jemand diese Wahrheit, die von Uns definiert worden ist, zu leugnen oder bewußt in Zweifel zu ziehen wagt, so soll er wissen, daß er vollständig vom göttlichen und katholischen Glauben abgefallen ist.” (Neuner-Roos 487)

Bei den Katholiken reichen also schon bewußte Zweifel an einer unbiblischen Lehre zum Abfall! Auch wenn sie in der Praxis jeden Ungläubigen und Verbrecher akzeptieren (so war etwa Hitler bis zu seinem Tod Mitglied der katholischen “Kirche”, ohne daß er ausgeschlossen worden wäre), finden wir in ihren offiziellen Lehrdokumenten eine Position, die Kluge bei allen anderen Organisationen zurecht als sektiererisch verurteilen würde. Gelten bei seiner eigenen Organisation andere Maßstäbe?

Daß die bewußte Wiederholung schwerer Sünden Grund für einen Ausschluß sein kann, ist keine rigoristische Vorschrift, sondern Jesus selber gebietet in Mt 18,15-17, daß hartnäckige Sünder ausgeschlossen werden müssen. Näheres dazu wurde aber schon weiter oben (III.D.e Gemeindebild) ausgeführt.

Unser Kritiker beruft sich in seiner Darlegung unserer Stellung zur Sexualität auch auf die Aussagen eines “Mitglieds”, daß “die Enthaltsamkeit wegen des nahen Weltendes geschehe”, um danach aber einzuschränken, daß dies “wohl nicht die allgemeine Auffassung der Gruppe” sei. Da wir, seit wir einander gefunden haben, die Erwartung der baldigen Wiederkunft stets als grundsätzlich der Bibel widersprechende Lehre abgelehnt haben, können wir definitiv ausschließen, daß jemals jemand der Geschwister diese Aussage getroffen hat. Es bleibt daher nur mehr die Möglichkeit, daß Kluge entweder selber ein Märchen erfunden hat oder daß er leichtfertig die Verleumdungen anderer geglaubt hat. Das unter “Theologen” allgemein verbreitete Vorurteil, daß viele der ersten Christen wegen der Naherwartung des Weltendes ehelos blieben, hat ihn (oder seine Quelle) wohl zu dem irrigen Schluß geführt, daß unsere Hochschätzung der Ehelosigkeit die Ursache in der Naherwartung hat. Dieser Schluß ist jedoch ein Trugschluß. Auch bei den ersten Christen war es nicht die Naherwartung, die sie zur Ehelosigkeit motiviert hat, sondern die größere Verfügbarkeit für den Einsatz im Reich Gottes. Dieser Einsatz ist auch unsere einzige Motivation für die Ehelosigkeit. Jede gnostische Sicht, die in der Materie oder in der Sexualität etwas Negatives sieht, ist mit dem Neuen Testament unvereinbar.

Wir betrachten die Sexualität als einen Teil der guten Schöpfung Gottes, der Gott ihren Platz in der Ehe (und nur dort) gegeben hat. Jede vor- oder außereheliche geschlechtliche Beziehung darf in einer christlichen Gemeinde nicht geduldet werden. Im Rahmen einer christlichen Ehe ist die Sexualität nicht ein “zu vermeidendes Geschehen”, sondern der natürliche Ausdruck der gegenseitigen Liebe der Ehepartner. Auf der Basis der gottgewollten Liebe ist sie auch nicht egoistisch, sondern Hingabe an den Partner, mit dem man ein Fleisch ist. Der Satz, daß Sexualität “ein Geschehen” sei, “das sich nur zwischen Menschen abspielt, wo Gott keine Rolle spielt”, ist unrichtig und gibt nicht unsere Einstellung wieder.

Richtig hingegen ist Kluges Feststellung, “daß es derzeit wichtigere Dinge zu tun gibt.” allerdings nicht nur “derzeit”. Wir finden im NT sowohl bei Paulus als auch bei Jesus klare Aussagen über den Wert der Ehelosigkeit (Mt 19,12; 1 Kor 7,7-8.17-24.25-40). Diese Worte sind auch unsere Begründung für die Hochschätzung der Ehelosigkeit. Es ist nur eigenartig, daß gerade ein katholischer Priester, der selber diese Lebensweise gewählt hat, so wenig Verständnis dafür aufbringt.

” sondern wie Leute, die die Keuschheit, ohne die Ehe zu verurteilen, anerkennen und suchen und vorziehen, nicht wie etwas Gutes (im Vergleich zu) etwas Bösem, sondern wie etwas Besseres (im Vergleich zu) etwas Gutem. Denn wir verachten die Ehe nicht, doch wir verzichten auf sie; wir schreiben die Keuschheit nicht vor, doch wir raten sie an, indem wir auch das Gute bewahren, wenn auch jeder seinen Kräften entsprechend das Bessere sucht; doch wir verteidigen die Ehe dann entschlossen, wenn sie unter dem Vorwand der Besudelung gehässig angeklagt wird mit dem Ziel, den Schöpfergott zu vernichten, der die Ehe aufgrund ihrer Würde im Hinblick auf das Wachstum des Menschengeschlechts ebenso gesegnet hat, wie er die Schöpfung als Ganzes im Hinblick auf ihre richtige und gute Nutzung gesegnet hat ”
(Tertullian, Gegen Marcion I, 29,1-4)

Zum Thema “Hobbys”, auf das Kluge immer wieder zurückkommt, wurde schon eingangs (III.B.) Stellung bezogen. Was hätte wohl Paulus oder gar Jesus auf die Frage nach seinen Hobbys geantwortet?

Unsere “Lebenseinstellung” ist nicht die, die uns vorgeworfen wird. Wir brauchen uns nicht selbst zu beweisen. Es geht uns auch nicht um irgendein überlegenheitsgefühl. Wir streben danach, ständig den Willen Gottes zu tun. Aber trotzdem ist unser Leben nicht ein ständiges Hinterfragen unserer Handlungsweise in dem Sinn, wie Kluge es zu wissen meint. Es geht uns nicht darum, einem ausgeklügelten Sittenkodex zu entsprechen, an dessen Details wir ständig feilen. Wir wollen vielmehr in jeder Situation Gott gehorchen, frei von formalistischen Geboten, aber in einem Leben, in dem Heiligkeit nicht nur ein Schlagwort ist, sondern eine Realität, die sich in allen Aspekten des Lebens äußert.

3. “Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er älter wird.” (Spr 22,6)
Zu “Der Umgang mit Kindern in der Gruppe”

Es ist hier nicht der Ort, ein Handbuch über christliche Erziehung niederzuschreiben. Es seien nur kurz einige Grundsätze christlicher Erziehung skizziert:

a) Konsequenz: Die Kinder sollen ihre Eltern (und auch die Christen, mit denen sie im Gemeindeleben zusammenkommen) als verläßliche Bezugspersonen erleben. Es geht hier in erster Linie nicht um Strenge, sondern um eine klare Linie, die den Kindern hilft, eine feste Vertrauensbasis zu entwickeln. Nichts schadet Kindern mehr als unberechenbare Bezugspersonen. Unser Leben und unser Sprechen von Gott muß gerade auch vor den Kindern eine Einheit darstellen.

b) Freiheit: Einerseits entspricht es einer bibelgemäßen Erziehung, daß die Kinder die Autorität ihrer Eltern akzeptieren müssen. Andererseits haben aber Eltern auch die Freiheit ihrer Kinder so weit wie möglich zu respektieren. Ein Kind soll das Leben mit Gott nie als Zwang erleben. Jeglicher Zwang zu religiösen Akten (auch zum Gebet, zum Bibellesen, zum Gespräch über Glaubensfragen) ist daher abzulehnen. Viele von uns haben erfahren, wie uns unsere Eltern zu ihrem Lebensstil verpflichten wollten und uns teilweise auch mit Zwang vom Leben als Christ abhalten wollten. Wir wollen diesen Fehler nicht in der anderen Richtung wiederholen.

c) Familie und Gemeinde: Die wichtigsten Bezugspersonen für ein Kind sind die Eltern, auch wenn die Kinder so weit wie möglich in das Gemeindeleben integriert werden sollen. Kinder sollen die Gemeinde wie eine Großfamilie erleben, in welche die Kernfamilie integriert ist.

4. “So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart.” (1 Thess 2,8)
Zu “Gemeinschaft statt Privatsphäre”

Gott ruft uns zur Gemeinschaft. Das Beispiel Jesu verpflichtet uns, das Leben für die Brüder hinzugeben (1. Joh. 3,16). Diese Lebenshingabe besteht im gegenseitigen Dienen, im Dasein füreinander.

Kluges Vorwurf “Gemeinschaft statt Privatsphäre” verkennt das Wesen christlicher Gemeinschaft. Niemand würde die Fragestellung “Familie statt Privatsphäre” als berechtigt sehen, da das Familienleben als Teil der Privatsphäre betrachtet wird. Unser Familienleben ist das Gemeindeleben. Wir teilen unser Leben mit den Geschwistern, nicht mit unbekannten, undurchschaubaren Institutionen.

Jesu “Privatleben” war das Zusammensein mit den Jüngern. Paulus wurde den jungen Christen “zart, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt.” (1 Thess 2,7). So verbringen wir unser Privatleben mit den Geschwistern, die uns durch die gemeinsame Nachfolge Jesu vertraut und lieb geworden sind.

Der Unterschied zu einer “natürlichen” Familie liegt in der unterschiedlichen Basis. Nicht die gemeinsame Abstammung verbindet uns in der Gemeinde, sondern der gemeinsame Glaube. Durch diese tiefere Basis ist auch das gemeinsame Leben tiefer als in einer “normalen” Familie.

Die alles dominierende Beziehung im Leben des Christen ist die Beziehung zu Gott, die sich auf alle anderen Beziehungen prägend auswirkt. Eine Beziehung, in der nicht Gott die Mitte ist, verliert an Bedeutung. Die Beziehungen, die von Gott geprägt sind, vertiefen sich.

Die Wiederholung der Verleumdung, daß “Gebet oder Bibellesen im privaten Rahmen unerwünscht sei”, ändert nichts an deren Unrichtigkeit. Die Gemeinde lebt von der Beziehung jedes einzelnen zu Gott. Der einzelne wiederum wird im Gemeindeleben in seiner persönlichen Hinwendung zu Gott bestärkt. Wenn bei jemandem das Interesse an der Bibel zu klein ist, kann auch die Gemeinde sein geistliches Leben nicht aufrecht erhalten. Daher ist persönliches Gebet und Bibellesen eine unverzichtbare Basis des geistlichen Lebens des einzelnen als auch der Gemeinde.

Kluge gewann von uns einen “lieblosen, unbarmherzigen und fanatischen Eindruck” und stellte fest, daß “die Gruppe nach außen recht kalt wirke”. Eindrücke sind immer subjektiv und hängen auch stark von der Erwartungshaltung des Beobachters ab. Andere Menschen gewannen einen anderen Eindruck. Überdies widerspricht sich dieser Eindruck mit dem Vorwurf des “love bombing”. Wer objektiv prüft, bleibt von “Eindrücken” unbeeindruckt und betrachtet Lehre und Leben auf der Basis der Bibel.

Es ist sicher so, daß wir den Menschen nicht nach dem Mund reden. Wir schweigen nicht, wenn es darum geht, unbiblische Lehren und unbiblische Lebensgestaltung aufzuzeigen. Gerade dadurch weisen wir auch auf das Leben hin, zu dem uns Jesus berufen hat.

Die “herzliche Wärme”, die es “innerhalb der Gruppe gibt”, wollen wir gerne mit jedem Menschen teilen. Aber dazu bedarf es der nötigen Basis. Für uns sind die Begriffe “Bruder” und “Schwester” keine religiösen Floskeln, sondern täglich erfahrene Realität, die wir einander auch in körperlicher Weise ausdrücken. Formale Höflichkeit ist uns fremd, nicht aber der Respekt vor der Persönlichkeit des Bruders.

Wie anderswo (früher in der Praxis, heute nur mehr in den Schriften “heiliger” Ordensgründer) mit der Privatsphäre umgegangen wurde, möge ein kurzes Beispiel illustrieren:

“Für die Betten genüge eine Matte, ein grobes Tuch, eine Wolldecke und ein Kopfkissen. Diese Betten hat der Abt öfters zu durchsuchen, um nachzusehen, ob sich nicht etwa Eigentum darin finde. Sollte sich bei einem etwas finden, das er nicht vom Abte erhalten hat, dann werde er sehr strenge bestraft.(“Die Regel des hl. Benedictus”, 55. Kapitel: Die großen Ordensregeln S. 242)

5. “… gewurzelt und auferbaut in ihm und befestigt im Glauben, … darin überströmend mit Danksagung.” (Kol 2,7)
Zu “Der Glaube und das Lebensgefühl eines Sektenmitglieds”

Dieser Abschnitt von Kluges Abhandlung würde einen objektiven Autor vorausgesetzt eine intensive Beschäftigung durch zahlreiche Gespräche mit den Betroffenen erfordern. Da davon keine Rede sein kann, ist dieser Abschnitt von vornherein sehr subjektiv und spekulativ ausgefallen.

Es ist aber trotzdem interessant zu sehen, wie Kluge “Verstand” und “Herz” trennt, was in biblischer Sicht doch eine Einheit darstellt. Die reduzierte Interpretation des “Herzens” auf das Gefühlsleben entspricht dem heutigen Subjektivismus, ist aber biblisch keineswegs gedeckt.

Es ist leider eine traurige Tatsache, daß sich viele Menschen in die Irrationalität flüchten. Aber Kluges Vorwurf, daß “man sich gerne in die Rationalität flüchtet” und “versucht, vor allem auf der logischen Ebene der Gedanken bzw. der Lehre zu agieren”, ist einmalig. Halten wir nun die Menschen durch “Bewußtseinskontrolle” vom Denken ab oder flüchten wir uns in die Rationalität? Dieser Widerspruch ist nur mehr auf einer irrationalen Ebene auflösbar.

Schon vor mehreren Jahren wurde uns von einer katholischen Organisation der Vorwurf gemacht, daß wir die Menschen “mit logischen Argumenten verwirren”.

Auf die selbe Ebene der Irrationalität und Unlogik hat sich auch Kluge begeben. Wir werden aber nicht aufhören, Gott mit unserem Verstand zu suchen und zu lieben.

“Gott hat für intellektuelle Drückeberger genauso wenig übrig wie für alle anderen Drückeberger. Wer Christ werden will, der sei gewarnt: Er läßt sich da auf etwas ein, das den ganzen Menschen fordert, und dazu gehört auch der Verstand. Es geht vielmehr gerade andersherum. Jeder, der ehrlich versucht, ein Christ zu sein, wird bald merken, daß sein Verstand an Schärfe zunimmt.” (C.S. Lewis, Pardon ich bin Christ, 6. Auflage, 1982, S. 65)

Was unser Gefühlsleben betrifft, so führt die Liebe zu Gott und zu den Geschwistern zu einem ausgeglichenen Leben. Wir haben keine “Angst vor wahren Gefühlen”. Die Gefühle gehören zum Leben, sind aber nie das bestimmende Motiv im Leben eines Christen.

Daß der Einsatz für Gott absoluten Vorrang hat, ist für Christen der Normalfall. Sonst dürften wir uns nicht Jünger Jesu nennen. Aber es ist nicht die Angst, die uns bestimmt.

“Hierin ist die Liebe bei uns vollendet worden, daß wir Freimütigkeit haben am Tag des Gerichts, denn wie er ist, sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.” (1 Joh 4,17-19)

Mit dem Wort aus Lk 9,62 “Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.” wollte Jesus nicht Angst machen, sondern ermuntern, alle unsere Kräfte für das einzige bleibende Ziel einzusetzen. Das Lesen solcher Worte macht uns nicht Angst, sondern Mut.

Welche Bedeutung aber haben diese Worte in den etablierten “Kirchen”, in denen die überwiegende Mehrheit gewiß nicht in Gefahr ist, zurückzublicken, weil sie sich in ihrem Leben in keiner Weise von Ungläubigen unterscheiden und überhaupt keinen Gedanken in die Richtung haben, die Hand an den Pflug des Reiches Gottes zu legen?

Würde Kluge all seine katholischen und evangelischen Geschwister dadurch charakterisieren, daß ihr Leben durch große Ernsthaftigkeit geprägt ist? Fast könnte man seinen Kommentar als Lob verstehen, da es ja gut ist, sich “ständig zu bemühen, richtig zu handeln”, aber mit der Schilderung des “Eindrucks, als würde hier wie auswendig gelernt gesprochen” kehrt er doch hintergründig wieder zum Standardvorwurf der Indoktrinierung und Manipulation zurück.

Daß “ehemalige Mitglieder” das Leben der Gemeinde kritisieren, braucht einen nicht zu wundern. Welcher ehemalige Katholik lobt seine Ex-Kirche? (Auch von zahlreichen zahlenden Mitgliedern hört man oft nichts anderes als Kritik.)

Wir akzeptieren, wenn jemand andere Ziele als Gott hat. Wir jedoch finden unser bleibendes Glück nicht in den vergänglichen Dingen.

“da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.” (2 Kor 4,18)

Wir empfinden das irdische Leben aber nicht als Strafe, sondern als Vorgeschmack der ewigen Herrlichkeit.

6. “Wenn möglich, so viel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!” (Röm 12,18)
Zu “Die Beziehungen zur Umwelt”
Unsere Beziehungen zur Umwelt werden von unserer Beziehung zu Gott geprägt. Es gibt keine Abkapselung um der Abkapselung willen. Wir stehen im Leben, im Beruf, in der Ausbildung, wie die meisten anderen Menschen auch. Unser “Familienleben” verbringen wir natürlich vor allem mit den Geschwistern. Daß wir mit denen, die einen anderen Weg gehen wollen, weniger Gemeinschaft haben, braucht nicht zu verwundern.

Der Anspruch Jesu, der erste in unserem Leben zu sein, führt zu Konsequenzen. Manche von uns haben die Wirklichkeit dieses Wortes Jesu erfahren:

“Meint nicht, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.” (Mt 10,34-36)

Natürlich wollte Jesus Frieden bringen. Doch die Ablehnung des Anspruches Jesu führt unter engsten Vertrauten zu Reaktionen, die man ihnen vorher nicht zugetraut hätte. Menschen, mit denen man bisher friedlich zusammen leben konnte, wurden zu Gewalttätern. Diese Erfahrung mußten auch manche der Geschwister machen.

Leider haben auch gerade “Sektenexperten”, die den Menschen irrationale Ängste einpflanzen, zu derart aggressiven Handlungen beigetragen, auch wenn sie selber jede Aggression ablehnen.

Es ist gewiß ein Trost, geschwisterliche Gemeinschaft zu erfahren, wenn man von der eigenen Familie Ablehnung oder sogar Gewalt erfährt.

Daß die Gefühle zu Angehörigen, die sich auf solche Weise von Christen entfremdet haben, nachlassen, ist auch kein Wunder.

Es wurden nie “massive Unterhaltsforderungen” gestellt, sondern Eltern, die nicht bereit waren, etwa für die Ausbildung ihrer Kinder aufzukommen, wurden an ihre gesetzlichen Verpflichtungen erinnert. Es gibt auch keinen Grund, warum Christen auf ihr gesetzmäßiges Erbe verzichten sollen. Oder will Kluge etwa das Erbrecht von der Religionszugehörigkeit abhängig machen?

In zahlreichen Fällen, in denen sich Eltern von Christen aus ihrer Verantwortung gestohlen haben, sorgte und sorgt die Gemeinde (vor allem mit dem von den “älteren Geschwistern”, denen Kluge implizit Geldgier unterstellt, verdienten Geld) für den Lebensunterhalt der von ihren Eltern fallen gelassenen Geschwister.

Als Jesus seine Jünger rief, haben sie, mit Kluges Worten ausgedrückt, “die früheren Aktivitäten abrupt beendet.” Sie waren mit Jesus zusammen und richteten “ihre Außenkontakte vor allem auf die Mission und Mitgliederwerbung” aus. Wir machen dasselbe, nur der Ausdruck “Mitgliederwerbung” trifft auf uns genauso wenig wie auf die ersten Jünger Jesu zu.

Als Jesus von seinen Verwandten gesucht wurde, “negierte er” um Kluges Worte zu verwenden, “bisherige menschliche Beziehungen völlig.”

“Und es kommen seine Mutter und seine Brüder; und sie standen draußen,sandten zu ihm und riefen ihn. Und eine Volksmenge saß um ihn her; sie sagten aber zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen suchen dich. Und er antwortete ihnen und spricht: Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Und er blickte umher auf die um ihn im Kreise Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.” (Mk 3,31-35)

Wir sind dort, wo unser Herr und dessen Brüder und Schwestern sind.

Kluges Aussagen zum Trotz ist und bleibt unsere Umwelt nach wie vor interessant. Wir sehen sie nur mit neuen Augen. Es stimmt, daß uns Themenfelder wie Fußball, Rockmusik, Autorennen … “schwer fallen”. Aber ist das ein Mangel? Gerade auf der Basis des Glaubens haben wir auch offene Augen und Ohren für die Vorgänge in der Welt, in der wir leben. Durch den Glauben gewinnen wir auch eine verstärkte Unabhängigkeit und sind den Modetrends und Tendenzen der Gesellschaft nicht unkritisch ausgeliefert. Den Vorwurf von Fanatismus und Intoleranz weisen wir zurück. Zum Thema Toleranz wurde schon weiter oben (III.C.) Stellung genommen. Fanatismus, laut Dudens Herkunftswörterbuch “blinde, hemmungslose Begeisterung” ist das Gegenteil der Entschlossenheit eines Christen. Wir folgen nicht blindlings einer wirren Idee, sondern Jesus unter Einsatz auch unseres ganzen Verstandes, “brennend im Geist” (Röm 12,11) und gerade deswegen nüchtern (1 Petr 1,13).

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